Wieviel Fanwachstum ist normal?

Unter­neh­men fra­gen sich, ob Ihr Zuwachs an Fans auf den Face­book­sei­ten ok ist, oder schlecht, oder viel­leicht sogar super? Die Fra­ge ist nicht immer leicht zu beant­wor­ten. Ich stel­le aber eine ganz ande­re Fra­ge:

Ist Fan­wachs­tum die neue Klick­ra­te?

Fan­gen wir vor­ne an. Um die Fra­ge nach nor­ma­lem Fan­wachs­tum zu beant­wor­ten, braucht man Ver­gleichs­da­ten. Die­se lie­fert das Fan­page Kar­ma Blog mit einer Unter­su­chung von 60.000 Face­book­sei­ten über drei Mona­te. Die Zah­len wur­den wöchent­lich aus­ge­wer­tet, ein sinn­vol­ler  Zeit­raum. Doch bevor wir zu den Zah­len kom­men:

Die Ergeb­nis­se erin­nern fun­da­men­tal an die Klick­ra­te (CTR — click through rate). Die­se belieb­te Meß­zahl im Online Mar­ke­ting liegt im Durch­schnitt bei 0,1–1%. Jeder tau­sends­te bis hun­der­s­te klickt. Sie kann auch dar­un­ter lie­gen und immer noch “nor­mal” sein, oder sogar extrem deut­lich dar­über. Aber soweit geht die Dif­fe­ren­zie­rung sel­ten. Die Klick­ra­te ist der TKP des Web 1.0. Sie macht Din­ge im Gro­ben ver­gleich­bar. Das macht sie soweit gut. Nur muss man halt genau­er hin­schau­en, wenn man eige­ne Maß­nah­men bewer­ten will. Soviel zur War­nung vor­ab.

Die ers­te Ähn­lich­keit ist die Grö­ße selbst: das Fan­wachs­tum beträgt im durch­schnitt­lichs­ten Durch­schnitt 0.64%. Das liegt auch am gewähl­ten Zeit­raum, aber der macht Sinn. Klick jetzt, Enga­ge­ment lang­sa­mer.

Die Ähn­lich­kei­ten gehen aber noch wei­ter, denn grund­le­gend für das Fan­wachs­tum sind orga­ni­sche Maß­nah­men, die zu Likes, Kom­men­ta­ren und Sha­res füh­ren — im Wesent­li­chen also Klick­ge­trie­ben sind (was ein Wort ;-).

Durch gute Maß­nah­men kann man das Fan­wachs­tum stei­gern, schlech­te­re Zah­len sind ein Beleg für schlech­te Arbeit, soweit die Stu­die.

Zugleich ist Wachs­tum ein grund­le­gen­des Ziel im Mar­ke­ting und Fan­wachs­tum lässt sich auf ver­schie­de­ne sozia­le Medi­en anwen­den. Mit den bereits erbrach­ten Anmer­kun­gen.

Damit bie­tet sie sich also als gene­rel­le Meß­grö­ße an: TKPCTRFGR (= Fan Growth Rate, wir müs­sen da eng­lisch blei­ben ;-). Und wer Beden­ken hat: Bei einem Wachs­tum von 0.64% kann selbst eine Fan­page mit 50Mill. Fans noch vie­le Jah­re wach­sen, bis sie 1 Mrd. Fol­lo­wer hat. Das Wort Schwanz­ver­gleich ver­bit­te ich mir an die­ser Stel­le. Es geht um har­te krea­ti­ve inter­ak­ti­ve und inspi­rie­ren­de Arbeit. Womit wir bei den Zah­len wären:

  • Die Hälf­te aller Sei­ten wächst nicht schnel­ler als 0.64% pro Woche (= 25 Fans bei Basis von 1000 Fans).
  • Die bes­ten 10% der unter­such­ten Sei­ten wach­sen mit mehr als 2,2% pro Woche.
  • Bran­chen mit über­durch­schnitt­li­chen Wachs­tums­ra­ten sind Ernäh­rung, Alko­hol und Finan­zen. Dabei haben Finanz-Sei­ten den höchs­ten Pro­zent­satz mit 0,9% pro Woche.
  • Wobei bei Finan­zen die Enga­ge­ment-Rate mit 0.2% nicht sehr hoch ist.
  • Ansons­ten gilt: Je höher die Enga­ge­ment-Rate ist, des­to höher das Wachs­tum. (= durch­schnitt­li­che Anzahl an Likes, Kom­men­ta­ren und Sha­res pro Tag geteilt durch die Anzahl an Fans.)
  • Grö­ße der Fan­page unbe­deu­tend: Eine Fan­page mit mehr als 5 Mil­lio­nen Fans hat im Schnitt ein Wachs­tum von 0,57% — ver­gli­chen mit dem Wachs­tum von den kleins­ten Sei­ten mit 0,63%, ist es weni­ger, aber nicht erheb­lich weni­ger.
  • Fazit: eine Kom­bi­na­ti­on aus Inter­ak­ti­on und Wachs­tum ist der bes­te Weg

Das sind nur die wich­tigs­ten Aus­schnit­te, um eige­ne Zah­len schnell ver­glei­chen zu kön­nen. Die kom­plet­ten Ergeb­nis­se der Stu­die gibt es hier — mehr noch — dort kann man schnell und ein­fach die Wer­te für die eige­ne Sei­te über­prü­fen las­sen und mit dem Wett­be­werb ver­glei­chen.

Bild kli­cken für die vol­le Info­gra­fik von Fan­page­kar­ma:

infographic_Fanpagekarma_Wachstum_Facebook_Fanseiten

Bild­quel­le: Screen­shot aus der Info­gra­fik der Stu­die

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One Reply to “Wieviel Fanwachstum ist normal?”

  1. Sehr auf­schluss­rei­cher Arti­kel. Gefällt mir, dass zu den Per­for­mance-Indi­ka­to­ren auch der Kon­text gelie­fert wird.

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