Die Zeit hat sich die Nutzung der verschiedenen Medien (PDF) über die Zeit mal genauer angeschaut. Da lohnt es, noch genauer hinzuschauen. Ich habe persönlich noch nie eine so gute Übersicht der Medien zueinander gesehen. Geschweige denn über Jahrzehnte hinweg. Also bitte erst anschauen, dann weiterlesen.

Spannend:

Das mag für viele nicht das Erste sein, aber ich finde das Image der Medien viel wichtiger, als z.B. die Reichweite oder die Art der Nutzung:
Radio ist vor allem „locker, ungezwungen und sympatisch“. Das liegt wohl vor allem an den Moderatoren des letzten Jahrzehnts. Fernsehen belegt fast alle Werte, mit einem echten Schubser nach oben für „Unterhaltsam“. Wenn die Markenwerte jedoch „modern, unabhängig, informativ und vielseitig“ sind, sollte der Maßnahmenschwerpunkt bei Online liegen.

Die Nutzungsmotive aller Medien orientieren sich am Fernsehen. Auffällig ist „Aus Gewohnheit“ beim Radio. Für die Zeitung dürfte „mitreden können“ ein starkes Motiv sein. Beim Internet sind „sich informieren“ und „macht Spaß“ auffällig gleichgewichtet. Interessant finde ich jedoch die hohe Gewichtung von „Nützliches für den Alltag erfahren“. Das dürfte durch das Social Web nochmal weiter nach oben gehen.

Die Reichweiten sind nicht weiter überraschend, oder wie dieser Twit so schön sagt: „Ohne TV geht nichts.“ Jedenfalls wenn die Marke die Reichweite braucht. Womit wir aber schon bei der Kritik wären.

Kritik

Das Problem zeigt dieser Satz aus der Infografik „Und trotz Internet wird nicht weniger ferngesehen.“. Wieso trotz? Was sollte beides miteinander zu tun haben? Die „Denke“ ist halt immer noch, das Internet, das ist so ein neuer Medienkanal. Entweder schau ich fern, oder ins Internet. Was ja völliger Quatsch ist. Ich kann ja auch im Internet fern sehen. Eigentlich die ganze Zeit. Wenn man sich mal überlegt, wo manche Webseiten gehostet werden, ist das oft sogar ziemlich fern.
Will sagen, der Reichweitenvergleich ist Unsinn. Viel wichtiger ist doch, was ich mit einem Medium mache. Und das Internet ist so ziemlich alles mögliche, aber kein Medium. Als ob wir jemals so lange vorm Rechner sitzen würden, wie vorm Fernseher. Was ja das echte Problem zeigt. Wer vorm TV abhängt, ist inaktiv. Dabei kann man doch so viel Schönes machen. Draussen im Wald zum Beispiel.

Besser geeignet ist doch der Vergleich, der überaus spannende Vergleich, der inflationsbereinigten Preise verschiedener Medien. Der zeigt, daß Zeitung immer teurer geworden ist (darüber jammern die Verlage nicht so oft), während die Nutzung elektronischer Medien immer billiger wurde. Das Internet ist eben eine Infrastruktur und kein Medium, wie die Zeitung. Die Kosten sind dann perfekt, wenn es umsonst ist, so wie Straßen, Wasser, Luft. Aber das wird schon noch.

Die Infografik direkt bei der Zeit oder hier als Download.

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