Kri­sen­zei­ten sind Zei­ten der Offen­ba­rung, weil Unter­neh­men sich exakt über­le­gen, was sie mit dem Geld anfan­gen, das Ihnen gege­ben ist. Wer­be­gel­der kön­nen schnel­ler gestri­chen wer­den, als z.B. Per­so­nal– oder Maschi­nen­kos­ten. Sie sind höchst liquide.

Ver­kauf vs. Image

Eine alte Weis­heit sagt, daß man nir­gends schnel­ler Markt­an­teile erobern kann, als in der Krise. Aber dafür braucht man eine Kriegs­kasse, die vor allem im Mit­tel­stand sel­ten gege­ben ist. Eine aktu­elle Über­sicht zu den Wer­be­aus­ga­ben zeigt dann auch, daß nur die wenigs­ten Unter­neh­men in der Lage sind, anti­zy­klisch in Wer­bung zu inves­tie­ren. Die klas­si­schen Aus­ga­ben sind schnel­ler gefal­len, als vor­her ver­mu­tet wurde, so eine Stu­die von Zeni­th­op­ti­me­dia, die in den FAZ Blogs ver­öf­fent­licht wurde.

Ent­wick­lung der Wer­bung 2009 (via FAZ + zenithoptimedia)

Online-Video-Werbung als Chance

Die glei­che Ent­wick­lung kön­nen wir im Bereich der Inter­net– Wer­bung beob­ach­ten. Klas­si­sche For­men der Online-Werbung, wie Rubri­ken­an­zei­gen und Ban­ner­wer­bung sin­ken im Volu­men, wäh­rend Such­ma­schi­nen– und damit Key­word– Wer­bung wei­ter zulegt. Den­noch sind nach dem star­ken letz­ten Jahr (Wachs­tum um 25 Pro­zent auf 3,65 Mil­li­ar­den Euro) auch in der Online-Welt die Zuwächse zum ers­ten Mal seit lan­gem “nur” einstellig.

Das mag sich aus der gene­rel­len Ent­wick­lung erge­ben. Viele Unter­neh­men muss­ten bei star­ken Umsatz­rück­gän­gen sofort han­deln und haben u.a. auch im Bereich Online gespart.
Auf der ande­ren Seite zei­gen die Zah­len aber auch einen Trend hin zur Effi­zi­enz. Diese wurde seit Jah­ren von den Onlinern in der Mit­tel­punkt der Vor­teile von Online– Wer­bung gestellt — und Effi­zi­enz bedeu­tet Verkauf.

Am schnells­ten wächst dabei der rela­tiv neue Bereich der Online– Video­wer­bung. Betrach­tet man aller­dings Ihren Gesamt­an­teil an den Inter­net– Werbe– For­ma­ten, wächst Video nur um 1% auf ins­ge­samt 3%.
Das ist vor allem des­we­gen schade, weil gerade der Mit­tel­stand von dem For­mat pro­fi­tie­ren könnte. Betrach­tet man Online– Video eher wie Google– Text Anzei­gen, wird deut­lich, daß effek­ti­vere Wer­bung auf anspre­chen­dem Niveau mach­bar ist.

Ent­wick­lung der Inter­net­wer­bung nach For­ma­ten 2009

Affi­liate gewinnt

Dabei kann Affi­liate– Mar­ke­ting um 14% zule­gen und liegt mit an der Spitze der Online– For­mate. Stär­ker kann man der­zeit “Ver­kauf” nicht umset­zen. Affiliate-Anbieter wer­den direkt nach Ver­kaufs­pro­vi­sion bezahlt und bie­ten somit ein sehr attrak­ti­ves Ange­bot, das zudem starke posi­tive Ein­flüsse auf das Such­ma­schi­nen­mar­ke­ting hat. (Ein gutes Bei­spiel kommt aus dem Bereich Video, wo Affi­liate– Mar­ke­ting (in einem Test) die berühmte “Web­cam– Julia” an die Spitze der Video­netz­werke getrie­ben hat.)

Cross­me­dia als Verkaufskanal

Im Gegen­satz zur moder­nen Ent­wick­lung der Kom­mu­ni­ka­tion, in der Cross­me­dia zur ganz­heit­li­chen Posi­tion der Marke ein­ge­setzt wird, fal­len also die mit Abstand meis­ten Unter­neh­men in der Krise in den Ver­kauf zurück. Wäh­rend die meis­ten Ban­ken der­zeit kom­mu­ni­ka­tiv kaum auf­fal­len, schal­ten die Auto­bauer, getrie­ben von der Abwrack­prä­mie, auf­fal­lend viel Verkaufs-Werbung. Dabei sehen wir zwar viel inte­grierte Kom­mu­ni­ka­tion, also das Sen­den der glei­chen Bot­schaft auf vie­len Kanä­len, aber kaum ech­tes Cross­me­dia, also die Nut­zung der vie­len Medien im Rah­men eines inhalt­li­chen Kon­zep­tes. Wahr­schein­lich müs­sen wir dar­auf noch etwas war­ten — bis zum Beginn einer neuen Konjunktur.

Das am meis­ten miß­ach­tete Wer­be­me­dium ist dabei — nicht das Inter­net -, son­dern wie immer das Radio.

Ent­wick­lung Wer­be­me­dien 2009
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