Die Ambiente 2011, die größte Konsumgütermesse der Welt und Leitmesse der Branche, ist mit beachtenswerten Zahlen zu Ende gegangen. Zugleich zeigen sich Trends, die auch in anderen Bereichen wichtig sind.

StarkMarkt

Der Besucherzuwachs von über 10% zeigt die wieder starken Märkte. Nichts ist so dicht am Geldbeutel der Bevölkerung wie der Lifestyle- Konsumgütermarkt.  Die Produkte aus den Bereichen Dining – Living – Giving kann man kaufen, muss aber nicht. Sie sprechen meist frei verfügbares Einkommen an. Bedenkt man, daß Händler meist kurzfristig entsprechend der Stimmungslage entscheiden und Ihre Liquidität eher eng behandeln (man könnte auch „schwäbisch“ sagen), ist die Ausgabefreudigkeit der Konsumenten wieder hoch. Ein starkes Signal an alle B2C Märkte.

Glokalisierung

Ich denke, man kann sagen „global wird lokaler“. Der Anteil der ausländischen Besucher liegt bei fast 50%. Das bedeutet, daß wir im mittleren bis oberen mittleren Segment von einem gemeinsamen Markt sprechen können. Dabei holen vor allem die Länder aus der „zweiten und dritten Reihe“ stark auf. Die Nivellierung der Märkte hat begonnen. Die Unterscheidung zwischen Lieferanten- (China, Indien etc.) und Konsumentenländern nimmt immer weiter ab.

Einkäufer: Top Ausland

China               +  55,0 %
Polen                + 23,5 %
Niederlande      + 16,0 %
Frankreich        + 15,5 %
USA                  + 11,2 %
Schweiz           + 10,3 %

Einkäufer: Top Zuwächse Ausland

Singapur           + 88,1 %
Südkorea          + 45,0 %
Libanon            + 41,3 %
Bulgarien          + 36,4 %
Ukraine            + 27,0 %
Hongkong        + 24,9 %

DualTrend

Mein Lieblingsmessestand war der Bereich Landhaus von Villeroy & Boch. Dort wurde die neue Reihe Farmhouse Touch von Stefanie Hering in einem schlichten Landhauszimmer präsentiert. Die Stimmung war komplett auf das einfache Leben mit und in der Natur reduziert. Harmonie pur. Der Höhepunkt war ein mit leichten Strichen gezeichneter Backofen, in dem ein echter Ofen versteckt war und die herrlichsten Kekse von einer netten „Oma“ gebacken wurden. Die Wachstumszahlen der Zeitschrift „LandLust“ und die enormen Zuwächse Allgäuer Produkte oder mit bayrischen Symbolen veredelter Waren zeigen das Bild: Nicht-Urbane-Ruheräume, mit deren Symbolen leicht kindlich gespielt werden darf.

Der zweite wesentliche Trend zielt in die gleiche Richtung: Minimalismus. Dieser liegt aber schwer in der klassischen Moderne. Wenige Materialien im Mix, streng verarbeitet. Insgesamt weniger Produkte im Set. Man reduziert sich auf das absolut notwendige, daß dann aber hochwertig und langlebig sein soll. Im Ergebnis haben wir dann die urbanen Ruheräume.

Damit verstärkt sich eine lange Entwicklung hin zu ruhigen Räumen mit Freunden. Das Cocooning ist in seiner dritten Phase angekommen. Vom Ich, über das Wir aus dem Ich, zum ausgebauten Wir-Raum. Dieser im übrigen zwischen drinnen (Wohnung) und draussen (Garten) harmonisiert. Die Natur bildet den Rahmen. Der letzt Ort, wo die postmoderne Gesellschaft Ruhe findet. Zurück zu den Wurzeln. High Touch, high Tech.

Quellen: EVL und Mut[L]abor

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