Community & Marketing 2.0 Summit 2009 in Hamburg

Für den Sum­mit (defi­niert in etwa als ein Kon­gress von Vor­den­kern), wur­den die The­men Com­mu­ni­ty Manage­ment und Mar­ke­ting 2.0 zusam­men­ge­legt. Bei­des durch­zieht das The­ma Enga­ge­ment [engl.], ein Begriff der am bes­ten mit Bin­dung und Dia­log über­setzt wird. (Ach­tung: das deut­sche “Enga­ge­ment” heisst auf eng­lisch “com­mit­ment”.)

Damit kön­nen die bei­den Slots der Kon­fe­renz ein­ge­teilt wer­den in a) eige­ne Com­mu­nities auf­bau­en und orga­ni­sie­ren und b) Mar­ken­füh­rung in eige­nen & frem­den Com­mu­nities. Com­mu­nities sind im wesent­li­chen Markt­plät­ze, nur nicht lokal, son­dern the­ma­tisch oder sozi­al loka­li­siert.

Die Bei­trä­ge des ers­ten Tages waren alle­samt hoch­ka­rä­tig, wie es sich für einen Sum­mit gehört. Die Ath­mo­sphä­re war pro­fes­sio­nell / humor­voll.

Der Höhe­punkt war der Vor­trag der Fidor AG mit Ihrem Com­mu­ni­ty Ban­king Pro­jekt: Ban­king mit Freun­den. Ich sehe nichts, was nicht sehr gut umge­setzt wur­de. Mei­ner Mei­nung nach kann man der “Bank neu­en Typus” jetzt beim Wach­sen zuse­hen. Im Sin­ne einer “Dis­rup­ti­ve Tech­no­lo­gy” wur­de das Ban­king im gemäß moder­ner Para­dig­men neu erfun­den. Wei­ter­hin ist die Fidor AG mit 10 MIt­ar­bei­tern im Bereich Bank auch ein Bei­spiel für den per­fek­ten Ein­satz von Web­tech­no­lo­gi­en im Mit­tel­stand, weil Pro­dukt, Ver­trieb und Kom­mu­ni­ka­ti­on im Mar­ke­ting inte­griert umge­setzt und an die Tech­no­lo­gi­en ange­passt wur­den.

Spannend auch Sony Music:

- Auf­bau eige­ner Künst­ler- Com­mu­nities, weil z.B. MyS­pace zu wenig Funk­tio­nen hat
— Enor­mer Feed­back nach Ein­füh­rung, weit mehr als erwar­tet
— Nut­zer wer­den auf Fan­mis­sio­nen geschickt, z.B. Fly­er ver­tei­len, bewer­ben sich dafür
— Inhal­te, die nicht “poli­ti­cal cor­rect” sind (z.B. Avril Lavi­g­ne fällt besof­fen aus einem Lon­do­ner Club), wer­den von den Nut­zer ein­ge­stellt und sind damit nicht auto­ma­tisch von der Plat­ten­fir­ma aut­ho­ri­siert
— Extras für Com­mu­ni­ty- Mit­glie­der (Mehr­wer­te): Rei­se zum Sound­check bei DSDS oder Pre­mi­um Con­tent, je nach Musi­ker- Typ, um die Nähe zu gewähr­leis­ten
— rea­le und auch durch­aus uner­war­te­te Markt­for­schungs­er­geb­nis­se, z.B. das Avril Lavi­g­ne Fans viel Bushi­do hören
— 6 Mill. Page Impres­si­ons auf der Fan­sei­te EINES Künst­lers; Spit­zen­plät­ze bei Goog­le für die Inhal­te
— Anga­be der PLZ ist frei­wil­lig — wird aber trotz­dem gege­ben, um auf der Goog­le Map zu erschei­nen
— Unter­schied zu Face­book: viel mehr Nähe zum Künst­ler = Pre­mi­um- Con­tent –> Aus­sa­ge Sony: alle Com­mu­nities wer­den einen Face­book- Log­in anbie­ten, das bedeu­tet für die Ent­wick­lung der Com­mu­nities: Face­book = Soci­al Graph, drum­her­um kul­tu­rel­le gepräg­te Com­mu­nities
— Funk­ti­on zur Selbst­re­ge­lung der Inhal­te (soz. Tech­no­lo­gie): z.B. wenn meh­re­re Nut­zer einen Bei­trag mel­den, wird er gesperrt

Stabilo:

- Ansatz: pas­sen­des The­ma fin­den: Car­toon- Com­mu­ni­ty = Too­ni­ty
— Comic- Gene­ra­tor, prof. Zeich­ne­rin­nen, Zei­chen­kur­se als indi­vi­du­el­les Trai­ning für MIt­glie­der etc.
— Aus­sa­ge: Mehr­wert statt Wer­bung”
— Crowd­sour­cing über ziel­grup­pen-affi­ne Platt­for­men wie Hab­bo oder Akti­on mit Bra­vo
— Nut­zen für das Unter­neh­men: Wis­sen, Mar­ken­bot­schaf­ter, lang­fris­ti­ge Kon­su­men­ten­be­zie­hung (nicht meß­bar), gerin­ge­re Fluk­tua­ti­on zum Wett­be­werb
— Next: Custo­mer Based Inno­va­ti­on
— 10.400 MIt­glie­der

Fressnapf:

- über 200.000 MIt­glie­der
— Glücks­griff: meh­re­re tau­send Bei­trä­ge nach einem Monat, über­rollt wor­den
— Inter­net in Unter­neh­men immer noch “unter­be­lich­tet”
_ Fress­napf von 30 auf 330 Mit­ar­bei­ter (nur in der Zen­tra­le) gewach­sen
— Aus­sa­ge: heu­te ging das nicht mehr [Anm.: ein Pro­jekt in die­ser Art so ein­zu­füh­ren], damals war das Unter­neh­men mehr Unter­neh­mer- getrie­ben
— Aus­sa­ge: Com­mu­ni­ty Mar­ke­ting immer unvor­her­seh­bar — aber nie nega­tiv
— wur­de bis­her eher nicht als Mar­ke­ting- Com­mu­ni­ty genutzt, wür­den die Leu­te auch nicht akzep­tie­ren. Das es Fress­napf ist, wis­sen die Leu­te sowie­so, erwar­ten aber fai­ren Umgang, Shop ab Okto­ber
— super Erfolg mit eige­ner Wäh­rung “Tat­zen” — Pro­blem: muss­te zum Frust der User ent­wer­tet wer­den (Tat­zen kön­nen auch gespen­det wer­den oder für als Wäh­rung für den “Gim­mick- Shop”)
— Pro­ble­me (unzu­frie­de­ne Kun­den) lan­den umge­hend im Forum; das muss gewollt und orga­ni­siert wer­den; in 8 Jah­ren nur drei kri­ti­sche Fäl­le
— 10% sehr aktiv, davon 10% “die den gan­zen Tag drin sind”
— umge­hen­des Feed­back bei Pro­ble­men, bis zu 10.000 Ant­wor­ten inner­halb von Stun­den
— “Learning by Doing” + “Tri­al & Error”

Community & Marketing 2.0 Summit 2009 _ProgrammEngagement Advertising

Da ich das Panel gelei­tet habe, konn­te ich mich nur tlw. auf die Inhal­te kon­zen­trie­ren. So viel jedoch:
Die wich­tigs­te Erkennt­nis in die­sem Bereich: im Gegen­satz zur klas­si­schen Wer­bung, haben wir es hier mit Kun­den zu tun, wel­che die Kam­pa­gne aktiv wol­len — anstatt sie aus­zu­blen­den.  Das kann man wohl einen Para­dig­men­wech­sel nen­nen, der ins­be­son­de­re in der Krea­ti­on zu berück­sich­ti­gen ist.
Die wich­tigs­te Eigen­schaft, die von Agen­tu­ren gefor­dert wird: Geschich­ten erzäh­len kön­nen, so der GF von Stu­di­VZ. Zudem reicht nicht die Mar­ke selbst, son­dern es muß ein sehr kon­kre­tes The­ma für die Sei­ten und Wer­be­mit­tel gefun­den wer­den, so der GF von MyS­pace.
Wenn man die pas­sen­de Com­mu­ni­ty zur Mar­ke fin­det — und das hat wie­der­um viel mit dem The­ma zu tun — ist der Erfolg über­wäl­ti­gend, so die GF einer Nest­le- Mar­ke über Ihr Enga­ge­ment in einer Com­mu­ni­ty. Zudem las­sen sich die Erfah­run­gen sehr gut in PR und klass. Wer­bung nut­zen.

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