Werbung und das Internet der Dinge

Zugegeben, hier geht es um Zukunft. Martina Pickhard, @PickiHH, hatte 
auf einen Zeithorizont von 10 Jahren hingewiesen. Jedoch nur auf den 
ersten Blick. Der Beitrag erfasst auch viel Vergangenheit und Gegenwart 
und kann vlt. helfen, sich nicht zu verlaufen, wenn es um Marken und 
das Internet geht. 

In Teil eins ging es zunächst um Wer­bung an sich, nun also zum zwei­ten Teil des Zita­tes: “The Inter­net of things will be not about adver­ti­sing.” (sie­he Teil 1)

Zunächst also: “Das Inter­net der Din­ge” ist ein recht unzu­ver­läs­si­ger Begriff. Pas­sen­der scheint mir das “Outer­net” der Zukunfts­ent­de­cker von Tren­dO­ne. War­um? Weil das Wesens­merk­mal die­ser Ent­wick­lungs­stu­fe des Inter­net nicht die Din­ge sind, son­dern der Anschluß der “Aus­sen­welt”, auch als Rea­li­tät bekannt, an die Innen­welt der Ser­ver. Es geht auch nicht um die Din­ge selbst, son­dern Ihre Zustän­de und wie die­se mit unse­ren Akti­vi­tä­ten und sich selbst ver­bun­den sind.
Zudem soll­te man die “Inter­nets” nicht tren­nen, wie es im “Inter­net der Din­ge” durch­scheint. Als ob es anders wäre, als das Inter­net der Infor­ma­tio­nen und Medi­en. Das Inter­net ist ein Netz­werk der Netz­wer­ke. Alles wird digi­tal, zwei­te Stu­fe, sozu­sa­gen.
Der Ver­such, die­se bei­den Inter­nets von­ein­an­der zu tren­nen, ist ein star­ker Hin­weis, auf ein Miss­ver­ständ­nis des Net­zes selbst. Als ob die Ent­wick­lung voll­kom­me­ner Ver­net­zung unse­rer Erde, auch nach Mil­lio­nen von Bil­dern mit um den Glo­bus krei­sen­der Teil­chen, immer noch nicht ange­kom­men ist.

Outernet_Thesen_zum_Marketing_Realitaet
aus “THE OUTERNET Say hel­lo to the wild world web!” White Paper von Tren­dO­NE und Pro­xi­mi­ty Ger­ma­ny

Des­halb noch eine Vor­be­trach­tung: vie­le Betrach­ter des Inter­net, betrach­ten typi­scher­wei­se nur die Ihnen bekann­te Ebe­ne. Das macht die Betrach­tung zu einem Aus­schnitt. Dumm nur, daß es sich um ein Meta-Sys­tem han­delt (Netz­werk der Netz­wer­ke), wes­halb die Aus­schnit­te zu schlech­ten Lösun­gen füh­ren. Die Sicht auf eine Ebe­ne ver­hin­dert das Ver­ständ­nis der Zusam­men­hän­ge, wenn die Ebe­nen auf­ein­an­der auf­bau­en. Die Viel­zahl schlech­ter Bei­spie­le kann ein Mensch unmög­lich auf­lis­ten, dar­um sei­en nur die Ver­la­ge genannt, die wie irr aufs Papier und die Wer­bung schau­en und dadurch über­se­hen, was “dis­rup­tiv” wirk­lich meint.

M.a.W., das Inter­net hat vie­le Schich­ten und das Outer­net berührt die­se Schich­tung nicht wesent­lich, fügt nur wei­te­re Objek­te dem gro­ßen Raum der Netz­wer­ke hin­zu.

Des­halb muss man, damit das Zitat wahr wird, den zen­tra­len Satz in zwei Tei­le tei­len: 1. das Inter­net der Din­ge und 2. not about advers­ti­sing. zu 1. Ver­ste­he ich das Inter­net der Din­ge als tech­no­lo­gi­sche Infra­struk­tur ver­netz­ter Sen­so­ren die an Din­gen hän­gen, hat das erst­mal wenig mit Adver­ti­sing zu tun. zu 2. Ver­ste­he ich Adver­ti­sing als flä­chen­de­cken­de Ver­tei­lung mög­lichst lau­ter Aus­sa­gen, hat das wenig mit Adver­ti­sing zu tun.

Outernet_Thesen_zum_Marketing_Werbung
aus “THE OUTERNET Say hel­lo to the wild world web!” White Paper von Tren­dO­NE und Pro­xi­mi­ty Ger­ma­ny

Ver­ste­he ich aber bei­des anders, sub­stan­ti­el­ler (sie­he Teil1), muss ich Mar­ti­na Recht geben und die­ser Satz hat “durch­aus das Poten­zial, in die größ­ten Inter­net-Irr­tü­mer des Jahr­zehnts ein­zu­ge­hen.”
Denn ob nun Inter­net der Din­ge oder Outer­net, die Ent­wick­lung beschleu­nigt die Ver­net­zung und Ver­da­tung unse­rer Welt. Wenn Wer­bung wie­der­um zu Bran­ding wird, schafft es Sinn und Bedeu­tung für die Kun­den und Mit­ar­bei­ter. Die neu­en Mög­lich­kei­ten zu guter Wer­bung sind beein­dru­ckend, wenn man die grund­le­gen­den Ände­run­gen ver­stan­den hat. Dann wird Wer­bung zu einem Ser­vice, der Kon­tex­te berück­sich­tigt.

Stim­mun­gen wer­den Teil der Wer­bung, die durch­misch­ten Rea­li­tä­ten der Kun­den kön­nen berück­sich­tigt wer­den, wei­ter stei­gen­de Trans­pa­renz  wird das Mar­ke­ting erden. Vor allem aber: Mar­ken haben die Mög­lich­keit, noch deut­lich dich­ter an Ihre Fans her­an­zu­rü­cken, Teil des Lebens Ihrer Kun­den zu wer­den.

So abwe­gig ein Ver­gleich zwi­schen Wer­bung und Inter­net der Din­ge zunächst scheint — so vie­les davon kön­nen wir heu­te schon beob­ach­ten. Mar­ken stif­ten Mehr­wert: im Inter­net der Din­ge ste­cken unge­ahn­te neue Mög­lich­kei­ten für Mehr­wer­te. Oder wie Tren­dO­ne und Pro­xi­mi­ty es aus­drü­cken: “Hand­lungs­emp­feh­lung: You have to get bet­ter in belie­ving the impos­si­ble!”

Bild­quel­len:
Bei­trags­bild vom Real-World G-Lab im Ver­bund der Ger­man-Lab Initia­ti­ve des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Bil­dung und For­schung (BMBF)
Illus­tra­tio­nen aus dem PDF zum Outer­net von Tren­dO­ne und Pro­xi­mi­ty

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