Nein, Content Marketing ist nicht tod, wird nicht sterben und auch sonst soll die Überschrift nichts gegen Content Marketing sagen. Im Gegenteil. Es geht um Entwicklungen, Trends, Dinge, die ein Weilchen bleiben – aber die sinnvoll aufeinander aufbauen.

Natürlich ist es nicht leicht, Trends vorherzusehen. Aber es gibt einen Trick. Die großen Wellen im Internet wurden immer von einem „Warum“ gefolgt. Zuerst gab es also ein „Was?“, die nächste Welle beantwortete dann das „Warum?“, bis das Warum wieder zu einem Was wurde. Beispiele:

Trendwellen im Internet bisher – so bauen sie aufeinander auf

Am Anfang war das Internet selbst ein Trend, das Was? („Na das Internet!“) Etliche fanden es cool, ganz im Sinne des „weil ich es kann“. Die Meisten aber fragten: und wozu?
Dann kamen sie, die ersten (massentauglichen) Anwendungen, also die Antwort auf die Frage „Wozu soll das gut sein?“, was ja auch meint: „Warum (soll ich das tun?“). Netscape machte das Web durchsuchbar, Yahoo bündelte Inhalte – Informationen finden also. (Vielleicht wurde eMail deshalb nicht als „Internet“ wahrgenommen?)

Dann das Web 2.0 – Daten als das neue Öl, die Einsicht, daß das Internet so viel mehr ist, als Texte. Aber wozu die ganzen Daten? Was macht man damit? Na klar,  Social Web, mit Blogs, die das „Informationen finden“ endlich um das „Informationen erstellen“ ergänzten, sozusagen das „MS Word“ des Internet, Twitter und Facebook, die das „Warum?“ mit Kommunikation, also Austausch beantworteten. Und so weiter. Alle diese Anwendungen vernetzen Daten in Echtzeit, um Ihre Services anzubieten.

Und nun wieder der zweite Strang: Uber und AirBnB, die höchst bewehrtesten StartUps derzeit, die Daten und Social Web nutzen, um das Internet mit der realen Welt zu verbinden.

Customer Experience (CX) ist das Warum der Content Strategie

Nun also Customer Experience (CX). Warum sollte das ein ebenso starker Trend im Marketing werden, wie sich Content Marketing gerade dazu mausert? Weil es das Warum des Content Marketing ist.

Content Marketing hat viel mit Multi-Medien-Channel zu tun. Das richtige Verteilen der richtigen Inhalte auf die vielen, vielen Medien da draussen. Gut organisiert und mit perfekter Wirkung. (Dazu in diesem Jahr mehr in meiner öffentlichen (und preiswerten) Seminarreihe.) Wer das erst einmal beherrscht – und dazu ist noch einige Arbeit notwendig – kümmert sich dann um die Optimierung der Content Strategie. Und dann? Dann kommt wieder die Frage nach dem Warum? Eine Antwort ist quantitativ, Effizienz, Reichweite, Bekanntheit, Aufmerksamkeit.
Die andere aber qualitativ – und damit der Schritt in die nächste Welle im Marketing: Wozu ist Content Strategie gut? Eine perfekte Antwort, meines Erachtens, ist die Customer Experiance. Wenn ein Unternehmen die Erlebnisse der Kunden verbessert, steigen alle relevanten Markenwerte: Bekanntheit, Sympathie, Verwendungsabsicht, Empfehlungsbereitschaft.

Das große Thema Storytelling weist den Weg: Es geht nicht nur um die Themen und Inhalte, sondern auch darum, wie Menschen Content erleben. Da die Vermittlung der Wirklichkeit heute viel stärker als früher und in permanenter Beschallung, mit steigenden Raten sogar unterwegs (räumlich mobil) oder in kleinsten Pausen (zeitlich mobil) über Medien stattfindet, haben Inhalte immer mehr mit dem Erleben selbst zu tun. Das befeuert sogar den Gegentrend NeoNature, weil der Wunsch nach Erleben sich auch im nicht-medialen Bereich, sozusagen im Hauptmedium der Vermittlung von Erlebnissen, der Natur, verstärkt.

Die Marketingpraktiker sagen ja

Adobe kümmert sich seit vielen Jahren verstärkt um das digitale Marketing. Forciert durch die Veröffentlichung Ihrer neuen Marketingsuite. In diesem Rahmen haben sie mittlerweile (wieder) Expertise zu den Entwicklungen in der digitalen Welt. Ihre aktuelle globale Studie ist für mich Anlass zu diesem Post und zeigt den Trend sehr gut.

6.000 Mar­ket­ing– und E-Commerce-Experten aus aller Welt platzieren Customer Experiance zur „most exciting opportunity“ der nächsten fünf Jahre. Alle anderen Themen, Mobil, Personalisierung, Data Driven, Social, Video, Multichannel u.s.w ordnen sich dem Thema harmonisch unter. Fazit: CX eignet sich zur qualitativen Vision im Marketing.

Anbei ein Ausschnitt aus der Infografik von Adobe. Die gesamte Grafik auf dem Blog von Adobe – dort auch die Möglichkeit zum (kostenlosen) Download der Studie:

Digital-Trends-2015-Customer_Experiance_Kundenerlebnisse

 

Bildquellen: alle Bilder aus der Infografik des Beitrages auf dem Adobe-Blog

Zum gleichen Thema

(Leser: 2.501)   Getagged mit
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Marke: Arten und Typen
Marke modern gedacht:
  • Soziale Werte & Konstrukte als Basis.
  • Differenzierung der Branchen und Ihrer Marken.
  • Markenstärke neu beschrieben.
Vortrag: Mobile Marketing
Die Präsentation hat drei Schwerpunkte:
  • BestOf der intern. Marktzahlen aus 9 Monaten 2011
  • Grundlagen: Wann lohnt sich eine App?
  • Überblick zu den Entwicklungen
Studie: B2B im Social Web
Die Studie beinhaltet:
  • vier ausgewählte Praxisbeispiele,
  • das wichtigste aus internationalen Studien und
  • Empfehlungen für B2B - Unternehmen.