Ges­tern hatte ich eines die­ser Erleb­nisse: plötz­lich kommt alles zusam­men und man ist an einem Ort, an dem man sich schon lange wähnt. Ich hatte einen Ter­min mit dem Geni­sis Insti­tute. Die­ses wurde von 9 Unter­neh­mer der (ech­ten) New Eco­nomy gegrün­det, wid­met sich dem Thema Social Busi­ness und bezeich­net sich selbst als “Think & Do Tank”. Letz­te­res fand ich sehr euro­pä­isch und sym­pa­tisch. Die Klas­si­ker in den USA sind ja “nur” Think Tanks. Gerade beim Social Busi­ness kann das “Do” aber kei­nes­wegs schaden.

SOCIAL BUSINESS — Der Para­dig­men­wech­sel von Cha­rity zu sozia­lem Unternehmertum”

Im Kern geht es darum, soziale Auf­ga­ben unter­neh­me­risch zu lösen, statt ein­zig über die Funk­tio­nen des Staa­tes. Die Pra­xis zeigt, daß damit soziale Pro­bleme bes­ser gelöst wer­den kön­nen und sich die Emp­fän­ger der “Hilfe zur Selbst­hilfe” deut­lich woh­ler dabei fühlen.

Ich wäre nicht ich, wenn mich das Thema nicht auch aus einer brei­te­ren Sicht inter­es­sie­ren würde. Mit dem Auf­kom­men der “social media” zeich­net sich ein Trend ab, den man eben­falls als social busi­ness bezeich­nen könnte. Jedes Geschäft wird sozial.

Um ein Bild zu zeich­nen: frü­her auf dem Dorf, und ich meine auch meine Kind­heit, kannte jeder jeden. Wenn im ört­li­chen Tante-Emma-Laden etwas fehlte, hat man das gesagt und nächste Woche war es da. Moch­ten andere das Pro­dukt eben­falls, wurde mehr geor­dert. So hat sich das Gesamt­an­ge­bot immer an den “sozia­len” Kreis der Kun­den ange­passt.
Wenn wir heute vom Longtail spre­chen und von Orga­ni­sa­ti­ons­for­men wie die Wiki­no­mics, dann ist das der glei­che Effekt. Die “sozia­len Kreise” sind viel­leicht etwas grö­ßer, aber die Kom­mu­ni­ka­ti­ons– und Mar­ke­ting­prin­zi­pien ähneln sich ver­blüf­fend. Unter­schied: das Geschäft ist technisch-medial unter­füt­tert und nur noch zum Teil “Face2Face”.

Das Mee­ting ges­tern bestä­tigte, daß das Thema wie von selbst die rich­ti­gen Leute anzieht. Auf einer Ver­an­stal­tung in Köln konn­ten alleine via Mund­pro­pa­ganda über 300 Unter­neh­mer begrüßt wer­den. Das Thema steht auf der Agenda. Ich denke, es wird unser Jahr­hun­dert bewe­gen und ist eine gute Gele­gen­heit, der For­de­rung nach sinn­vol­len Inhal­ten und Auf­ga­ben im Inter­net nachzukommen.

Auf der ande­ren Seite kön­nen gerade soziale Unter­neh­men, oder Unter­neh­men mit sozia­len Inhal­ten vom Web 2.0 pro­fi­tie­ren. Im Kern erwarte ich sogar mehr Ver­ständ­nis und Offen­heit, als bei ande­ren Unter­neh­men. Es gibt eben die­sen struk­tu­rel­len Zusam­men­hang zwi­schen sozial und social. Grund genug, daß Ganze zu unter­stüt­zen. Schön, wenn man Sinn und Geschäft mit­ein­an­der ver­bin­den kann. Auch Lust auf etwas Sinn­vol­les? Hier ent­lang.

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