Die 10 wichtigsten Medientrends — 1 Jahr danach.

Vor einem Jahr gab es in der W&V einen Über­blick zur Zukunft der Medi­en. Grund­la­ge war die Media Map 2015–2020” der Omni­com Media Group Ger­ma­ny + Aus­sa­gen von Tren­do­ne und dem Zukunfts­in­sti­tut. Zeit also, mal einen ers­ten Blick drauf zu wer­fen.

1. Die Übersicht der Trends und Stichworte zu Ihrem Inhalt:

  1. Mobi­le Revo­lu­ti­on (Mobi­les Netz, Mobi­le Wer­bung, Aug­men­ted Rea­li­ty + Media)
  2. Con­tent Tar­ge­ting (Inhal­te von Web­sei­ten in Echt­zeit für den Besu­cher zusam­men­ge­stellt.)
  3. Sim­pli­fi­ca­ti­on (Benut­zung wird ein­fa­cher, Steue­rung durch Spra­che, Berüh­rung etc.)
  4. Smart Empower­ment (Gren­zen zwi­schen Kon­su­ment und Pro­du­zent ver­schwim­men, Betei­li­gung.)
  5. Hyper­lo­ka­ler Jour­na­lis­mus (“Zei­tun­gen” aus dem Stadt­vier­tel neben­an.)
  6. Fast Frag­men­ta­ti­on (neue Kanä­le, Gerä­te, Wer­be­trä­ger, Online = Meta+Plattform + Trei­ber)
  7. Big Data (Macht aus Daten, Mar­ke­ting wird mess­ba­rer, Kun­de bestimmt Kon­takt­wert)
  8. Soci­al TV (Soci­al Web und TV ver­schmel­zen, noch sind 97% linea­re Nut­zung)
  9. Sil­ver Con­tent (Eige­ne Kanä­le, Medi­en und Inhal­te für die Gene­ra­ti­on über 50 Jah­re)
  10. Seam­less Media (Kanä­le wie­der ver­bin­den, z.B. Shop­ping + TV) 

2. Wie schauts aus?

i. Etli­che der Trends gehö­ren eher zum Mar­ke­ting, als zur Kom­mu­ni­ka­ti­on. Mit dem Begriff “Medi­en­trends” muss man also vor­sich­tig sein. Über­haupt kön­nen vie­le Behaup­tun­gen nur getrof­fen wer­den, weil das Inter­net als Medi­um bezeich­net wird. Das ist aber Unsinn. In der Fol­ge stim­men dann auch vie­le Sachen nicht. Ein auf­fäl­li­ges Bei­spiel: Soci­al TV. Da wird zwang­haft das TV in das Zeit­al­ter des Soci­al gehievt, beliebt die The­se der Par­al­lel­nut­zung von TV und Face­book / Twit­ter, obwohl das super super klei­ne Nische ist. Wenn man bedenkt, daß deut­lich grö­ße­re Krei­se You­tube für Soci­al genug hal­ten und den TV ein­fach nicht mehr besit­zen, könn­te man sehen, wo der Trend sitzt.

ii. Wenn man den avi­sier­ten Zeit­raum 2015–2020 sieht, kommt man ins Grü­beln. Mobil ist so gut wie durch. (“Aug­men­ted whatsoever” grund­sätz­lich frag­wür­dig, weil sel­ten sinn­voll umge­setzt.) Der Hyper­lo­ka­le Jour­na­lis­mus eher schon wie­der tot (auch, weil das The­ma völ­lig falsch ver­stan­den und ange­gan­gen wur­de). Sim­pli­fi­ca­ti­on fin­de ich klas­se — für alle Gerä­te, v.a. Wasch­ma­schi­nen — wenn auch nur einer im letz­ten Jahr bereits damit ange­fan­gen h#tte… Aber da steckt Poten­zi­al für die Zukunft drin. Wäh­rend Fast Frag­men­ta­ti­on ein Trend ist, der seit 20 Jah­ren mas­sivst sicht­bar ist. M.a.W. die Zeit­ho­ri­zon­te der Trends sind sehr unter­schied­lich, aber nicht gegen­ein­an­der gewich­tet, wie es z.B. der HypeCy­cle macht.

iii. Die Trends sind aber auch in sich nicht gewich­tet oder prio­ri­siert. Es ist doch eher so, daß das Inter­net aktiv genutzt wird, nicht wie TV — die­se akti­ve Nut­zung ist nun mit allen denk­ba­ren Medi­en­for­ma­ten mach­bar oder bald mach­bar. Eine Struk­tu­rie­rung der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­land­schaft nach Medi­en, wie sie noch in den 80ern denk­bar war, macht schon lan­ge kei­nen Sinn mehr. Genau­so wie das Pri­mat der (Mas­sen-) Kom­mu­ni­ka­ti­on im Mar­ke­ting nicht mehr zu hal­ten ist. Schon lan­ge nicht mehr.
Wer immer mehr vom Alten macht, obwohl die Zei­ten ande­re sind, muss sich nicht wun­dern, wenn die Effi­zi­enz gna­den­los sinkt. Und sinkt. Und sinkt. Und Black­ber­ry. Und Shut­down. So auch die Lis­te. Ganz schön ver­dreht. Ich wür­de eher von Mar­ke­ting­the­men und -phä­no­me­nen spre­chen, als von Medi­en­trends. Jeden­falls in die­sem Kon­text, der etwas wirr wirkt. In den nächs­ten Jah­ren wer­den wir mehr wis­sen.

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