Die Markenführung kennt wohl ein Mantra: Markenfans, begeisterte, ja enthusiastische Nicht-Nur-Käufer, sondern Gläubige, das ist das Ziel der Marke. Nun, das hat offensichtlich etwas mit Emotionen zu tun. Nicht jedermanns Sache. ABER! Selbst für Angsthasen gibt es eine Strategie – es muss nur zur Marke passen. Und wer kann uns das besser erklären, als eine waschechte Chief Fascination Officer. Sally Hogshead von der Firma Fascinate gibt hier die 7 besten Emotionstrigger bekannt:

  1. Trust
    Vertrauen schafft Vertrautheit, ein gutes Gefühl der Verbundenheit. Erreicht wird es durch permanente Redundanz. (Achtung: hier geht es nicht um Reputation, sondern um Gefühle, die Faszination auslösen.)
  2. Passion
    Emotionsgeladene Kommunikation in allen  Stilmitteln, um Emotionen in anderen auszulösen.
  3. Aufmüpfigkeit (Original: Rebellion)
    Nie stehenbleiben, auch keine Minute. Jeden Tag alles umschmeissen und anders machen. (Neu ist nicht so wichtig, Hauptsache anders als letzte Woche.) Der Status Quo ist der größte Feind der Marke, die mit diesem Trigger arbeitet. Und ich meine Feind. Nieder mit Gebrüll Löwe. (Weshalb mir „Aufstand, Rebellion“ bei Marken auch zu weit hergeholt wäre. Tja, die Amis)
  4. Unsicherheit (für Angsthasen)
    Es gibt einfach viele Leute die viel Angst haben. Auch die brauchen Marken,  die sie verstehen. Und dann gibt es noch Produkte, die immer mit Angst verbunden sind. Ihr wisst schon. Finanzmärkte und so. Aber ich glaube, hier springt Sally zu kurz. Zumal Siemens den Markenstil perfekt beherrscht (so wie viele andere deutsche Unternehmen auch:) „demonstrate efficient and practical solutions – zeige permanent wirkungsvolle und brauchbare Lösungen“. Denn die kommunizieren: bei uns bist du in sicheren Händen. Offensichtlich global ein guter Trigger.
  5. Power
    Der Trigger „Kraft“ wird durch Führung kommuniziert. Straffes Leadership, Autorität, stringente Ausführung – das kommuniziert Kraft in der Zielgruppe. Ein typisches Bild in der Politik bisher. Erfahrung gepaart mit Überzeugung und Einstehen, dazu ein fast „starkes“ Auftreten in der Kommunikation, so faszinieren Marken die Fans, die an Kraft glauben.
    Auch hier springt Sally nur in eine Richtung: die Kraft des Körpers. Aber Kraft kann auch aus Geist (Wissen, Expertentum) und Seele (starke Gefühle, Glauben, Überzeugung) kommen. M.a.W. neben der männlichen (und vielleicht amerikanischen) Interpretation des Wortes Kraft, gibt es noch die weibliche und jede Menge andere. Oder so gefragt: Ist „Kraft“ nicht im Wertekern jeder Marke? Gibt es dann die „eine“ Kraft?
  6. Mystik
    Marken mit einer mystischen Aura fragen ein bischen, deuten ein bischen an, reden nur ein bischen – aber lassen ganz viel im Unklaren: Fragen provozieren, ohne Antworten zu geben. Das eröffnet Spielräume für die Markenfans. Ihre Kreativität und Intuition schafft Räume voller Möglichkeiten und Geschichten. „Wie wird das iPhone 6 denn nun aussehen? Kann es wirklich Hologramme?“
  7. Prestige
    Marken mit Prestigefans verzichten auf Platin, Gold und Schischi. Prestige ist keine Optik, es ist auch hier ein (Über-)Lebensgefühl. Diese Marken verbessern sich permanent, haben die höchsten Ansprüche an sich selbst und stehen gekonnt zu Ihrem überragenden Erfolg. Damit geben sie aber auch die Standards in Ihren Branchen vor. Z.B. „Das Auto“ mit enorm viel „Freude am Fahren“, permanentem „Vorsprung durch Technik“, m.a.W. das „Beste oder Nichts“ ist in Deutschland schlicht ein Porsche.

 Bildquelle: GEO Reisecommunity – BILD 222 VON 703 – Faszination trotz Glasscheibe

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