Was ist eigentlich: eine Social Media Strategie?

Mich selbst ärgert, daß die meis­ten soge­nann­ten Stra­te­gi­en Maß­nah­men­plä­ne sind und nichts mit Stra­te­gie zu tun haben. Aber auch so gibt es unheim­lich vie­le Stra­te­gi­en in den Sozia­len Medi­en. Tac Ander­son macht dazu auf soci­al­me­dia­to­day lesens­wer­te Aus­füh­run­gen.

Eine Stra­te­gie für Unter­neh­men soll die ver­füg­ba­ren Res­sour­cen mög­lichst effi­zi­ent ein­set­zen. Dazu müs­sen die Bedin­gun­gen des Unter­neh­mens berück­sich­tigt wer­den, z.B. der Wett­be­werb, die Kun­den­struk­tur, die Stär­ken und Schwä­chen des Ange­bo­tes etc.
M.a.W. eine Stra­te­gie ver­bes­sert das Geschäfts­mo­dell des Unter­neh­mens.

Die Soci­al Media Stra­te­gie ist also Teil der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­stra­te­gie, die Teil der Mar­ke­ting­stra­te­gie ist, wel­che wie­der­um Teil der Geschäfts­stra­te­gie ist.
Damit muss sie zwei Din­ge leis­ten:

  • extern: sich in die Strategie(n) des Unter­neh­mens effi­zi­ent ein­fü­gen
  • intern: die Res­sour­cen im Bereich Soci­al Web effi­zi­ent orga­ni­sie­ren

Und weil das nicht gemacht wird, sto­ßen sich die meis­ten Stra­te­gi­en für Sozia­le Medi­en schon mit den Rea­li­tä­ten im Unter­neh­men. Die eine Sei­te sagt, was alles super wäre und die ande­re Sei­te weiß über­haupt nicht, wie sie das machen sol­len. Weil eben stra­te­gi­sche Gren­zen über­schrit­ten wer­den und die Arbeit bei den Schnitt­stel­len begin­nen müss­te.
Jedes Unter­neh­men ist anders und braucht auch eine ande­re Stra­te­gie. Da draus­sen wer­den aber stän­dig “One Fits All” Ansät­ze gepre­digt. Wie soll das gehen?

Was also die meis­ten Stra­te­gi­en nicht haben: “Orga­ni­za­tio­nal Align­ment”, also die Anpas­sung an das Unter­neh­men. Sie wol­len wis­sen, ob Ihre eige­ne Stra­te­gie taugt? Dann fra­gen sie mal danach.

Nun sind die Amis wei­ter, aber das heisst ja nicht, das die Ansät­ze hier nicht pas­sen. Aller­dings zeigt auch Tac nicht wirk­lich Stra­te­gi­en, son­dern eher die Soci­al Media Readi­ness der Unter­neh­men, Ihre Fähig­keit, Soci­al Media in die Geschäfts­pro­zes­se zu inte­grie­ren.
Genau das Pro­blem hat­ten wir beim Web 1.0 schon ein­mal. Also per se nix Neu­es.

Dem­entspre­chend zeigt er drei Stu­fen der stra­te­gi­schen Bereit­schaft:

1. Bolt On Strategy

Kurz: wir sind drin. Das ist eher eine Pha­se, als eine Stra­te­gie. Wenn­gleich wich­tig, um ers­te Erfah­run­gen zu sam­meln und letzt­lich fin­det bereits hier eine Anpas­sung an das Unter­neh­men statt. Falls vie­le ver­schie­de­ne Abtei­lun­gen mit Soci­al Media expe­ri­men­tie­ren, kann es aller­dings pro­ble­ma­tisch wer­den.

2. Optimizing your Social Media

Damit haben vie­le Unter­neh­men der­zeit begon­nen. Die wich­tigs­te Auf­ga­be ist es, kla­re Rol­len und Ver­ant­wort­lich­kei­ten im Unter­neh­men zu defi­nie­ren, die rich­ti­gen Res­sour­cen rich­tig ein­zu­set­zen, auf der Basis Pro­zes­se zu defi­nie­ren und umzu­set­zen, wel­che die vie­len ver­schie­de­nen The­men und Kanä­le jeder­zeit ope­ra­bel machen.
Hier geht es um vie­le inter­ne und extern Signa­le, man darf sich das nicht zu ein­fach vor­stel­len. Es nutzt auch nichts, die Signa­le schlicht zu igno­rie­ren.

3. Optimizing your business

Zunächst: Soci­al Media geht weit über Kom­mu­ni­ka­ti­on und Mar­ke­ting hin­aus. Es ist eine dis­rup­ti­ve Tech­no­lo­gie. Um Soci­al Media für das eige­ne Geschäft zu nut­zen, muss man ver­ste­hen, daß mit der Tech­no­lo­gie vor allem ein Kul­tur­wan­del ein­her­geht. Noch nicht ein­mal Face­book hat das Unter­neh­men für Soci­al opti­miert. Es ver­sucht klas­si­sche Geschäfts­mo­del­le anzu­wen­den, sie­he Wer­bung.
Unter­neh­men müs­sen ver­ste­hen, daß sich unse­re kol­lek­ti­ven und gesell­schaft­li­chen Bedürf­nis­se gegen­über 5 oder 10 Jah­ren zurück geän­dert haben.

Das Ziel sind gemein­schaft­li­che, pro­duk­ti­ve Bezie­hun­gen zu allen Sta­ke­hol­dern, das Ergeb­nis ist: mehr Ver­trau­en -> bes­se­res Wis­sen -> bes­se­re Ver­ar­bei­tung (z.T. in den glei­chen Sozia­len Medi­en)
Mit­hin bes­se­re Inno­va­ti­ons­pro­zes­se. Man kann es auf den Märk­ten beob­ach­ten: es geht schon nicht nur um Inno­va­ti­on, son­dern im expo­nen­ti­el­le Inno­va­ti­on. Die letz­te iPho­ne 5 Prä­sen­ta­ti­on hat es gezeigt. Es reich­te nicht, alle Tei­le des Han­dy zu ver­bes­sern, die Märk­te erwar­ten grund­sätz­li­che Inno­va­tio­nen. Erwar­tun­gen sind für die Repu­ta­ti­on, das Image, das Ver­trau­en in eine Mar­ke enorm wich­tig gewor­den.

Tac weisst noch dar­auf hin, daß natür­lich nicht jedes Unter­neh­men in die Stu­fe 3 muss. Etli­che sind noch nicht ein­mal für das Web 1.0 opti­miert. Aber die, die das schaf­fen, sind die neu­en Ama­zon, Goog­le und eBays unse­rer Zeit. Recht hat er.

Quel­len:
— Der ers­te Bei­trag zur Dis­kus­si­on, hier wird auch erklärt, was eine Stra­te­gie eigent­lich ist.
— Die wei­te­ren Aus­füh­run­gen von Tac zur Soci­al Web Stra­te­gie

Bild­quel­le: IBM-Media-4Busi­ness-Model

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