Radikale Innovation durch Twitter II

Haben Sie Ihr Geschäfts­mo­dell schon auf Twit­ter-Taug­lich­keit über­prüft?

Teil 2 der struk­tu­rel­len Ein­flüs­se durch Twit­ter auf Geschäfts­mo­del­le aus dem Havard Busi­ness Publi­shing.

  1. Schaltkreise schlagen Kanäle

    Twit­ter ist kein neu­er Medi­en­ka­nal, statt des­sen wer­den die alten Kanä­le neu ver­schal­tet. Man unter­hält sich nicht mit “Jeman­dem”, son­dern mit Vie­len gleich­zei­tig, die wie­der­um mit vie­len Ande­ren ver­netzt sind. “Twit­ter has drop­ped a neu­tron bomb of real-time feed­back into the heart of media.” Die Effi­zi­enz steigt, Mono­po­le lösen sich auf.

  2. Faulheit schlägt Geschäftigkeit

    Twit­ter (als Unter­neh­men), ver­sucht nicht hek­tisch, ein Geschäfts­mo­dell zu imple­men­tie­ren. Statt des­sen wird abge­war­tet und geschaut, wo Wer­te ent­ste­hen. Das Geschäft ist dafür oft zu geschäf­tig. Faul­heit meint: “Geschäfts­mo­del­le pas­sie­ren”.

  3. Öffentlichkeit schlägt Privatsphäre

    Wären Ban­ken durch Twitts (Twit­ter­nach­rich­ten) gesteu­ert wor­den, wäre der Crash nicht pas­siert. Ech­te Wer­te müs­sen sich nicht ver­ste­cken. Twitts kön­nen pri­vat sein, wenn sie es aber nicht sind, erzeu­gen sie kol­lek­ti­ve Mehr­wer­te.

  4. Chaos schlägt Ordnung

    Twit­ter ist chao­tisch — die Nut­zer kön­nen es auf vie­ler­lei Arten nut­zen, weil wenig vor­ge­ge­ben ist. Auf die­se Art sind Zusatz­funk­tio­nen ent­stan­den, die nicht mehr weg­zu­den­ken sind — von den Nut­zern, nicht durch Twit­ter selbst. Bei­spie­le sind Hash­tags “#”, die einen Twitt in einen Kon­text ein­ord­nen und bes­ser durch­such­bar machen oder Ant­wor­ten als “@” Replays.

  5. Gut schlägt Schlecht

    Ech­te Wer­te ent­ste­hen durch das Bemü­hen, bes­ser zu sein. Twit­ter hat nie ver­sucht, ner­ven­de Wer­bung zur Finan­zie­rung ein­zu­füh­ren. Statt des­sen ver­su­chen sie neue For­men von Wer­bung zu fin­den. Das wür­de nicht gelin­gen, wenn sie schon zu Beginn einen Pakt mit dem “Medi­en- Teu­fel” geschlos­sen hät­ten.

Mei­ner Mei­nung nach, sind es die­se struk­tu­rel­len Ver­än­de­run­gen, die Twit­ter inter­es­sant machen. Nicht zufäl­lig sind so vie­le Nut­zer in Deutsch­land aus der Medi­en­bran­che. Wer offen ist, spürt, daß Twit­ter das The­ma Kom­mu­ni­ka­ti­on anders defi­niert. Zugleich ist es als erfolg­reichs­tes Start­Up der letz­ten Jah­re auch ein Sym­bol für eine Ver­än­de­rung in den Märk­ten.
Vie­le Wer­te, die für das Inter­net typisch sind, fin­den sich auf einen Punkt gebracht in Twit­ter wie­der. Signs of the times.

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