„There has never been a better time for marketing.“ dieses und alle anderen Zitate sind von Tom Fishburne, Marketing Cartoons: „Marketing worth sharing

Man stelle sich nur die tiefe Ironie vor – ein Witzzeichner erklärt, wie Marketing heute geht.

„The best marketing doesn’t feel like marketing.“

Ok, er war u.a. Produktmanager und hat große Werbeetats verantwortet. Tom hat einer Reinigungsfirma zu enormen Wachstum verholfen. Aber dann begann er zu zeichnen und machte das später zu seinem Vollzeitjob. Aus vielen Zeichnungen entstand eine Keynote bei einem Google-Event. Fünf Tipps hat er für uns, die ich am Ende zu einem einzigen Tipp zusammenfasse.

Was nicht social ist wird nicht geteilt Word of Mouth erfolgreicher als Werbung die neue Welt der Markenkommunikation 

Tipp 1: Technology Can’t Save a Boring Idea (But It Can Accelerate a Remarkable Idea)

Spam und mobile marketingDie vielen Plattformen im Netz sind eins nicht: eine Einladung zu schwachem Content. Nur weil viele Leute „vor Ort“ sind, heisst es noch lange nicht, das sie mit Inhalten gequält werden wollen. Im Gegenteil. Was noch zu TV-Zeiten funktionierte, sagen wer man ist und wofür man steht, kann nicht einfach aus Social Web übertragen werden. Die Leute blenden die Werbung doch nicht aus, um sie in den Netzen wiederzufinden?
Gute Ideen haben hingegen endlich das, was sie verdienen: Medien, in denen sie schnell um die Welt wandern können.

Merke: Wenn die Idee „shareworthy“ ist, wird sie auch geteilt, nicht weil sie in „teilbaren“ Medien ist.
Apropos: hat schon mal jemand daran gedacht, was „eine Idee teilen“ eigentlich meint? Mal ganz unabhängig vom liken, twittern und plussen?

Tipp 2: It’s Not About the Brand

Brand Mission Statement falschIch weiß, das klingt jetzt hart, aber weiter unten gibt es Hoffnung. Bis dahin gilt für die allermeisten Marken: es geht nicht um Dich. Warum sollte eine Marke „shareworthy“ sein, wenn sie immer nur von sich spricht? Die Erzählung kennen wir doch schon. Warum sollten wir andere damit belästigen? Die kennen sie auch schon.

Es reicht mithin nicht, ständig zu posten, das man facebooked, das man gewittert hat, das es jetzt ein Bild auf Pinterest gibt, das man eine tolle Marke ist. Ok, wir wissen es. Nein, ich muss meinen Freunden schnell mal von Dingen erzählen, die sie noch nicht kennen und die wichtiger sind.

Merke: die Zeit der Ego-Brands geht vorbei.

Tipp 3: Preach To The Choir

Zielgruppen richtig bestimmenGroße Marken haben große Märkte. Am Anfang wissen sie noch, für wen sie mal was gemacht haben. Irgendwann werden die Zahlen so enorm, daß die Zielgruppe schlicht „alle“ ist. Das sagen die Zahlen. Nur das Zahlen nichts sagen. Niemand hat „alle“ als Zielgruppe, nicht einmal Produkte für alle.

„But these are the consumers like Sebastian own our brands, not the marketing teams.“

Die Kunst ist es, einen einzigen Kunden glücklich zu machen – und zu wissen, wer dieser Eine ist. Dann ist es Branding, alles andere ist nur Vertrieb. Je kleiner die Nische, in der man denkt, desto größer die Märkte, die man erreicht. Das ist das ganze Geheimnis des Branding. Wer es schafft, nur einen Menschen glücklich zu machen, macht die ganze Welt glücklich.

Merke: Klein denken und groß handeln.

Tipp 4: Don’t Be a One Hit Wonder

Falsches Virales MarketingMarken haben gelernt, alle Energie und Power und Geld in die eine Story zu stecken. Der eine Werbeclip, der alles auf den Punkt bringt. Wen wundert es also, daß exakt das Gleiche in den sozialen Medien Netzwerken versucht wird. Der Clip muss viral gehen, koste es, was es wolle. Wenn es nicht klappt, sind die Netzwerke Schuld. Dabei ist vielen nicht bewusst, das in jeder Minute ca. 50 Stunden Video auf Youtube geladen werden, von den Videos auf Facebook und Vine und so weiter ganz zu schweigen.

Aber selbst wenn – was wäre erreicht? Ein kurzer Glücksmoment in einem endlosen Stream weltweiten Contents. Wenn unsere Welt etwas nicht braucht, dann ist es mehr Content. Aber mehr Gehalt wäre nicht schlecht (Gehalt = engl. Content). Wenn Marken etwas nicht mehr brauchen, dann ist es ein Funken Aufmerksamkeit. „Ongoing“, fortwährend, das ist die Herausforderung. Ein permanenter AIDA- Strom die einzige Antwort auf die Realität. Das schafft man nicht mit Zielgruppen, das kann nur mit Communities gelingen. Follower ist ein spannendes Wort, wenn man seine Bedeutung nicht auf Klicks reduziert.

Merke: Es geht nicht mehr darum, Content zu produzieren.

Tipp 5: Make Your Customers Awesome

Types_of_Social_Media_StrategiesMarken sind keine Verbrauchsgüter. Produkte ja, Marken nein. Marken haben Werte, die sich nicht verbrauchen, sonst sind die keine Marken. Die Zeit, zu zeigen, wie toll eine Marke ist, das waren die 80iger und 90iger. Heute ist das Common. Wir haben von allem zu viel. Toll sein ist Vorraussetzung, kein Erfolgsfaktor mehr.

Wenn Marken Teil des Lebens Ihrer Kunden werden wollen – dann müssen sie mehr schaffen, als bunte Blümchenaufkleber oder einen Magneten in der Küche der Kunden zu haben. Dann müssen sie – Teil des Lebens Ihrer Kunden werden. So einfach ist das.
(Im übrigen genau das, was Martin Oetting letztes Jahr in seinem Puppenspiel so schön gezeigt hat.)

Merke: Nicht Werbeideen worth sharing, sondern Marketing worth sharing ist die Anforderung. 

Tipp 6: Um es auf den Punkt zu bringen:

Guy skydiving into burning man with disco ball pantsMarken werden vom Unternehmen und seinen Stakeholdern gemeinsam konstruiert, die Identität einer Marke ist ein soziales Konstrukt, denn Interpretation von Werten ist ein sozialer, emotionaler Prozess. Marketing, daß im Kern sozial ist, kann auch in sozialen Medien erfolgreich sein. Sorry: ist erfolgreich. War es immer schon. Also: Markenkern mit sozialen Identitätswerten ausbauen. (Beispiel: Was meint „Vorsprung durch Technik“ für die Stakeholder und nicht nur für ein Auto.)

Alle Bilder von Tom Fishburn, mit der Erlaubnis, sie auf Blogs frei zu nutzen, Stand 17.04.2014, noch viel mehr tolle Marketing Cartoons auf seiner Seite: Marketing Worth Sharing

Zum gleichen Thema

(Leser: 10.925)   Getagged mit
 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Marke: Arten und Typen
Marke modern gedacht:
  • Soziale Werte & Konstrukte als Basis.
  • Differenzierung der Branchen und Ihrer Marken.
  • Markenstärke neu beschrieben.
Vortrag: Mobile Marketing
Die Präsentation hat drei Schwerpunkte:
  • BestOf der intern. Marktzahlen aus 9 Monaten 2011
  • Grundlagen: Wann lohnt sich eine App?
  • Überblick zu den Entwicklungen
Studie: B2B im Social Web
Die Studie beinhaltet:
  • vier ausgewählte Praxisbeispiele,
  • das wichtigste aus internationalen Studien und
  • Empfehlungen für B2B - Unternehmen.