iPad Pro: Test in der Anwendung und Praxis

:: Das Klemmbrett als Rechenzentrum

Kann man Tech-Jour­na­lis­ten heu­te noch für voll neh­men? Sie sind jeden­falls der Grund für die­sen Bei­trag, der hier eigent­lich nicht her­ge­hört. Spie­gel-Online tut so, als wäre ein iPad ein Note­book und kommt dann zum Fazit, daß es doch “nur” ein iPad ist. Das Han­dels­blatt schiesst den Vogel ab, weil u.a. kei­ne USB-Maus ange­schlos­sen wer­den kann. Das macht das Sur­face zum Sie­ger des Ver­gleichs mit dem iPad Pro und das Han­dels­blatt lächer­lich.
IMG_0946Ein­zig die FAZ ver­steht, wofür das Gerät gedacht ist, tes­tet es ent­spre­chend und macht eine gute Figur. V.a. der Begriff Klemm­brett trifft es ziem­lich gut, denn es ist das Klemm­brett unter den Com­pu­tern. Frü­her nahm man so ein Brett mit in die Mee­tings: Unter­la­gen zum Nach­schla­gen und Papier & Stift für Noti­zen, die dann spä­ter ver­ar­bei­tet wur­den. “Schif­fe ver­sen­ken” auf Kar­opa­pier für die lang­wei­li­gen Tei­le des Mee­tings.

Soweit ist eigent­lich alles gleich geblie­ben. Nur das so ein Pad der Zugang zum Rechen­zen­trum die­ser Welt ist. Per­ma­nent, über­all, unter­wegs — und das Ver­ar­bei­ten auf dem glei­chen Gerät statt­fin­det. Das trifft die Kern­fra­ge, den­ke ich: kann das iPad Pro den Rech­ner erset­zen? Aber der Rei­he nach:

:: Der allererste Eindruck

Ja, in den ers­ten Stun­den kommt einem das iPad Pro rie­sig vor und klo­big und schwer. Klar, ist ja auch ein Rechen­zen­trum. Nach und nach ent­wi­ckelt es sich aller­dings zum uni­ver­sel­len Klemm­brett. Und: es wird immer leich­ter.

In mei­nem Job kom­men vie­le ver­schie­de­ne Arbeits­sze­na­ri­en vor, kauf­män­ni­sche Arbei­ten (Buch­hal­tung, Sta­tis­ti­ken), wis­sen­schaft­li­che Arbei­ten (Recher­chen, Stu­di­en) und krea­ti­ve Arbei­ten (Prä­sen­ta­tio­nen, Ent­wür­fe). Dazu bin ich viel unter­wegs — alles in allem ein Tes­ter für die unter­schied­lichs­ten Use­Ca­ses, ein inten­si­ver Nut­zer.

Mir war klar, daß nicht alles gleich funk­tio­nie­ren wird, wenn etwas neu ist. Das ist jetzt fast zwei Wochen her. Im Gegen­satz zu den ers­ten Tagen hat sich dann vie­les ver­än­dert. So irri­tier­te, daß die Apps ver­schie­de­ne Tas­ta­tu­ren anzei­gen. Wie eine Samm­lung aus 20 Jah­ren Com­pu­ting. Man­che Apps hat­ten iPho­ne-For­mat, wie die Buch­hal­tung von Sage (was ich über­haupt nicht ver­ste­hen kann), ande­re wie­der­um zeig­ten nun die Maga­zi­ne in Ori­gi­nal­grö­ße, wo man mit den klei­ne­ren iPads noch scrol­len muss­te, aller­dings ist das Pro dann schwe­rer als ein Maga­zin. Leitspruch der Fugger aus Famouse BooksWirk­lich über­ra­schend: vor Jah­ren hat­te ich die App “Famous Books” gela­den, ein­ge­scann­te Bücher aus dem Mit­tel­al­ter, und nie wie­der benutzt. Jetzt sehen die uralten Bücher und Zei­chun­gen auf dem Pro ein­fach nur ent­zü­ckend aus — Full­screen.

:: Der allerzweite Eindruck

An die Grö­ße gewöhnt man sich recht schnell. V.a. wenn man kein ande­res Tablett mehr in die Hand nimmt, was schon des­we­gen der Fall ist, weil das Pro so der­ma­ßen schnell ist. Und ja, es ist deut­lich schnel­ler, als mei­ne Mac­Books bis­her und erin­nert an einen “nor­ma­len Com­pu­ter”, was das Arbeits­tem­po der Maschi­ne angeht.

Nach und nach wer­den die Apps ange­passt. Das geht fast jeden Tag so. Nach und nach wer­den auch mei­ne Erwar­tun­gen ange­passt. Auch das geht fast jeden Tag so. Ich gewöh­ne mich an das Pro und bereue mei­ne Ent­schei­dung, auf etwas Neu­es umzu­stei­gen, nun nicht mehr. Ganz im Gegen­teil. Mich ver­wir­ren auch die Apps nicht mehr, die auf dem Pro nicht das Apple-Typi­sche “Ein Nut­zen­sze­na­rio” bie­ten, son­dern eine gan­ze Rei­he davon.

Das Arbeits-Pro ist ein anders, als das Spie­le-Pro, oder das Lesen-Pro. Das war der uner­war­te­te­te Teil. Ich woll­te ja mein sehr altes Note­book erset­zen. Also woll­te ich auch einen Arbeits­rech­ner. Nun habe ich aber einen Arbeits­rech­ner und ein Maga­zin, einen Spiele­com­pu­ter, ein Medi­en­ge­rät und was ein iPad noch so alles kann. V.a. habe ich aber einen ana­lo­gen Com­pu­ter, der auch alle ande­ren Com­pu­ter kann.

Fazit: Das Pro ist ein Arbeits­tier, aber je nach Tätig­keit ein ande­res.

:: Der schaffende Eindruck

Schrei­ben: Die Tas­ta­tur ist unge­wohnt. Für ein iPad ist sie rie­sig, für ein Note­book ohne Feed­back, zudem feh­len ein paar der von ganz frü­her gewohn­ten Tas­ta­tur­be­feh­le. Echt ner­vig: die Tas­te für Emo­ti­cons unten links. Da hat sich mein Fin­ger an “Umschal­ten” oder “Funk­ti­on” gewöhnt und Emo­ti­cons gehö­ren für mich auf das iPho­ne. Aber: natür­lich ist es eine vol­le Tas­ta­tur, mit der man zehn-Fin­ger-schnell-schrei­ben kann. Da das bis­her auf den Pads nicht ging, ist es eben unge­wohnt. Feed­back gibt es übri­gens akkus­tisch, wenn die Fin­ger auf dem Dis­play tip­pen. Mir reicht das. Ich hab ja noch einen B-Plan, mehr dazu unten im Gesamt­ein­druck.

Screenshot, links OneNote, rechts Browser, unten volle Tastatur
Screen­shot, links One­Note, rechts Brow­ser, unten vol­le Tas­ta­tur
Wie der Screen­shot zeigt, lässt es sich damit aber gut arbei­ten. Vorraus­set­zung: eine Hül­le, die eine Schräg­la­ge ermög­licht. Ein “fla­ches Brett” auf dem Tisch ist zum Tip­pen eher ungüns­tig. Was der Tas­ta­tur eigent­lich nur fehlt, sind die Pfeil- und Funk­ti­ons­tas­ten, um durch Tex­te zu navi­gie­ren.

eMail: Das eMail­pro­gramm wirkt ein­fach rie­sen­groß. Funk­tio­nen, die auf dem Rech­ner nor­mal sind, wer­den nun, da das Pad zum Arbei­ten taugt, ver­misst, z.B. das auto­ma­ti­sche Fil­tern von eMails und das Sor­tie­ren nach Unge­le­sen, Anhän­ge etc.. Aller­dings: im Split­Screen hat die eMail App wie­der die rich­ti­ge Grö­ße — und genau da nut­ze ich es meis­tens. Wäh­rend ich arbei­te, zie­he ich von rechts kurz die eMail auf, schaue nach Neu­em, ant­wor­te und zie­he eMail wie­der zu.

Split Screen: Hier fühlt man den Unter­schied zum Note­book am Inten­sivs­ten. Ich wechs­le nur noch sel­ten zwi­schen den Apps. Das Gefühl, in “Fens­tern zu arbei­ten” ver­schwin­det zuse­hends. Dafür stellt sich ein ganz ande­res Arbeits­ge­fühl ein, doch dazu unten mehr.

Spie­le: Yeah. Sound und Immer­si­on, das Gefühl, in das Spiel ein­zu­tau­chen, ist enorm. Es ist kei­ne Flos­kel: hier hat man das Spiel tat­säch­lich in der Hand. Egal bei wel­cher Kate­go­rie von Spie­len. Das ist der nächs­te Angriff auf Kon­so­len und Ko. Bis­her war man dem Gesche­hen ein­fach noch nie so nah — also irgend­wo zwi­schen Nin­ten­do und 3D Bril­le.

Maga­zi­ne und Comics: Der neue Aste­rix auf dem Pro — das ist nicht mehr die Arbeits­ma­schi­ne, das ist digi­ta­les Papier. Da 700gr fühl­bar mehr sind, als die ca. 250gr eines Comics, wechs­le ich die Lese­po­si­tio­nen mehr­mals. Im Prin­zip so, wie man es mit den dicken Wäl­zern unter den Büchern macht. Am Ende zählt die Rela­ti­on, denn was beim Comic aus Erfah­rung schwer wirkt, ist es beim Note­book ganz im Gegen­teil, ein Flie­gen­ge­wicht. Das ers­te iPad war ja genau so schwer, wie das Pro jetzt. Hier wird sich also auch noch Etli­ches tun. Zudem: So ein Buch­wäl­zer wäre wie­der deut­lich schwe­rer, als ein Pro. Alles eine Fra­ge der Gewohn­heit.

Blog­gen: Der Bei­trag ist kom­plett auf dem Pro geschrie­ben, inkl. aller Screen­shots und Zeich­nun­gen. Blog­gen macht man oft unter­wegs, da ist so ein iPad Mini natür­lich super, weil es enorm wenig Platz braucht. Mit dem Pro fin­de ich mitt­ler­wei­le aber auch mei­ne Plätz­chen. Es passt locker auf einen Klapp­tisch in der Bahn oder im Flug­zeug. Gera­de beim Blog­gen ist der Split­screen fan­tas­tisch, ein Mehr­wert, der die gerin­ge­re Fle­xi­bi­li­tät mit der Grö­ße locker wett­macht — und dann kommt noch der Akku dazu, der ewig zu hal­ten scheint. Was hier echt nervt, ist die Wor­d­Press-App, die ein­fach unreif ist. Sie wird immer bes­ser, aber mobil arbei­ten stel­len ich mir deut­lich ein­fa­cher vor.

One­Note: Die App ist wie gebaut für das Pro. Die ver­schie­dens­ten For­ma­te kön­nen zusam­men­ge­führt wer­den. Das muss nicht sein, geht auch anders, wirkt hier aber beson­ders kom­for­ta­bel, z.B. gleich­zei­tig: die wesent­li­chen Punk­te notie­ren, die zwei rele­van­ten Sei­ten des PDF ein­fü­gen und dann mit dem Stift ein paar Stel­len mar­kie­ren und eine Gra­fik rein­zeich­nen.

Uner­war­te­ter Stress­fak­tor: den Text eines Maga­zins auf einer Sei­te sehen. War­um? Auf Web­sei­ten fehlt der Kon­text, der mir sagt, wie lang der Arti­kel ist. Ich sehe immer nur einen Bereich des Inhal­tes, der mei­nem Hirn unbe­wusst sagt: das hast du schnell gele­sen. Plötz­lich habe ich wie­der den gan­zen Text vor mir und tief drin­nen rumort das Unter­be­wusst­sein, weil die Tages-ToDo-Lis­te drückt (so wie jetzt gera­de).

Die Cloud: hat einen eige­nen Absatz ver­dient. Cloud­com­pu­ting und iPad­Pro — das passt. In den Cloud­ord­nern lie­gen die Datei­en, die Cloud ist sowas wie der Fin­der auf dem Rech­ner. In etli­chen Cloud­pro­gram­men kann man suchen. Gear­bei­tet wird dann in den Anwen­dun­gen (Apps). So kann man auch jeder­zeit auf dem Rech­ner im Büro wei­ter­ma­chen. Ich hab also kei­nen Fin­der mehr, son­dern eine Ord­ner- und Arbeits­struk­tur und getrennt davon die Arbeits­ober­flä­che, der Desk­top, mit dem ich wie­der­um die meis­ten Din­ge nicht mit der Maus, son­dern mit der Hand mache. Das fühlt sich, gelin­de gesagt, geil an.

:: Der Gesamteindruck

«< Nach­trag Arbeits­ge­fühl: Das iPad Pro fühlt sich an, als wür­de man sei­nen Schreib­tisch mit allen Sachen drauf stän­dig dabei haben. Kaum ist das Cover geöff­net, liegt er vor einem und die Hän­de wer­keln los. »>

Das iPad Pro war die Alter­na­ti­ve zu einem neu­en Note­book. Damit war es ein Wag­nis, wenn auch ein kal­ku­lier­tes, denn in die­sem Gerät steckt das Mor­gen. Die Kal­ku­la­ti­on: wenn ich mich heu­te schon an das Mor­gen gewöh­ne, dann kann ich flüs­sig arbei­ten, wenn es bei allen ange­kom­men ist. Mit dem “flüs­sig” bin ich nach zwei Wochen schon fast durch.

: Grundbausatz

Tablet-Com­pu­ting hat was mit Fin­gern zu tun. Die alte Com­pu­ter­struk­tur, mit zen­tra­lem Desk­top, Ord­nern, Tas­ta­tur und Maus, fin­det hier ein­fach nicht mehr statt. Das iPad hat den Nut­zer von die­sen gan­zen Din­gen befreit. Das Com­pu­ting ist enorm direkt — auf dem Bild­schirm eben. Davon muss man aus­ge­hen, sonst macht eine Bewer­tung und ein Test gar kei­nen Sinn.

Das grund­le­gen­de Pro­blem, das Nut­zer mit dem Gerät haben wer­den, und wel­ches ja auch die Jour­na­lis­ten hat­ten, ist die Umge­wöh­nung auf etwas Neu­es. Die Beloh­nung ist dann, das man Etli­ches dazu bekommt. Peri­phe­rie, wie Tas­ta­tur und Maus, machen also noch Sinn — aber eben nur, weil die Anwen­dun­gen noch dafür gebaut sind und die gan­ze Com­pu­ter­welt so tickt. Das nimmt jeden sicht­bar Tag mehr ab — und — es geht fast schon kom­plett ohne die alte Welt, wie mei­ne Tests zei­gen.

: Homecomputer

Da der mobi­le Ein­satz des Pro nahe­lie­gend ist, packe ich den Teil ans Ende. Wie macht es sich also Zuhau­se? Nun, viel­leicht wun­dert es, aber Zuhau­se habe ich einen MacMi­ni dazu­ge­kauft. Das Pro ist dann zunächst ein Moni­tor. Genau. Also das, was es ja zunächst auch ist. Ein Moni­tor. Am Mac Mini ist eine Tas­ta­tur und eine Maus. Lie­be Jour­na­lis­ten: ein Maus, so wie frü­her! Toll, oder? Aber — lei­der — kei­ne USB Maus. Die Magic Maus kann Blue­tooth und sogar Ges­ten­steue­rung, wie auf dem Pad. Wow! Oder?
Das Netz­ka­bel des Pro hängt direkt am USB-Anschluß und zeigt über die App “Duet” den Bild­schirm des Mini. Dazu noch eine kabel­lo­se Tas­ta­tur und der moder­ne, schnel­le Rech­ner ist fer­tig.
Was war der Hin­ter­ge­dan­ke? Nun — unter­wegs sind ein Mini und ein Pro zusam­men immer noch leich­ter und preis­wer­ter, als ein Mac­book Pro. Ich kann den Mini also mit­neh­men (und habe einen “rich­ti­gen Rech­ner”), muss aber nicht (und mache es auch nie). Denn das Pro ist ein rich­ti­ger Rech­ner, nur eben ein Ande­rer.

iPad Pro als Moni­tor mit Tas­ta­tur & Maus
Fak­tisch ist es so, daß der Mini als App im Hin­ter­grund läuft und ich sehr sel­ten “auf den Com­pu­ter” umschal­te. Dafür kann ich die Tas­ta­tur des Mini direkt am Pro nut­zen. Das schreibt sich toll und der Kauf der Umschlag­tas­ta­tur für das Pro, erüb­rigt sich. Also auch hier vol­le Fle­xi­bi­li­tät: falls unter­wegs wirk­lich viel zu schrei­ben ist, neh­me ich die Tas­ta­tur mit, bis­her genüg­te aber immer die Bild­schirm­tas­ta­tur des Pro.

Und die Maus? Die geht auf dem Pro gar nicht — kein Wun­der, gehö­ren Mäu­se doch zum Desk­top-Sys­tem von Ges­tern. Hier arbei­tet der Pen­cil wie eine Maus. Sei­ten scrol­len, Funk­tio­nen bedie­nen, Text mar­kie­ren etc. — die Län­ge des Stif­tes passt zur Ent­fer­nung des Bild­schirms, wenn das Pro wie ein Moni­tor funk­tio­niert. Was also bis­her der Maus­zei­ger war, ist nun die Stift­spit­ze. Die Maus brau­che ich also nur für das Desk­top-Sys­tem, wel­ches nun, wie einst das Tele­fon, zur App wur­de. Natür­lich kann ich mir das Klemm­brett schnap­pen und schnell mal nach draus­sen an die fri­sche Luft gehen. Dann arbei­tet der Stift wie ein Stift. Womit wir bei der mobi­len Nut­zung wären:

: Reisecomputer

Dar­um ging es wohl Tim Cook, als er sag­te, er braucht kei­nen ande­ren Rech­ner mehr: um das unter­wegs sein. Die Fra­ge ist also nicht, “kann das Pro den Com­pu­ter erset­zen”, son­der “kann das Pro den Com­pu­ter unter­wegs erset­zen”?

Ja. Das Pro kann den Com­pu­ter erset­zen. Des­halb kann das Pro auch den Com­pu­ter unter­wegs erset­zen. Es ist halt nur ganz anders, als bis­her gewohnt. Ich kann mir vor­stel­len, wie damals die Exper­ten geschimpft haben, als die Maus auf­kam und plötz­lich jeder­mann einen Com­pu­ter bedie­nen konn­te… Ein­fach so, ohne Unix und ande­re Spra­chen zu ler­nen. Unver­schämt­heit. Und heu­te kann jeder­mann einen Stift bedie­nen, oder sei­ne Fin­ger, ganz ohne Maus. Unver­schämt­heit.

Aus Maus wird Stift, das ipad Pro im "mobilen Einsatz"
Aus Maus wird Stift, das ipad Pro im “mobi­len Ein­satz”
Was macht man denn auf Com­pu­tern? Datei­en suchen, spei­chern, aus­tau­schen und bear­bei­ten. Klar kann man das auf dem Pro. In rie­si­gen Excel-Tabel­len nicht mehr mit der Maus, son­dern mit den Hän­den navi­gie­ren — geht sogar viel bes­ser.
Es gibt nur einen Gedan­ken, den man ver­in­ner­li­chen muss: Was frü­her Funk­ti­on war, ist heu­te Peri­phe­rie. Ich möch­te lan­ge Tex­te schrei­ben? Tas­ta­tur als Peri­phe­rie. Ich möch­te Fil­me schau­en, Fern­se­her als Peri­phe­rie. Ich brau­che Rechen­power, “Com­pu­ter” als Peri­phe­rie. (Ich brau­che gar kei­ne Maus mehr. Wozu, wenn es kei­ne Fens­ter gibt? Die Maus ist dann die Peri­phe­rie zur Peri­phe­rie Com­pu­ter.)

Und in der Mit­te liegt das Pro.

Unter­wegs sogar wört­lich. Men­schen sit­zen in Mee­tings. Man möch­te etwas zei­gen. Das Pro liegt in der Mit­te, steht auf­recht oder macht die Run­de, groß genug für etli­che Meter Ent­fer­nung zum Teil­neh­mer. Jeder kann dar­auf sofrt Din­ge machen und zei­gen — Team­work an einem Platz. Mit Bea­mer (Peri­phe­rie) dann auch für gro­ße Run­den.

Tex­te, Noti­zen, Mind­maps, Skiz­zen — alles, auch neben­ein­an­der, auch für alle gleich­zei­tig — das Pro ist der zen­tra­le Rech­ner, der nur noch ein Moni­tor ist, den man mit der Hand bedient. Haben alle, die es bis hier geschafft haben, noch die Com­pu­ter von Mino­ri­ty Report vor Augen?

Dann Herz­lich Will­kom­men in der Zeit des “Ubi­qui­tous Com­pu­ting”. Klar, daß das “unsicht­ba­re Com­pu­ting” ana­log ist.

Hat das Pro Nach­tei­le? Ja. Deut­lich weni­ger, als ande­re Com­pu­ter.

:: Das FazitFazit

Der Moni­tor ist die Arbeits­ober­flä­che, im Wort­sinn ein Desk­top. Das Pro hat dafür die rich­ti­ge Grö­ße. Datei­en lie­gen in der Cloud. In Kom­bi­na­ti­on mit dem Mini und einem iPho­ne, habe ich alle For­men von Com­pu­ter , die man heu­te braucht. Das bringt eine enor­me Fle­xi­bi­li­tät im Arbei­ten. Ich mei­ne, was soll denn heu­te bit­te der “eine” Com­pu­ter sein, der ande­re ersetzt?

Das Neue ist die Nähe. Das war frü­her schon der enor­me Unter­schied zu Win­dows. Beim Mac ist man in der Arbeit ver­sun­ken, nicht mit der Soft­ware beschäf­tigt. Die­ses Arbeits­ge­fühl erreicht jetzt eine­nen neu­en Höhe­punkt. Mit Auge und Hand ist man ganz dicht dran. Vie­le Tätig­kei­ten wer­den statt mit der Maus, wie­der mit der Hand aus­ge­führt. Fens­ter an Fens­ter. Hand­ar­beit am Rech­ner. #Hach

Der Höhe­punkt ist dann der Stift. Jede Kopf­ar­beit hat etwas mit Begrei­fen zu tun und dafür brau­che ich was zum Grei­fen. Da ist die Maus nur ein mit­tel­präch­ti­ges, klei­nes Ding. Der Stift ist das Inter­face zwi­schen Kopf und Com­pu­ter. Noch­mal für alle und lang­sam: der Stift ist D A S Inter­face, schon recht lan­ge. Noch wäh­rend ich an einem Text sit­ze, zie­he ich ein Blatt auf, zeich­ne eine Skiz­ze zu den Zusam­men­hän­gen und struk­tu­rie­re den Text bes­ser. Nicht die­sen hier — denn ich muss jetzt wie­der arbei­ten, soviel Zeit habe ich auch nicht. Aber es war mir wich­tig, mal einen ech­ten Anwen­der­be­richt zu schrei­ben. Nicht wie ein Jour­na­list, eher wie ein Pro, wenn die­se Bemer­kung gestat­tet ist.

Apro­Pro:

Mei­ne ers­te Zeich­nung auf dem Pro, bissl grob noch, aber man sieht, was gemeint ist. Es ist eine Nym­phe, was Beruf­li­ches also:

Nymphe, App: SketchBook, Pencil, iPad Pro
Nym­phe, App: Sketch­Book, Pen­cil, iPad Pro

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