Das US-amerikanische Maga­zin Entrepreneur.com hat die bes­ten Mar­ke­ting– Kam­pa­gnen aller (US) Zei­ten zusam­men­ge­stellt. Die Liste zeigt zugleich, wel­che “Klas­si­ker” in der Mar­ke­ting– Kom­mu­ni­ka­tion exis­tie­ren und wie man sie umsetzt. Aus dem Land der unbe­grenz­ten Mar­ke­ting– Möglichkeiten:

  • Beste Image– Umwandlung

Las Vegas” — der Ver­such, der Stadt der Sün­den ein fami­li­en­freund­li­ches Images zu geben, wurde nach tota­lem Schei­tern abrupt gestoppt. Seit 2003 wird wie­der mit dem Image der Sin City gewor­ben — und der Erfolg gibt wie immer Recht. Es ist sicher­lich ein­fa­cher, ein 2. Las Vegas für Fami­lien auf­zu­bauen, als das Image der füh­ren­den Ver­gnü­gungs­stadt zu ändern. Merke: Kom­mu­ni­ziere mit dem was ist, nicht mit dem, was du gerne hättest.

  • Bes­tes Pro­duct Placement

Der Her­stel­ler Hershey’s pla­zierte “Reese’s Pie­ces” im Film E.T. — und die Ver­käufe stie­gen um 65%, obwohl der Pro­dukt­name nie genannt wurde. Danach wurde der Hype mit Mer­chan­di­sing fleis­sig aus­ge­schlach­tet. Das Pro­blem: es ist schwer zu ent­schei­den, wel­cher Film so gut passt und noch viel schwie­ri­ger, abzu­schät­zen, wie erfolg­reich ein Film wird. Das schaf­fen nicht ein­mal die Bosse in Hol­ly­wood. Merke: Teil eines Erfol­ges zu wer­den, ist immer ein­fa­cher, als sel­ber erfolg­reich zu sein.

  • Beste Video­wer­bung

Get a Mac” — durch die Ver­mensch­li­chung der Com­pu­ter– Hard­ware Mac und PC war die Bot­schaft “klar wie Kloß­brühe”: nie­mand wollte so sein, wie der behä­bige “PC Mensch”. Markt­an­teil stieg um 42%, für Apple ein sagen­haf­ter Erfolg. Merke: Men­schen nei­gen dazu, selbst unbe­lebte Mate­rie zu etwas per­sön­li­chem zu machen. Merke: Sto­ry­tel­ling sollte immer Grund­lage der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­idee sein.

  • Bes­ter Wettbewerb

Die Brü­der George und Richard Shea haben 1997 die Inter­na­tio­nal Fede­ra­tion of Com­pe­ti­tive Eating gegrün­det, m.a.W. einen Hot– Dog– Fress­wett­be­werb. Damit wurde eine eigene Sub­kul­tur mit eige­nen Pro­mis zum Leben erweckt. Merke: Die Idee kann/sollte noch so schräg sein, Haupt­sa­che sie passt zur Marke.

  • Bes­tes YouTube Marketing

Will it Blend?” — Du hast einen lang­wei­li­gen Mixer zu ver­mark­ten und weisst nicht wie? Das Ganze darf nicht soviel kos­ten? Das Ergeb­nis sollte mitt­ler­weile über­all bekannt sein: scho­ckiere die Online– Geeks und schmeisse regel­mä­ßig teure und begeh­rens­werte High­Tech– Pro­dukte in eben sel­bi­gen Mixer. Merke: Hole die Ziel­gruppe da ab, wo sie steht. Inhalt­lich wie medial.

  • Bes­ter Slogan

Wenn es ein Slo­gan in den Sprach­ge­brauch schafft, hat er alles erreicht. Wenn das Sprich­wört­li­che dann noch den Pro­dukt­na­men ent­hält, wer­den Best­no­ten ver­ge­ben. Wer hätte gedacht, daß es so etwas Lang­wei­li­ges wie “Got Milk” in den Olymp des Mar­ke­ting schafft. Nicht zuletzt die Ver­bin­dung von VIP’s, Humor und das kusche­lige Gefühl von Zuhause in der Anzei­gen­wer­bung sorgte für den nöti­gen Schub. Merke: Das rechte Lebens­ge­fühl / zur rech­ten Zeit, / ver­leiht der Marke / Aufmerksamkeit.

  • Bes­ter Jingle

Hier­zu­lande ist sicher­lich der T-elekom Jingle in aller Ohren, in den USA ist es der des Radio­sen­ders NBC. Drei kleine Töne, die wie ein Wurm das Mar­ken­be­wusst­sein fes­ti­gen. Selbst ähn­li­che Töne rufen die Erin­ne­rung an die Marke wach. Aller­dings: ein­mal gesetzt, lässt sich der Klang genauso schwer wie­der ändern. Merke: Denke auch an die ande­ren Sinne, aber Vor­sicht: sie hal­ten län­ger als das Bild.

  • Beste Kri­sen– Kommunikation

Tyle­nol” — Ehr­lich­keit, so weiß jeder PR Bera­ter, ist in Kri­sen­zei­ten der ein­zige Weg. Wenn es um die Gesund­heit von Men­schen geht, sollte das sogar selbst­ver­ständ­lich sein, ist es aber lei­der nicht. Wäh­rend viele Unter­neh­men mit “Ver­tu­schung” star­ten, um danach das totale Inferno zu erle­ben, hat John­son & John­son CEO Burke scho­nungs­los offen kom­mu­ni­ziert. Merke: Was bleibt, ist eine Erin­ne­rung. In die­sem Fall eine Gute, vol­ler Ver­trauen. Und die ist ja die Basis jeder Kommunikation.

  • Beste Kam­pa­gne in sozia­len Netzwerken

Die größte Kam­pa­gne auf MyS­pace kam aus dem Fern­se­hen. Die Ver­län­ge­rung des High School Musi­cal zu einem My School Musi­cal, bei dem die Schu­len gegen­ein­an­der antre­ten konn­ten, war ein klin­gen­der Erfolg. Merke: Inter­net ist ein inter­ak­ti­ves Medium.

  • Bes­ter Promi– Einsatz

Wil­liam Shat­ner” — was mit einem Aus­flug begann, wurde eine inter­ga­lak­ti­sche Odys­see. Seit nun­mehr über 10 Jah­ren steht der ehe­ma­lige Enter­prise– Com­man­der für Priceline.com’s cut-rate Ser­vice. Dabei wurde die Aktion immer wie­der “refresht”, also moder­ni­siert. Merke: Aus­dauer ist immer bes­ser, als ein Sprint, aber es darf nie lang­wei­lig werden.

  • Bes­tes Logo

Da das Kreuz der katho­li­schen Kir­che nicht zur Wahl stand, konnte es nur einen Sie­ger geben: Nike. Der Bogen hat alles auf kleins­tem Raum. Da er nicht besetzt ist, konnte die Firma nach Belie­ben im Image– Raum wüh­len. Zudem ist es immer leicht zu erken­nen. Und das für ca. 35 US$. Merke: Einfach.

  • Beste Aus­sen­wer­bung

Das Goo­dyear Luft­schiff” — seit 1925 schwebt das Schiff über 100.000 Mei­len pro Jahr über den Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Es ist fak­tisch immer da und mit ihm die Mar­ken­bot­schaft. Merke: Lan­ger Atem bekommt eine völ­lig neue Bedeu­tung und auch heisse Luft kann ein Werbe– Medium sein.

  • Bes­tes Give Away

Wer hätte gedacht, daß ein klei­nes Gummi– Bänd­chen die Welt im Sturm erobern würde. Dabei ziebt es an den Arm­haa­ren. Aber wie immer geht es nicht um das Mate­rial, son­dern um die Idee. Die Lance Arm­strong Foun­da­tion steht ob Ihres Grün­ders für unbeug­sa­men Wil­len zum Leben. Es ist ein wenig wie Hel­den­ver­eh­rung. Da macht auch das Gummi nichts. (Was, wenn man Kon­dome der­art auf­ge­la­den, also mit einem Image/Gefühl ver­se­hen hätte?) Von den Din­gern wur­den bereits über 45 Mil­lio­nen mit dem Auf­druck “Live Strong” ver­kauft und wahr­schein­lich 200 Mil­lio­nen schein-heilige Bänd­chen mit ande­ren Tex­ten. Merke: Idee vor Bud­get. Dabei immer den Kern der Idee im Auge behalten.

Alle Merk­sätze im freund­li­chen Überblick:

  1. Kom­mu­ni­ziere mit dem was ist, nicht mit dem, was du gerne hättest.
  2. Teil eines Erfol­ges zu wer­den, ist immer ein­fa­cher, als sel­ber erfolg­reich zu sein.
  3. Sto­ry­tel­ling sollte immer Grund­lage der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­idee sein.
  4. Die Idee kann/sollte noch so schräg sein, Haupt­sa­che sie passt zur Marke.
  5. Hole die Ziel­gruppe da ab, wo sie steht. Inhalt­lich wie medial.
  6. Das rechte Lebens­ge­fühl / zur rech­ten Zeit, / ver­leiht der Marke / Aufmerksamkeit.
  7. Denke auch an die ande­ren Sinne, aber Vor­sicht: sie hal­ten län­ger als das Bild.
  8. Ver­trauen ist die Basis jeder Kommunikation.
  9. Inter­net ist ein inter­ak­ti­ves Medium.
  10. Aus­dauer ist immer bes­ser, als ein Sprint, aber es darf nie lang­wei­lig werden.
  11. Ein­fach.
  12. Lan­ger Atem bekommt eine völ­lig neue Bedeu­tung und auch heisse Luft kann ein Werbe– Medium sein.
  13. Idee vor Bud­get. Dabei immer den Kern der Idee im Auge behalten.

» via Entrepreneur.com: Best and Worst Mar­ke­ting Ideas … Ever

Tagged with:   (Leser: 8.460)
 

Ein Kommentar zu: Die 13 besten Marketing– Kampagnen aller Zeiten

  1. […] man viel ler­nen, wäh­rend gute Kam­pa­gnen oft durch Zufall ent­stan­den sind. Pas­send zu den gest­ri­gen Bes­ten Marketing-Ideen, heute die […]

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>