Chi­ne­sen klauen ofi­zi­ell Werbeideen:

“Ein chi­ne­si­sches Unter­neh­men namens “Shen Inter­na­tio­nal Adver­ti­sing” bie­tet im Inter­net an, erfolg­rei­che Wer­bung aus aller Welt für seine Kun­den zu adap­tie­ren. Aus 35.000 erfolg­rei­chen Kam­pa­gnen soll der Inter­es­sent ab kom­men­der Woche mit Hilfe eines “Wer­be­kon­fi­gu­ra­tors” aus­wäh­len können”

Das klingt schlicht unglaub­lich. Das geis­ti­ges Eigen­tum geklaut wird, ist sowieso eine rie­sen Schwei­ne­rei. Zumal dumm — denn nur, wer eine Kam­pa­gne ent­wi­ckelt, weiss auch, wie sie geführt und ange­passt wird.
Wer weiss, wie stra­te­gi­sche Kom­mu­ni­ka­tion funk­tio­niert, weiss auch, daß ein “Kon­fi­gu­ra­tor” kaum die not­wen­dige Intel­li­genz mit­bringt, die pas­sende Kam­pa­gne auszuwählen.

Aber nicht nur die Chi­ne­sen schät­zen Krea­ti­vi­tät nicht (oder schlecht ein.) Auch in Deutsch­land hört man rei­hen­weise von Pit­ches, bei denen Ideen geklaut wer­den, selbst für Kam­pa­gnen der Regie­rung. Hätte ich mir die­sen Bei­trag nur gemerkt, könnte ich ihn jetzt auf der FAZ posten.

» FAZ: Unter­neh­men — Wirt­schaft — Wer­bung: Mr. Shens Kampagnenklau

Oder wie Ser­vice­plan — der Urhe­ber die­ser Falsch­mel­dung, die immer­hin von der FAZ gedruckt wurde — sagt: nur neue Ideen sind gute Ideen: http://www.shen-ia.cn/english/ad.html

(Leser: 491)
 

2 Kommentare zu: Werbung: Mr. Shens Kampagnenklau

  1. Michael sagt:

    Mein aus­führ­li­cher Kom­men­tar, oder sagen wir Auf­re­gung, fin­det sich bei der FAZ, sobald er frei­ge­schal­tet wurde.

  2. Michael sagt:

    Ach, wer weiss wann das passiert:

    [Zynismus]Da sind viele deut­sche Unter­neh­men cle­ve­rer, die las­sen sich die Ideen manu­ell ent­wi­ckeln und klauen sie dann… [/Zynismus]
    Abge­se­hen davon, kann ein Kon­fi­gu­ra­tor nie­mals die Intel­li­genz haben, eine pas­sende Kam­pa­gne aus­zu­wäh­len. Kom­mu­ni­ka­tion ist so kom­plex, das viele noch nicht mal wis­sen, wie man eine E-Mail benutzt, geschweige denn wis­sen, was eine “Bot­schaft” über­haupt ist, noch warum man eine bestimmte Form der Posi­tio­nie­rung ent­wi­ckelt. Als dann noch die Anpas­sung an aktu­elle Trends: in Zei­ten von Web 2.0 und Echt­zeit– Kam­pa­gnen nutzt eine “Müll­tonne” auch nicht viel, aus­ser eben zur Res­te­ver­wer­tung… Aber das ver­steht ja auch in D nicht jeder…

    Wie auch immer, es ist eine Unge­heu­er­lich­keit. Aber wer nicht weiss, was Krea­ti­vi­tät bedeu­tet, wird auch kaum Erfolg haben.
    Exakt so, wie die nach­ge­bau­ten Pro­dukte nicht funk­tio­nie­ren. Oder würde sich hier jemand frei­wil­lig auf ein chi­ne­si­sches Mot­to­rad set­zen, wenn es ein Nach­bau ist?

    Was mich auf­regt, ist die unglaub­li­che Kom­bi­na­tion von: Dumm­heit, Frech­heit und Machtlosigkeit.

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