Werbung: Mr. Shens Kampagnenklau

Chi­ne­sen klau­en ofi­zi­ell Wer­be­i­de­en:

“Ein chi­ne­si­sches Unter­neh­men namens “Shen Inter­na­tio­nal Adver­ti­sing” bie­tet im Inter­net an, erfolg­rei­che Wer­bung aus aller Welt für sei­ne Kun­den zu adap­tie­ren. Aus 35.000 erfolg­rei­chen Kam­pa­gnen soll der Inter­es­sent ab kom­men­der Woche mit Hil­fe eines “Wer­be­kon­fi­gu­ra­tors” aus­wäh­len kön­nen”

Das klingt schlicht unglaub­lich. Das geis­ti­ges Eigen­tum geklaut wird, ist sowie­so eine rie­sen Schwei­ne­rei. Zumal dumm — denn nur, wer eine Kam­pa­gne ent­wi­ckelt, weiss auch, wie sie geführt und ange­passt wird.
Wer weiss, wie stra­te­gi­sche Kom­mu­ni­ka­ti­on funk­tio­niert, weiss auch, daß ein “Kon­fi­gu­ra­tor” kaum die not­wen­di­ge Intel­li­genz mit­bringt, die pas­sen­de Kam­pa­gne aus­zu­wäh­len.

Aber nicht nur die Chi­ne­sen schät­zen Krea­ti­vi­tät nicht (oder schlecht ein.) Auch in Deutsch­land hört man rei­hen­wei­se von Pit­ches, bei denen Ide­en geklaut wer­den, selbst für Kam­pa­gnen der Regie­rung. Hät­te ich mir die­sen Bei­trag nur gemerkt, könn­te ich ihn jetzt auf der FAZ pos­ten.

» FAZ: Unter­neh­men — Wirt­schaft — Wer­bung: Mr. Shens Kam­pa­gnen­klau

Oder wie Ser­vice­plan — der Urhe­ber die­ser Falsch­mel­dung, die immer­hin von der FAZ gedruckt wur­de — sagt: nur neue Ide­en sind gute Ide­en: http://www.shen-ia.cn/english/ad.html

2 Replies to “Werbung: Mr. Shens Kampagnenklau”

  1. Mein aus­führ­li­cher Kom­men­tar, oder sagen wir Auf­re­gung, fin­det sich bei der FAZ, sobald er frei­ge­schal­tet wur­de.

  2. Ach, wer weiss wann das pas­siert:

    [Zynismus]Da sind vie­le deut­sche Unter­neh­men cle­ve­rer, die las­sen sich die Ide­en manu­ell ent­wi­ckeln und klau­en sie dann… [/Zynismus]
    Abge­se­hen davon, kann ein Kon­fi­gu­ra­tor nie­mals die Intel­li­genz haben, eine pas­sen­de Kam­pa­gne aus­zu­wäh­len. Kom­mu­ni­ka­ti­on ist so kom­plex, das vie­le noch nicht mal wis­sen, wie man eine E-Mail benutzt, geschwei­ge denn wis­sen, was eine “Bot­schaft” über­haupt ist, noch war­um man eine bestimm­te Form der Posi­tio­nie­rung ent­wi­ckelt. Als dann noch die Anpas­sung an aktu­el­le Trends: in Zei­ten von Web 2.0 und Echt­zeit- Kam­pa­gnen nutzt eine “Müll­ton­ne” auch nicht viel, aus­ser eben zur Res­te­ver­wer­tung… Aber das ver­steht ja auch in D nicht jeder…

    Wie auch immer, es ist eine Unge­heu­er­lich­keit. Aber wer nicht weiss, was Krea­ti­vi­tät bedeu­tet, wird auch kaum Erfolg haben.
    Exakt so, wie die nach­ge­bau­ten Pro­duk­te nicht funk­tio­nie­ren. Oder wür­de sich hier jemand frei­wil­lig auf ein chi­ne­si­sches Mot­to­rad set­zen, wenn es ein Nach­bau ist?

    Was mich auf­regt, ist die unglaub­li­che Kom­bi­na­ti­on von: Dumm­heit, Frech­heit und Macht­lo­sig­keit.

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