Was ist digital branding? 

Jetzt habe ich schon über 20 Jah­re mit dem Begriff zu tun und benut­ze ihn sel­ber das ers­te Mal. Aus einem Impuls her­aus. Weil der Zeit­punkt gekom­men scheint.

Wenn digi­tal bran­ding das Inter­net meint, war ich viel­leicht der Ers­te im Land, der sich damit beschäf­tigt hat. Die Akti­on zur Ret­tung der (DDR) Ampel­männ­chen hat es “als ein­zi­ges über­le­ben­des Sym­bol der DDR” in die Geschichts­bü­cher geschafft. Damals, 1995, ging sie dank Inter­net um die Welt und war über Jah­re im Fern­se­hen. Noch heu­te lau­fen Mil­lio­nen stolz mit Ihren Ampel­männ­chen-T-Shirts durch den Tag. Vie­le Bun­des­län­der haben die Ampel­männ­chen ein­ge­führt und die Ver­ein­heit­li­chung der Ampel­zei­chen in Euro­pa wur­de gestoppt, das eigent­li­che Ziel der Akti­on. Nicht zuletzt erin­nert es vie­le an eine Hei­mat, die nicht mehr exis­tiert. Eine erfolg­rei­che Akti­on, kei­ne Kam­pa­gne. Für eine inter­es­sier­te und begeis­ter­te Com­mu­ni­ty, kei­ne Ziel­grup­pe. Auf Basis von Wer­ten, kei­ne Ver­kaufs­ak­ti­on. Welt­weit, statt in Kanä­len. Mit einer ein­fa­chen Web­sei­te, kei­ne Wer­be­mil­lio­nen.

Seit­dem habe ich end­lo­se digi­ta­le Stra­te­gi­en und “Kam­pa­gnen” betreut, gro­ße und klei­ne und sehr gro­ße Unter­neh­men und Mar­ken gese­hen. Die Unter­schie­de vie­ler Bran­chen ken­nen­ge­lernt. Publi­ziert, Vor­trä­ge und Semi­na­re gehal­ten und immer auch umge­setzt, Ide­en in der Pra­xis getes­tet, mich mit vie­len Exper­ten in vie­len The­men­ge­bie­ten aus­ge­tauscht. Mit einem Wort und nur dar­um geht es mir: Jede Men­ge Erfah­rung mit dem, was viel zu sel­ten noch Neu­land genannt wird.

Das Gefühl in all den Jah­ren, oft auch expli­zit arti­ku­liert: Mit dem Kopf gegen eine Beton­wand.

Das ist der ers­te Punkt, der mich nervt. Jeder gibt über­all zu allem sei­nen Senf ab. Schwei­ne wer­den nur durchs Dorf getrie­ben, statt ein lecker Schnit­zel zu brut­zeln. Es wer­den nicht Erfah­run­gen aus­ge­tauscht, oder sogar Exper­ti­se, son­dern Inter­es­sen ver­tre­ten. Es wird enorm viel gere­det und enorm wenig gemacht. Ich habe in den 20 Jah­ren so gut wie nie einen Aus­tausch erlebt, son­dern immer nur den Ver­such, sein Pro­dukt an den Mann zu brin­gen (Blog­ger, Bar­camps und die re:public als rühm­li­che Aus­nah­men). Als Fach­dis­kus­sio­nen getarn­ter Ver­kauf, auf allen denk­ba­ren Büh­nen. Schlim­mer noch — Erfah­rung wird auch nicht hin­ter­fragt. Wer ein paar Wor­te anein­an­der rei­hen kann, darf sich Exper­te nen­nen.

Dabei wird ein Wort per­ma­nent miß­braucht, wel­ches doch der wert­volls­te Begriff aller Unter­neh­men und Ihrer Dienst­leis­ter sein soll­te: die Mar­ke. 

Egal, ob Bera­ter oder Agen­tur — ein wenig Demut dem Kun­den gegen­über wäre ange­bracht. Die Gren­zen des eige­nen Wis­sens zu berück­sich­ti­gen, mal zu sagen, wo man sich nicht aus­kennt, das könn­te eine Men­ge Dis­kus­sio­nen vor­an­brin­gen. Durch die Mul­ti­pli­ka­tor­wir­kung von Agen­tu­ren und Bera­tern sogar die deut­sche Wirt­schaft. “Klo­wän­de” war doch ein guter Start, in einer Agen­tur, in der wie in vie­len ande­ren Agen­tu­ren und Unter­neh­men Men­schen scham­los aus­ge­beu­tet wer­den. Im 21. Jahr­hun­dert und einem der reichs­ten Län­der der Welt. In einer Wirt­schaft, die sich nicht davor scheut, sogar den Leit­zins zu mani­pu­lie­ren, um die eige­ne Bilanz zu schö­nen. In einer Deutsch­land AG, die vor lau­ter Gier ist Geil ihre Wer­te ver­ges­sen hat, das Inter­net bis heu­te nicht ver­steht und auf jede Wurst das Wort Mar­ke klebt. Klo­wän­de sind eine ehr­li­che Form der Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Nur ein wenig Beschei­den­heit könn­te dem Neu­land in Deutsch­land die Kru­me bre­chen. Wenn sich das nicht ändert, wer­den auch die gan­zen neu­en Digi­tal­chefs in deut­schen Unter­neh­men kei­ne Chan­ce haben. Indus­trie 4.0 wird blei­ben, was es der­zeit ist: der Ver­such, das klas­si­sche deut­sche Inge­nieurs­we­sen zu ret­ten — und dabei zu über­se­hen, daß Pro­gram­mie­rung die moder­ne Form des Engi­nee­ring ist.

Die Fra­ge ist doch nicht, ob das Inter­net die Welt ver­än­dert. Die Fra­ge ist, wie wir damit umge­hen.

Der kon­kre­te Anlass ist die der­zei­ti­ge Dis­kus­si­on um Con­tent Mar­ke­ting in den Leit­me­di­en. Da kom­men z.B. ein Wer­ber, ein Soci­al Media Exper­te und eine Digi­ta­l­agen­tur zu Wort. Der Inhalt ist in allen drei Arti­keln der­glei­che: Du hast kei­ne Ahnung, wor­auf es ankommt. Die Sicht­wei­se ent­spricht der eige­nen Beru­fung: Wer­bung wirkt und bleibt wich­tig, Wer­ber haben die Welt nicht ver­stan­den und Con­tent Platt­for­men sind ein gei­les Tool.

Alle drei gehen dou­ble blind davon aus, daß das Mar­ke­ting in Con­tent Mar­ke­ting natur­ge­mäß nur Kom­mu­ni­ka­ti­on mei­nen kann. 

Sie über­se­hen, daß die Zeit gekom­men ist, die Dis­zi­pli­nen zu ver­ei­nen. War­um? Weil man sich dafür zuerst zurück neh­men müss­te. Natür­lich hat jeder die ulti­ma­ti­ve Lösung, die Mar­ke vor­an zu brin­gen, in die­ser neu­en, ach so kom­pli­zier­ten Welt. Nicht ein­mal lese ich einen Satz, wie Wer­bung, Soci­al Media oder Con­tent Hubs die Wer­te eines Unter­neh­mens stär­ken könn­ten.

Kein Wun­der. Die Voll­endung der Wer­bung der geld­gei­len 90er ist das Tro­ja­ni­sche Pferd. Wie kann ich den Kun­den maxi­mal mani­pu­lie­ren — was ja nicht “bewe­gen” meint, schon gar nicht i.S.v. “berüh­ren” und schon über­haupt nicht mit der Ver­ant­wor­tung, die in den Wer­ten einer Mar­ke steckt.

Man ver­zei­he mir mei­ne offe­nen Wor­te, aber mir liegt die Mar­ke am Her­zen. Und nein, ich möch­te hier nichts ver­kau­fen. Das ist ein Blog, ist ein Blog, ist ein Blog. 

Die nächs­te Sicht­wei­se hat dafür kei­ne Ahnung, war­um es Wer­bung gibt und die letz­te­re erzählt banals­tes Blog­ger­wis­sen, als hät­ten sie das Inter­net erfun­den.

War­um? Um sich aus­zu­tau­schen? Um zu erfah­ren, was gut für die eige­nen Kun­den ist? Mein Gefühl sagt mir: nein. Es geht nur dar­um, die eige­ne Posi­ti­on zu stär­ken, sich im Wett­streit zu posi­tio­nie­ren. Je lau­ter und län­ger und elo­quen­ter, des­to erfolg­ver­spre­chen­der. Das ist die Spra­che von Ver­si­che­rungs­ver­tre­tern. Von Mar­ke in etwa so weit weg, wie [hier bit­te eige­nes Wort­spiel ein­set­zen]. Genau­so weit ist es übri­gends von “Posi­tio­nie­rung” weg.

Zuerst waren die Home­pages, die zu Web­sites und Web­prä­sen­zen wur­de. Dann kam die gro­ße “My” Wel­le, die Zeit der klei­nen Yahoos (und Yahoos letz­te, bewe­gen­de Inno­va­ti­on — auch nur, um an mehr Daten zu kom­men). Von der Algo­rith­mus-Gläu­big­keit von Leu­ten, die nicht­mal wis­sen, was das ist — und die mir z.B. auf einer pro­fes­sio­nel­len Platt­form Job­vor­schlä­ge als Juni­or­prak­ti­kant in einer Ver­si­che­rung macht, mal ganz zu schwei­gen. Dann kam Web 2.0, die Blogs und Soci­al Media. Tim Ber­ners-Lee mein­te ein­drück­lich, daß da kein Web 2.0 zu sehen ist. Egal, die Welt hat­te ihre Sau. Was der Erfin­der des WWW da brab­belt inter­es­sier­te kaum Einen. Der Mann hat­te Erfah­rung. Pfui. Schnit­zel wer­den über­be­wer­tet.

Die Klas­sik hat­te und hat immer noch das Heft in der Hand. Sie haben ja auch die Gel­der. Aber statt sich neu zu erfin­den, wenn schon die Welt sich neu erfin­det, wur­den klei­ne Spiel­chen auf Web­sei­ten gepackt, um die “Ver­weil­dau­er mit der Mar­ke” zu erhö­hen. Dabei wur­de nicht mal die Ver­weil­dau­er mit den schlech­ten Web­sei­ten erhöht. Flash war der gei­le Flash, den nur Wer­ber brauch­ten, um sich mit ande­ren Wer­bern dar­über zu unter­hal­ten, wie tol­le das Inter­net mal wird, wenn es so ist, wie Wer­ber es ger­ne hät­ten.

Die Digi­tal­welt war natür­lich kei­nen Deut bes­ser. Revo­lu­ti­on! Run­ter mit den Köp­fen! Wer­bung ist scheis­se und braucht kein Mensch. Die wer­den bald alle arbeits­los sein. Ist nicht so gekom­men. Inter­es­siert das heu­te jeman­den? Schaut mal irgend­ei­ner zurück? Respekt kommt von respec­te­re, das “sich umse­hen”. Macht kei­ner, wenn alle nur mit Bur­nout-Bli­cken gebannt nach vor­ne schau­en. Im Hams­ter­rad der Trei­ber und Getrie­be­nen. Sehn- und wol­lüs­tig in ein Sili­con Val­ley schau­end, das sie nicht ver­ste­hen.

Nicht zu ver­ges­sen: das gan­ze Elend fing mit Pixel­park an. “Mul­ti­me­dia ist die Ver­bin­dung von Text, Bild und Ton.” Die­se Defi­ni­ti­on mit der deut­sche Digi­tal­ver­bän­de jahr­zehn­te­lang hau­sie­ren gin­gen, stammt von den CD-COM-Pro­jek­ten von Pixel­park. Das Inter­net war zu der Zeit schon ent­eilt.

Was ist also digi­tal bran­ding? Das, was man draus macht. 

Klingt viel­leicht banal, aber sehen wir das Gan­ze doch mal von die­ser Sei­te: Das Inter­net hat eine Kom­ple­xi­tät geschaf­fen, die ein Ein­zel­ner nicht mehr über­bli­cken kann. Das Inter­net erzwingt kol­lek­ti­ve Lösun­gen.

Frü­her zeig­te ich in Vor­le­sun­gen ger­ne ein Chart mit den unend­lich vie­len Medi­en im Inter­net (“Mul­ti-Media”). Nur, um dann ein Chart zu zei­gen, wel­che tech­no­lo­gi­schen Schich­ten dar­un­ter lie­gen, damit das Inter­net funk­tio­niert. Der geneig­te Leser erhö­he die Kom­ple­xi­tät des Inter­net jetzt bit­te um den Fak­tor zehn. Das Inter­net ist ein gigan­ti­sches Uni­ver­sum und alle Ver­su­che, es ein­fach zu machen, sind naiv, kin­disch, lei­der nicht kind­lich. Das Inter­net erzwingt den Aus­tausch. Das ist der Punkt, an dem “altes Den­ken” nicht wei­ter­führt. “Altes Den­ken” so wie in “alte weis­se Män­ner”, so wie in König, Kai­ser, (frü­her) Pabst, oder Vor­stands­vor­sit­zen­der.

Das steckt tief in sei­ner Struk­tur: der Bau einer Ent­schei­dungs­ma­schi­ne, die auf Basis von Mathe­ma­tik so funk­tio­niert, wie unser mensch­li­ches Gehirn: ver­netzt, kom­plex. Kom­ple­xi­tät ist die Fol­ge der Ver­net­zung ein­fa­cher Ele­men­te.

Das Inter­net ist nicht kom­pli­ziert, (noch nicht — lasst es bit­te auch so) es ist kom­plex. Kom­pli­ziert machen es nur die, die was ver­kau­fen wol­len und sich den Teu­fel dar­um sche­ren, sich erst zu infor­mie­ren, bevor man los­plap­pert. Leu­te, die an die All­macht von Mei­nun­gen glau­ben und Wis­sen geflis­sent­lich igno­rie­ren, weil es ja hies­se, das eige­ne Unwis­sen ein­zu­ge­ste­hen.

Ganz ehr­lich: Nie­mand kann wis­sen, was im Inter­net steht. Unwis­sen ist kei­ne Schan­de mehr. Macht nix, wirk­lich.

Über Din­ge zu reden, die man nicht ver­steht, ist eine Schan­de. Ich glau­be, die Gene­ra­ti­on Y hat das längst ver­stan­den, Ihre Chefs noch nicht.

Bei­spiel: Alles, was man über per­fek­tes SEO wis­sen muss, lernt man mit einem Blog. Das ist kein Zufall. Die Blogs sind die Umset­zung des memex, den Van­ne­ver Bush beschreibt, um Gel­der zu aqui­rie­ren, um Wis­sen­schaft­ler damit zu beschäf­ti­gen, eine ver­netz­te Wis­sens­ma­schi­ne zu bau­en, die zum Inter­net wur­de. Das wis­sen eini­ge Leu­te im Sili­con Val­ley und geben die­ses Wis­sen wei­ter. Das wis­sen die Grün­der von Goog­le. Das wuss­ten auch die Grün­der von Face­book. Wer weiß das in Deutsch­land? Wer weiß, was “blog­gen” ist?

Das kön­nen nur Leu­te wis­sen, die sel­ber blog­gen. Expli­zi­tes Wis­sen ist, Wor­te wie­der­ge­ben, die man gelernt hat, impli­zi­tes Wis­sen ist Erfah­rung. Wer neue Sachen nicht aus­pro­biert, wird nie ein­schät­zen kön­nen, wor­um es geht, oder wenigs­tens ob eine Bera­tung was taugt, oder nur wie­der­ge­käu­tes Halb­wis­sen ist. Oder man fragt ein­fach nach ech­ter Erfah­rung, Ergeb­nis­sen und der fai­ren Bewer­tung der eige­nen Arbeit, bevor man es sich zu leicht macht, weil das Inter­net ja eh kei­ner braucht. Es könn­te so ein­fach sein.

Im “Blog­gen” steckt die Kunst der ver­netz­ten Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Men­schen, die man nicht kennt. Ist bei eMail oft nicht anders. Face­book hat dar­aus ein Geschäfts­mo­dell gemacht, für all die Mil­li­ar­den, denen sel­ber Blog­gen zu auf­wen­dig ist.

Das­glei­che gilt übri­gends für Wer­bung und PR- wer es nicht sel­ber gemacht hat, soll­te etwas dif­fe­ren­zier­ter dar­über spre­chen. PR und Wer­bung sind nicht schlecht, nur weil ein paar Hei­nis schlech­te PR und Wer­bung machen.
Sich selbst mal ein wenig zurück­neh­men, lei­ser, aber fun­dier­ter sein. Es könn­te so leicht sein. Reich­wei­te ist nicht alles im Leben. Sie kann für Auf­merk­sam­keit sor­gen, aber auch Auf­merk­sam­keit ist kein Ver­kaufs­ga­rant, schon gar nicht für das, was man eigent­lich ver­kau­fen woll­te. Aus­ser sie ent­steht orga­nisch. Gell?

Mal ein Basic zur Mar­ke: Wer­te ver­kau­fen von sich aus. Wer­te muss, ja Wer­te kann man gar nicht ver­kau­fen. Wer­te sind in sich attrak­tiv und sym­pa­tisch. Sie brau­chen weder Ham­mer noch Pferd.

Bevor mei­ne paar hoch­ver­ehr­ten Leser, die ich hier hab (und die sich sel­ten mel­den), Ihren gan­zen Tag opfern, möch­te ich direkt zum Schluß sprin­gen. Was will der Dom­sal­la eigent­lich? Ich möch­te eine Brü­cke bau­en, ein wenig zur Ver­söh­nung bei­tra­gen:

Die deut­sche Spra­che ist immer prä­zi­se, egal was der “Nut­zer” damit macht. Kom­mu­ni­ka­ti­on ist eine Teil­dis­zi­plin im Mar­ke­ting, zudem nicht mal die Wich­tigs­te. Ein gutes Pro­dukt kom­mu­ni­ziert sich immer auch sel­ber, ein Schlech­tes auch. Sie­he Tes­la, sie­he Das Auto. Con­tent Kom­mu­ni­ka­ti­on ist also was ande­res als Con­tent Mar­ke­ting.

Die Kunst in Wer­bung und PR ist die ana­lo­ge Kom­mu­ni­ka­ti­on, wes­halb sich bei­de Dis­zi­pli­nen mit dem Inter­net immer schwer taten. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on einer Bot­schaft oder einer Agen­da, ver­langt ganz eige­nes Wis­sen und Erfah­rung. Es geht um Emo­tio­nen, oder bes­ser gut deutsch: Gefüh­le.

Die Kunst der Kom­mu­ni­ka­ti­on im Inter­net war immer dann am Bes­ten, wenn sie sach­lich war. Kein Wun­der: Goog­le liebt Infor­ma­tio­nen und der Nut­zer auch.

Dank “sozia­ler Medi­en”, die, Ach­tung!, Platt­for­men sind, hat es die Kom­mu­ni­ka­ti­on auf die Brow­ser­ober­flä­che geschafft. Sie ist Teil des WWW gewor­den, Web 1.5 sozu­sa­gen (oder 1.2 für Kon­ser­va­ti­ve wie mich). Zeit­gleich blieb vie­les in der eMail oder ver­la­ger­te sich in Apps. Das hat das Inter­net nicht ver­än­dert, nur eini­ge Ober­flä­chen.

Klas­si­sche Medi­en sind Kanä­le in Ihrer eige­nen Medi­en­theo­rie. Platt­for­men im Web sind kei­ne Kanä­le und unter­lie­gen einer fun­da­men­tal ande­ren Medi­en­theo­rie. Bei­des muss sau­ber getrennt wer­den, um in Klas­sik oder Digi­tal zu arbei­ten.

Hat man die­se Tren­nung sau­ber voll­zo­gen, kann man die Berei­che wie­der zusam­men­brin­gen. Wie sag­te Mark Zucker­berg so schön: Kom­mu­ni­ka­ti­on ist ein so uni­ver­sa­les Prin­zip, Face­book braucht kei­ne Län­der­ver­sio­nen.

Kom­mu­ni­ka­ti­on ist im Web also kein Sen­der-Emp­fän­ger-Modell, wie in den Kanä­len, son­dern Aus­tausch, wie in der Kyber­ne­tik, die den gan­zen heis­sen Scheiss schließ­lich erfun­den haben.

Brin­ge ich Kanal-Emo­tio­nal und Aus­tausch-Infor­ma­ti­on zusam­men, habe ich die bei­den Sei­ten der Con­tent Kom­mu­ni­ka­ti­on. Die­se bei­den Sei­ten kann ich mit den funk­tio­na­len und emo­tio­na­len Wer­ten der Mar­ke kop­peln.

Genau das könn­te digi­tal bran­ding heu­te sein — und eine enor­me Chan­ce, die getrenn­ten Wel­ten end­lich zusam­men­zu­brin­gen. Heu­te. End­lich. 

Arbei­ten die Agen­tu­ren und Bera­ter für eine Mar­ke zusam­men, ergibt sich ein per­fek­tes Zusam­men­spiel. Fügen wir dann noch Pro­dukt und Ver­trieb hin­zu, ergibt sich eine ein­fa­che und erhel­len­de, banal klin­gen­de, aber effi­zi­en­te Lösung: Con­tent Mar­ke­ting heisst zunächst ein­mal, es geht wie­der um Inhal­te und nicht nur noch um Kom­mu­ni­ka­ti­on. Con­tent Mar­ke­ting bringt Unter­neh­men und Kun­den in einer eh schon ver­netz­ten Welt wie­der zusam­men. Con­tent Kom­mu­ni­ka­ti­on kann dabei hel­fen, gute Wer­bung lässt alle davon wis­sen. Dafür müss­te Opa nicht mal die Fami­lie bescheis­sen, wenn ich auf allen Kanä­len und Platt­for­men sehen wür­de, das Ede­ka Lebens­mit­tel wirk­lich liebt. Lie­be, ein Wort bei vie­len soge­nann­ten “Mar­ken”, Rest­bil­der Ihrer selbst, und Ver­ar­sche gehen im Deut­schen nun­mal schlecht zusam­men. Ohne Respekt hat man nicht mal den Start­schuss gehört.

Das lei­ten­de Bild für die Kom­mu­ni­ka­ti­on ist hier nicht mehr die Ziel­grup­pe, son­dern der ide­al­ty­pi­sche Kun­de, die Per­so­na, die mit den Wer­ten der Mar­ke am Meis­ten anfan­gen kann, oder eben den höchs­ten Nut­zen hat. Das funk­tio­niert regio­nal, wie glo­bal, weil, sag ich mal, das Prin­zip Mensch so uni­ver­sal ist, daß man kei­ne Län­der­ver­sio­nen braucht.

Das Inter­net, als DER Com­pu­ter, ist dabei im Lead. Fängt man hier an, passt es auch in den klas­si­schen Kanä­len, schö­ner noch, alles passt zusam­men. Und ja: Ob das TV so bleibt, wie in den 80ern ff ist unge­wiss, aber das Inter­net geht nicht mehr weg.

Dann hat Sto­ry­tel­ling im Con­tent Mar­ke­ting genau­so viel Berech­ti­gung, wie infor­ma­ti­ve The­men­hubs oder ande­re Werk­zeu­ge im Mar­ke­ting, ich sag mal “ver­netz­tes Auto”. Je nach­dem, was sie als Medi­um errei­chen kön­nen.

Wenn ich aber das Prin­zip Mensch zum Leit­bild der Kom­mu­ni­ka­ti­on erhe­be, erge­ben sich zwei Effek­te, für die es höchs­te Zeit wird:

1. Die Kom­mu­ni­ka­ti­on als Seg­ment im Mar­ke­ting wird end­lich sel­ber  Kun­den­ori­en­tiert, und

2. Wer­te wer­den wie­der zum Opti­mum der Unter­neh­mens­füh­rung und damit kehrt end­lich die Mar­ke in die Deutsch­land AG zurück.

(3. Wolf Lot­ter könn­te mit sei­nen The­sen zum Zivil­ka­pi­ta­lis­mus als moder­ne Ver­si­on der sozia­len Markt­wirt­schaft noch Recht behal­ten und die Mar­ke wird zur füh­ren­den Unter­neh­mens­form (älte­res Zitat, als das Buch) ;-)

Bevor also jemand ver­sucht, die­se Ansät­ze zur opti­ma­len Mani­pu­la­ti­on zu nut­zen, sei auf ein net­tes Kon­troll­in­stru­ment ver­wie­sen: Men­schen kom­mu­ni­zie­ren Wer­te aus dem Bauch her­aus. Oder anders gesagt, wir alle, jeder Ein­zel­ne von uns, welt­weit, spü­ren, wenn uns jemand ver­arscht. Wir spre­chen es nur nor­ma­ler­wei­se nicht aus.

Füh­rungs­an­spruch? Net­ter Ver­such, Mer­ce­des. Lei­der ein Jahr­hun­dert zu spät.

Kei­ne Poin­te. Kein Bild.

Bild­quel­le: Inter­net — Goog­le Bil­der­su­che — Mar­ke­ting Blog.biz 

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One Reply to “Was ist digital branding? ”

  1. Ich bin mir sicher, dass in 20 Jah­ren Digi­tal Bran­ding der ein­zi­ge Typ der Wer­bung wird.

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