Warum sind alle so auf­ge­regt? Die einen ver­teu­feln es, die ande­ren fei­ern es, aber alle sind so furcht­bar auf­ge­regt. Es ist nur ein klei­ner Computer.

Talk of the Town: die Rück­kehr der klas­si­schen Medien. Ver­lage freuen sich über App-Verkäufe. End­lich eine digi­tale Zei­tung, die funk­tio­nie­ren könnte. So what? Es ist nur eine von vie­len Apps.
Ich per­sön­lich denke dar­über nach, wie­der eine Zei­tung zu abbo­nie­ren (Falls ich ein iPad kaufe.). End­lich kommt das Medium in einem moder­nen For­mat. Print ist ein­fach unprak­tisch. So ein­fach ist das. Und mal ehr­lich: selbst 7.99€ / Monat sind 2 Cur­ry­würste und eine Cola. Wo sind die Werte eigent­lich geblieben?

Hier lohnt ein Ver­gleich mit der Musik­in­dus­trie, aber nicht wie er sonst im Web gemacht wird.  iTu­nes war die erste prak­ti­sche und ein­fa­che Lösung, um Lie­der digi­tal zu kau­fen und zu ver­wal­ten. Das iPad ist die erste prak­ti­sche und ein­fa­che Lösung, um Zei­tung digi­tal zu kau­fen. So ein­fach ist das.
Apropo, wo wir schon dabei sind: auch Videos auf dem iPad schauen ist nur eine App — von vielen.

Talk of the Town2: das iPad ist nicht so offen, wie das Web und man kann nur kon­su­mie­ren, nicht pro­du­zie­ren. Das sehe ich ja kom­plett anders. Hier muss ich den hoch­ver­ehr­ten Dave Winer und Jeff Jar­vis wider­spre­chen. Auch wenn sie Ihre Mei­nun­gen vor­sich­tig for­mu­lie­ren, so kommt sie doch aus einem ande­ren Jahr­zehnt des Com­pu­ting. Über Word­Press, Google Docs und Drop­box kann ich sehr gut pro­du­zie­ren. Und wer unbe­dingt seine Fotos stän­dig hoch­la­den will, soll sich die Kamera anste­cken. Wo ist das Problem?

Ach ja, es ist kein Net­book. So what? Schmeis­sen wir des­we­gen unse­ren ande­ren Werk­zeuge weg? Ich für mei­nen Fall behalte das Sub­note­book, das iPhone und auch meine “rich­tige” Kamera. Damit kom­men z.B. die Fotos zu Flickr. Nicht alle, aber alle Guten. Und die von unter­wegs spielt das iPhone spie­lend hoch.

Liebe Leute, es will gar kein Net­book sein, ja es will noch nicht mal ein klei­ner Com­pu­ter sein. Aber es ist eine ein­fa­che Mög­lich­keit, den Nut­zen der Com­pu­ter­tech­nik auch zu nut­zen. Mit allen sei­nen Apps. Ohne den gan­zen tech­ni­schen Fir­le­fanz, den nur Leute mögen, die das mögen. Aber wer möchte beim Arzt erst ein­mal die Tech­nik kon­fi­gu­rie­ren? Wer hat wirk­lich Lust, sich stän­dig mit der Tech­nik, statt mit den Inhal­ten zu beschäftigen?

Sind des­we­gen alle Exper­ten so sauer? Weil sie das Gefühl haben, die letz­ten Jahre Tech­nik– Fum­me­lei waren ver­schenkte Lebens­zeit? Ist Ihnen das iPad zu einfach?

Mir nicht.

Es gibt noch diverse andere Dis­kus­sio­nen um das Pad (Wel­ches die wenigs­ten über­haupt in der Hand gehal­ten haben). Alle ver­feh­len, was mei­nes Erach­tens wesent­lich ist. Das Pad ist ange­nehm ein­fa­ches mobi­les Com­pu­ting. So ein­fach ist das.

Jeden­falls, wenn man seine Sicht nicht von ver­gan­ge­nen Dis­kus­sio­nen und Zei­ten blen­den lässt. Für mich per­sön­lich rechne ich das ein­fach mal hoch: 50–60% mei­ner Com­pu­ter– Zeit ver­bringe ich am iPhone: Kom­mu­ni­ka­tion und Orga­ni­sa­tion. Pro­duk­tion fin­det am Note­book statt. Für mich ist das iPad also ein­fach ein gro­ßes iPhone (was es ja auch ist) — mit­hin also ein ange­neh­me­res, mobi­les Arbei­ten, als am iPhone.  Ein klei­ner Com­pu­ter eben, nur vieeel persönlicher.

Ob es ein “Game Chan­ger” ist, wage ich zu bezwei­feln. Das war das iPhone. Und genau des­we­gen wur­den mehr iPads am ers­ten Tag ver­kauft, als vom iPhone. Das ist also auch nichts “Dol­les”, wie der Ber­li­ner sagt. Die Erfolgs­re­zepte vom Mar­ke­ting­gott Seth Godin sind also auch Hum­bug und gehen am Thema vor­bei. Wir wol­len auch nicht ver­ges­sen, daß Apple seit Jahr­zeh­ten ver­sucht, so ein Gerät zu ver­mark­ten und das dies  regel­mä­ßig “in die Hose ging” (sagt der Ber­li­ner auch).  (Da hat Godin recht, aber die Schluß­fol­ge­rung ist immer noch falsch.)

Also mein Tipp: ent­span­nen, sel­ber aus­pro­bie­ren, wenn es einen per­sön­li­chen Nut­zen hat kau­fen, ansons­ten ein­fach wie­der ver­ges­sen und etwas Schö­nes unter­neh­men. Eine Wan­de­rung zum Beispiel.

Das Schluß­wort bekommt die Welt­kom­pakt, die das Gerät gerade getes­tet hat:

ipad-fazit nach 30 minu­ten: es fühlt sich schnell ganz nor­mal an. ideal fürs cafe, bahn, flug­zeug, hotel, sofa

Sag ich doch, so ein­fach ist das.

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