Das was kri­ti­siert wird, bist nicht du!

Ent­schul­dige, wenn ich Du sage, wir ken­nen uns nicht per­sön­lich. Aber ich kenne viele, die dich ken­nen und die sagen, Du bist die Gute. Deine Comics bewei­sen das mit jedem Feder­strich. Und es hat mich schon immer geär­gert, wenn aus­ge­rech­net die Guten das Feld als Erste ver­las­sen. Weil ich weiß, daß das Die nicht tun, die es sollten.

Die Vod­a­fone– Kam­pa­gne ist schlecht. Aber sie ist vor allem hand­werk­lich schlecht, weil sie etwas ver­sucht, daß nicht gehen kann. Das ist aber nicht die Reak­tion im Web. Die Leute benut­zen zwar Worte wie Wer­bung und Mar­ke­ting, haben aber offen­sicht­lich wenig Erfah­rung und Wis­sen darum.
Das merkt man an der enor­men emo­tio­na­len Reak­tion. Sie füh­len sich per­sön­lich ange­grif­fen. Das liegt ein­fach daran, daß man sie ange­spro­chen hat, ohne sie ernst zu neh­men, ohne Respekt. Sie füh­len sich verarscht.

Da aber die Ver­ant­wort­li­chen der Kam­pa­gne weder im TV Spot auf­tau­chen, noch sonst wenigs­tens ein­mal gesagt hät­ten “Sorry, wir haben Mist gemacht”, suchen sich die Men­schen die Opfer, die erreich­bar sind. Und Du warst erreich­bar. Von daher ver­stehe ich deine Reaktion.

Sie kri­ti­sie­ren aber nicht Fr. Schnu­tin­ger. Sie kri­ti­sie­ren ein Bild aus einem TV Spot. Sie kri­ti­sie­ren auch nicht die Web 2.0 Schnu­tin­ger, die für die deut­sche Szene sehr wich­tig ist, weil sie Seele ins Web bringt. Und vor allem kri­ti­sie­ren sie nicht die echte Fr. Schnu­tin­ger. Denn wenn sie die ken­nen wür­den, na, Du weisst schon.

Mach es wie Kohl, aus­sit­zen. Eine Pause. Nächste Woche haben die Leute wie­der andere Aufreger.

Warum ich aber die­sen Bei­trag hier schreibe:
Die ganze Vod­a­fone– Kam­pa­gne, mit PR und Spot und allem drum­herum, hat nur eine ein­zige gute Szene:

Du mit Kind auf Wiese. Da liegt offen­sicht­lich eine starke Frau. Bezau­bernd. Jeder weiß, daß das Mutter-Da-Sein heute kein Zucker­schle­cken ist. Aber sie macht das. Sie packt den Tag. Auch weil sie Freunde im Web hat (das Lenovo leuch­tet weiss und rein). Sie ist unbe­rühr­bar in Ihrer Rein­heit. Sie ist trotz­dem so nah, wie die Müt­ter, die jeder in sei­nem Umkreis hat. Das ist ehr­lich und das ist schön. Das bist Du.

Die Leute regen sich zu Recht auf. Sie machen das an dei­ner Adresse. Aber sie machen es nicht bei Dir. Sie neh­men sich das, was am Nächs­ten ist und mei­nen die Macher der Kam­pa­gne. Das bist nicht du. Du bist die starke Mut­ter auf der Wiese. Und das MUSST Du auch bleiben.

Mach eine Pause, aber zieh Dich nicht zurück. Bitte.

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11 Kommentare zu: Offener Brief an Fr. Schnutinger

  1. meistermochi sagt:

    sie hätte sich vor ihrem rück­zug noch­mal dazu äußern sol­len, dass vod­a­fone die zen­sur unterstützt.

  2. KMTO sagt:

    Ich weiß nicht, damit würde Sie das Thema auf sich laden und es ist aber nicht Ihr Thema, son­dern das von Vod­a­fone — und wenn über­haupt, Sie macht sicher keine Wer­bung für Zen­sur­sula damit…
    Es hätte doch gereicht zu sagen, warum sie mit­ge­macht hat und was sie jetzt davon hält. Alle machen Feh­ler jeden Tag. Die Guten ler­nen dar­aus. Und so dra­ma­tisch ist es nun auch nicht — ist ja nur Wer­bung — wie Brei­ten­bach so schön feststellte.

  3. herresser sagt:

    Volle Zustim­mung.

    @meistermochi: Sie hat in ihrem Blog zum Aus­druck geschrie­ben, sie habe den Ein­druck, es hört eh kei­ner mehr zu. Dann würde ich auch nichts mehr sagen.

  4. Man muss suchen — aber sie aeus­sert sich zum Thema Zensur/#zensursula etc. Sehr ver­steckt in ihrem eige­nen Blog. Man muss die Arti­kel durch­kli­cken, in den letz­ten Bei­trä­gen ist die Kom­men­tar­funk­tion gesperrt. Aber dann sind noch ein paar Posts offen und dort aeus­sert sie sich auch zum Thema Zen­sur. Tri­cky and hard to find. Tenor: sie weiss zu wenig dar­u­e­ber und aeus­sert sich nur ueber Dinge, von denen sie Ahnung hat.

  5. […] lei­den­schaft­li­chen Appell in Rich­tung Schnu­tin­ger, das Kind nicht mit dem Bade aus­zu­schüt­ten, hat @kmto […]

  6. ihdl sagt:

    woher stam­men denn die abge­setz­ten zitate?

    Du mit Kind auf Wiese. Da liegt offen­sicht­lich eine starke Frau. Bezau­bernd. Jeder weiß, daß das Mutter-Da-Sein heute kein Zucker­schle­cken ist. Aber sie macht das. Sie packt den Tag. Auch weil sie Freunde im Web hat (das Lenovo leuch­tet weiss und rein). Sie ist unbe­rühr­bar in Ihrer Rein­heit. Sie ist trotz­dem so nah, wie die Müt­ter, die jeder in sei­nem Umkreis hat. Das ist ehr­lich und das ist schön. Das bist Du.”

  7. Peterchen sagt:

    Was mich bei die­ser gan­zen Dis­kus­sion nervt: warum macht die eine Wahr­heit?—?dass Schnu­tin­ger ziem­lich naiv über ein gespon­sortes Handy geschrie­ben hat und ihr Gesicht für eine höchst frag­wür­dige Kam­pa­gne her­ge­lie­hen hat?—?die andere Wahr­heit?—?dass Schnu­tin­ger seit lan­gem cle­ver und lesens­wert bloggt?—?plötz­lich unwahr? Gut?—?an der Stelle ver­stehe ich ihre Reak­tion dann wie­der nicht: wer in die Küche geht, muss die Hitze aushalten.

  8. christina sagt:

    ich würde die betrach­tung des the­mas gerne ein wenig differenzieren:

    die vf kam­pa­gne ist das eine, ja, da bin ich sel­bi­ger meinung.

    was zur auf­re­gung und emo­tio­na­li­sie­rung führt aus mei­ner sicht ist, dass schnu­tin­ger sich dafür her­ge­ge­ben hat und sich vor dem hin­ter­grund ihrer vor­ge­schichte im kon­text der kam­pa­gne unglaub­wür­dig gemacht hat.

    wei­ter: ist euch mal auf­ge­fal­len, dass die inte­gra­tion von babies / kin­dern in der wer­bung stark ange­stie­gen ist in der jüngs­ten vergangenheit?

    warum ?

    weil diese ein her­vor­ra­gen­der door-opener und eye-catcher sind (evo­lu­ti­ons– und gesell­schaft­lich bedingt) und hier unbe­wusst gefühle und asso­zia­tio­nen getrig­gert wer­den, mit der wir den wer­be­trei­ben­den über den bot­schaf­ter baby in unser leben hineinlassen.

    hier sind also unbe­wusst meh­rere gefühls­ebe­nen im spiel !

    aus gesell­schafts­po­li­ti­schen grün­den find ich den auf­schrei, der statt­ge­fun­den hat, daher sehr posi­tiv im ethisch, ver­ant­wor­li­chen sinne!

    btw.: die aktu­elle zeit­qua­li­tät zeigt genau diese the­men an: “Die Revo­lu­tion ertränkt ihre Kin­der (Web 2 Gene­ra­tion), ver­kauft ihre Kin­der, ver­heizt ihre Kin­der, Evo­lu­tion, Erneue­rung, Umsturz, Umwäl­zung der alten Ord­nung” … ” In Kri­sen­zei­ten wie die­ser ist jeder auf­ge­ru­fen, Farbe zu beken­nen, d.h. sich auf seine ange­sam­mel­ten sozio­kul­tu­rel­len Werte zu besin­nen, sich zu ihnen zu beken­nen und von dem zu tren­nen, was die­sen Wer­ten und den mit ihnen ver­bun­de­nen Zie­len schadet.”

    gefun­den auf: http://bit.ly/WgqTt

  9. KMTO sagt:

    @ihdl die Zitate sind von mir — ich wollte aus­drü­cken, was mich daran bewegt hat, mal ganz ohne fach­li­che Wer­tung — und — das genau diese Szene die _Grundlage_ für eine _gute_ Kam­pa­gne gewe­sen wäre, ohne das jetzt fach­lich wei­ter auszuführen.

  10. […] aber kon­se­quent. Dass es sie mit vol­ler Härte trifft, ver­sucht Michael Dom­salla zu erklä­ren. Der Vor­gang zeich­net für mich ein ent­täu­schen­des Bild eines Teils der deutschen […]

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