Wie Unternehmen Twitter nutzen können

Die Idee des „Echt­zeit- Mar­ke­ting” bekommt ein Gesicht. Inner­halb von zwei Tagen* wie­der­holt sich ein inter­es­san­tes Twit­ter- Phä­no­men. Zuerst beschwer­te sich eine Jour­na­lis­tin auf Twit­ter, daß sie einen wich­ti­gen Poli­ti­ker der Libe­ra­len Demo­kra­ten (Lib­Dem, UK) nicht an das Tele­fon bekommt. Dann beschwer­te sich ein Kun­de — auch auf Twit­ter — daß der Ser­vice von Com­cast immer schlech­ter wird und selt­sa­me Rech­nun­gen auf­tau­chen : „Was für einen Betrug plant Com­cast?”.

Das Phä­no­men : bei­de erhiel­ten umge­hend Ant­wort und vor allem eine Lösung Ihres Pro­blems. Ein Phä­no­men ist das aus zwei­er­lei Grün­den : zum einen haben bei­de in einen unsicht­ba­ren, vir­tu­el­len Raum kom­mu­ni­ziert, ohne eine Ant­wort zu erwar­ten. Zum Ande­ren haben sie eine Ant­wort von jeman­dem erhal­ten, den sie nicht direkt ange­spro­chen haben. (Der 3. Grund ist viel­leicht, daß bei­de, Par­tei und Unter­neh­men über­haupt geant­wor­tet haben.)

Das Com­cast Bei­spiel fand ich ges­tern im Han­dels­blatt, dort wer­den eini­ge gute Bei­spie­le auf­ge­führt, war­um Unter­neh­men zumin­des­tens zuhö­ren soll­ten. Denn die Suche nach per­sön­li­chen Kom­men­ta­ren zum eige­nen Unter­neh­men ist unglaub­lich ein­fach. Erst nach dem Hören, kommt das Spre­chen, wie Klaus Eck im Arti­kel so schön sagt. Bei­spie­le, wie Unter­neh­men sel­ber aktiv wer­den kön­nen, fin­den sich auch :

Die PR-Agen­tur Weber Shand­wick betrieb zum Bei­spiel für T-Mobi­le zum Markt­start des Goog­le-Han­dys G1 einen Twit­ter-Kanal, über den das Smart­pho­ne ver­lost wur­de. Star­bucks beant­wor­tet Kun­den­fra­gen, die Flug­ge­sell­schaft Jet­blue lie­fert zusätz­lich Rei­se­tipps, die Deut­sche Bahn twit­tert sogar ihre Ver­spä­tun­gen. Dell und der Schuh­händ­ler Zap­pos ver­kün­den Son­der­an­ge­bo­te nur für ihre Twit­ter-Mit­le­ser, Nach­rich­ten­häu­ser wie „Spie­gel” oder das Han­dels­blatt ver­sen­den ihre Schlag­zei­len mit Links auf die Arti­kel. Bei man­chen Redak­tio­nen wie „Welt” oder „Der Wes­ten” ist Twit­ter gleich­zei­tig ein Draht zur Redak­ti­on. … MyMüs­li bekommt er direk­te Anre­gun­gen, etwa dass im Sor­ti­ment glu­ten­freie Ange­bo­te feh­len.”

Womit wir beim inter­es­san­tes­ten Phä­no­men über­haupt wären : Unter­neh­men und Orga­ni­sa­tio­nen kom­mu­ni­zie­ren direkt mit Ihren Kun­den. In Echt­zeit, ohne jede Bekannt­schaft. Wenn das mal nicht ech­tes Direkt- Mar­ke­ting ist (jen­seits der klas­si­schen Maß­nah­men). Da eröff­nen sich unge­ahn­te und span­nen­de Mög­lich­kei­ten für moder­nes Mar­ke­ting. Wir wis­sen ja, wo einer spricht, hören viel mehr zu. Auch wenn man sie nicht sieht.

* Die 2 Tage sind meine persönliche Zeitspanne, in der ich die beiden Beiträge gelesen habe. Für mich ist das wichtiger, als der tatsächliche Zeitpunkt des Geschehens. Auch hier verändert sich meines Erachtens Wahrnehmung fundamental. Der tatsächliche Zeitpunkt ist nur in Ausnahmefällen wichtig.

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4 Gedanken zu „Wie Unternehmen Twitter nutzen können

  • 1. Juni 2009 um 22:07
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    Dan­ke für die­se Anre­gun­gen. Mein Ein­druck von Twit­ter war bis­her der eines über­be­wer­te­ten Hypes und einer Bewe­gung in die fal­sche Rich­tung, da wir alle mit­ein­an­der sowie­so schon infor­ma­ti­ons­über­flu­tet sind. Intel­li­gent genutzt könn­te es aber tat­säch­lich von Nut­zen für bei­de Sei­ten, unse­re (poten­ti­el­len) Kun­den und uns sein. Geben wir der Sache eine Chan­ce ! Somit wären wir der nächs­te Shop :P

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  • 2. Juni 2009 um 09:22
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    Hal­lo Fr. Bos­ler, Twit­ter ist so vie­les gleich­zei­tig — da kann es auch tota­ler Unsinn sein ;-) Wie in jedem Medi­um ist es eine Fra­ge der Nut­zung. Twit­ter kann eben auch als per­fek­ter Fil­ter funk­tio­nie­ren, der die Infor­ma­ti­ons­flut auf das Wesent­li­che redu­ziert. Zugleich kann Twit­ter auch die Kom­mu­ni­ka­ti­on auf „die Wesent­li­chen” redu­zie­ren.

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