Werbung in Weblogs III

Und noch ein bischen mehr Glück — nach den theo­re­ti­schen Über­le­gun­gen und den prak­ti­schen Tipps, nun das prak­ti­sche Bei­spiel. Mar­tin Oet­ting wer­tet die Blogg- Kam­pa­gne von Tchi­bo- Ide­as aus und kommt zu einem tref­fen­den Fazit.

Wor­um geht es?
Tchi­bo woll­te Ihre Platt­form “Tchi­bo Ide­as” mit­tels Blog­wer­bung pro­mo­ten. Die Platt­form dient der Gene­rie­rung von Pro­dukt­ide­en durch die Kun­den. Der­zeit sind 317 Ide­en ein­ge­stellt, eini­ge davon mit ech­tem Poten­zi­al.

Zur Pro­mo­ti­on wur­de 100 Pake­te an “Nodes” — Blog­ger mit Reich­wei­te — ver­schickt. In den Pake­ten war eine Zahn­bürs­te, ein Han­dy und ein Nass­ra­sie­rer, dazu ein lee­res Logo.
Die Akti­on wur­de in der Blo­gos­phe­re reich­lich dis­ku­tiert, aller­dings nach einem “neu­gie­ri­gen Start” mit stark nega­ti­ven Unter- und zum Teil auch Ober­tö­nen.

Mar­tins Fazit:

Ers­tens: wenn man mit­tels Ver­sen­den von mys­te­riö­sen Bot­schaf­ten nicht nur Auf­se­hen, son­dern auf wirk­li­che Mar­ke­ting­ef­fek­te erzie­len will, dann soll­te man … sehr genau dar­auf ach­ten, wie die Geschich­te mög­lichst in rele­van­ter span­nen­der Wei­se auf­ge­löst wird.
Zwei­tens: wenn man nicht so sehr auf eine schrä­ge Akti­on set­zen will, son­dern eher Mund­pro­pa­gan­da als stra­te­gi­schen Bau­stein im Mar­ke­ting ver­wen­den will, dann soll­te man pas­send aus­ge­wähl­te Leu­te im Mar­ke­ting­pro­zess invol­vie­ren.”

Mei­ne Mei­nung: “Es gibt kei­ne schlech­te PR”. Ich wür­de ger­ne wis­sen, wie vie­le Men­schen durch die Akti­on über­haupt erst von der Platt­form erfah­ren haben?

Kri­tik:
— Die Blog­aus­wahl war wahl­los. Das spü­ren die Blog­ger und reagie­ren ent­spre­chend.
— Der Platt­form fehlt Authen­ti­zi­tät — durch die Akti­on wur­de noch ein­mal breit gestreut, daß Tchi­bo mehr­fach unter Pla­gi­ats­ver­dacht steht. Das wie­der­um ist wirk­lich schlech­te PR.
— Die Idee hat­te so schön ange­fan­gen — und wur­de dann so lust­los auf­ge­löst. Dabei fehl­te dem Paket nur die Fra­ge: Wel­ches Pro­dukt wür­den Sie aus den drei Zuta­ten erfin­den? (Ja, das geht noch humor­vol­ler…)
— Ein­be­zie­hung der Nut­zer, sie­he Mar­tins Arti­kel
— Kla­re Rege­lung des Copy­rights und der Pro­vi­sio­nen der Erfin­der. Bis­her muss man einen Patent­an­walt beschäf­ti­gen, um auch etwas von der Idee zu haben.

Der kom­plet­te Bei­trag bei:
» ConnectedMarketing.de: Case Stu­dy: Blog­ger-Mar­ke­ting für Tchi­bo-Ide­as

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