Eine Wer­be­kam­pa­gne (2.0) als Schnitt­stelle zwi­schen Marke, Poli­tik und Gesell­schaft, die etli­che Kon­tro­ver­sen aus­löste, aber den­noch kein Bro­u­haha ist. Pepsi hat kurze Video­in­ter­views mit Ame­ri­ka­nern und Tou­ris­ten in einem eige­nen Youtube Chan­nel online gestellt — zuerst unter dem Slo­gan Fare­well Mr. Pre­si­dent, danach die Fort­set­zung mit “Refresh Ever­y­thing”. Der erste Teil ver­ab­schie­det Mr. Bush, der zweite Teil heisst Mr. Obama will­kom­men, zum Teil mit bemer­kens­wert offe­nen Aus­sa­gen, die Pepsi sel­ber so nicht hätte äußern können

Die Aktion ist in mei­nen Augen ein wun­der­ba­res Bei­spiel dafür, wie Wer­bung Stim­mun­gen im Land auf­grei­fen und sofort umset­zen und nut­zen kann. Nichts ande­res zei­gen die Videos. Sie grei­fen eine sozio-kulturelle Stim­mung in den pro­gres­si­ven Schich­ten der Bevöl­ke­rung auf. Man könnte sagen, die Marke hat die demo­kra­ti­schen Wäh­ler und Sym­pa­ti­s­an­ten als Ziel­gruppe defi­niert. Alleine die Unter­stüt­zung durch unend­li­che Musi­ker und Stars und die bekann­ten Zah­len aus der Markt­for­schung bezüg­lich jün­ge­rer Wäh­ler, zei­gen, daß Pepsi die Ziel­gruppe gut gezir­kelt hat. Indi­rekt wird der Kon­kur­rent Coca Cola und damit die Marke ein gutes Stück konservativer.

Die­ses “Aus­nut­zen” war dann auch Kern der Kri­tik.  Die Kri­tik greift mei­nes Erach­tens nicht, wenn man die Begeis­te­rung vor den Web­cams und die frei­wil­lige Teil­nahme berück­sich­tigt. Es geht ja auch nicht die Idee, die man in Deutsch­land und Europa exakt so umset­zen könnte. Es sind viel­mehr die Bei­träge der Men­schen, wel­che die Aus­strah­lung, den Rhyt­mus und die Stim­mung der Kam­pa­gne prä­gen.
Viel­leicht sollte die Marke stär­ker in den Hin­ter­grund tre­ten, aber letz­te­nen­des hat sich die Kam­pa­gne von selbst ver­brei­tet. Irgend jemand musste die enorme Emo­tio­na­li­tät ja in einen Kanal bün­deln. Somit tref­fen Form (Youtube Chan­nel) und Inhalt (Kana­li­sie­rung) per­fekt auf­ein­an­der. Gute Unterhaltung:

Adieu, Mr. Präsident

Will­kom­men, Mr. Präsident

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