Beeindruckend:

„Eine wesentliche Veränderung der Website des Weissen Hauses spiegelt ein Wahlversprechen des Präsidenten: alle Gesetzgebungsverfahren, die nicht den Krisenfall betreffen, werden für 5 Tage auf der Website publiziert und können öffentlich kommeniert werden.“

So steht es auf WhiteHouse.gov (Zitat in englisch auf Spreeblick von T. Knüwer) unter der großen Überschrift: „Die Veränderung ist in Amerika angekommen – Change has come to America“. Damit ist auch Cluetrain an oberster Stelle angekommen: Märkte sind Gespräche, Gesellschaften auch, möchte ich hinzufügen.
Dabei erinnert die gesamte Site mehr an ein Weblog, als an eine klassische Webseite – schon das ist überaus bemerkenswert.

Wie lebendig das wird, möchte ich an einem bezaubernd, intelligentem weiblichen Beispiel zeigen: Michelle Obama. Wir wissen ja: große Männer haben immer große Frauen an Ihrer Seite und deren Einfluß ist beachtlich.

Sie bloggt selber / Über sie wird gebloggt / Und sie bloggt bei Anderen

Was mich aber am meisten fasziniert, ist das Michelle Obama Fashion und Lifestyle Blog. Der Boulevard wird zumeist abfällig betrachtet. Dabei gehört das Alltägliche doch viel mehr zu uns, als das Besondere. Das Thema ist recht monoton: die Mode von Mrs. O, aber es geht um nicht weniger, als die neuen Top- Designer des Landes. Bedenkt man, daß gutes Design das Image und die Momente eines ganzen Landes und seiner Zeit widerspiegelt, wird diese Art Boulevard zur Primetime des gesellschaftlichen Lebens. Mit Sicherheit wird dieses Weblog höchste Zugriffsraten verzeichnen. Eine Kernbotschaft steht gleich im aktuellen Beitrag:

“ “The Mix is the Message”. She is responsible for connecting Mrs. O with many of the designers that have become familiar names throughout the campaign and inauguration.“

Für diesen Mix gibt es im Marketing viele Begriffe: Crossmedia, MashUps, Integration, Postmoderne, Crossover etc. – nur ein Beispiel, das zeigt, wie sehr diese Regierung im hier und heute steht, was man ja nicht von vielen sagen kann.

Es ist aber noch ein Phänomen, daß mit den Blogs einhergeht. Das klassische Boulevard- Magazin deckt viele Themen ab. Man kann sich einen Überblick verschaffen, rein informativ gesehen. Viele sehr erfolgreiche Weblogs arbeiten in Nischen, die sie wiederum wesentlich ausführlicher betrachten, als die klassischen Medien das tun. (Engadet mit seinen elektronischen Kleingeräten sei als klassisches Beispiel mit angeführt.)

Das Web bedient also kleine wie große Nischenthemen auf besondere Weise und dazu sehr persönlich. Natürlich kann man über so ein Fashion- Blog auch Designer verkaufen. Womit der Kreis Information – Kommunikation – Transaktion geschlossen wäre.

Um den Kreis zum Eingangsthema zu schliessen: Die Site des Weissen Hauses bedient sicher kein Nischenthema. Wenn sie sich doch so massiv den Ideen des Web 2.0 öffnet, ist der Wandel hin zu echer Kommunikation, die immer die Triebkraft des Web war, nicht mehr aufzuhalten.

Es ist eine Hochzeit für politische Blogs. Es ist ein Beispiel für gesellschaftlichen Wandel. Es ist ein Beispiel für die Wirtschaft. Wenn diese Ihre Chance nicht erkennt, werden andere die Lücke füllen. Die Entwicklung ist nicht aufzuhalten – und war es nie. Es ist der Weg für Macher* – Change has come to the World.

Barack Obama hat die Eigenschaften dieses Weges genannt: Mut, Risiko, Veränderung – klassische amerikanische Werte. An Michelle Obama kann man diese Werte schon lange sehen. Ich bin mir sicher, es wird sehr spannend und wertvoll sein, Ihren Weg zu beobachten, der im Zweifel offener ist, als der des Präsidenten. In diesem Sinne: ab mit den RSS- Feeds von Mrs. O in den Feedreader.

* Für mich der wichtigste Satz der Obama Rede zum Amtsantritt.

Nachtrag: Zahlen zum Web 2.0 während der Inauguration (Vereidigung) von Barack Obama

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