Warum sind wir hier?

Mit dieser Frage eröffnet Ashley Brown, Digitalchef der Coca Cola Company, seinen Blogbeitrag zur neuen Webseite. Nicht mit: „Unsere coolen neuen Features!“ Oder: „Worlds biggest brand relaunches it’s website!“ Es ist auch keine Pressemitteilung (PM), sondern ein Blogpost, beziehungsweise ist es irgendwie beides.

Es ist auch keine neue Webseite, wenn man genau hinschaut. Es ist der Beginn einer Reise. Das Leben ist eine Reise. Ich packe meine Koffer und nehme mit: Coke, ….

Wir haben früher immer auf die großen amerikanischen Webseiten geschaut, wenn es darum ging, ein Webkonzept für eine Marke in Deutschland zu machen. Meistens war das umsonst. Die Seiten waren schlecht. Kaum zu benutzen. Viel Flash, und B R A N D I N G, also bunte Bilder.
Aber die Zeiten ändern Dich. Auch die Marken. Die Verantwortlichen. Das Internet, oder was wir Entscheider davon wahrnehmen.

Es lohnt sich sehr, auf diese Webseite zu schauen. Sehr.

Coke überrascht auf ganzer Linie. Man weiß gar nicht wo man anfangen soll. Ich möchte das, was Coke da macht – zumal ohne Briefingkenntnis – auch gar nicht bewerten. Aber ich möchte das Auge des geneigten Lesers auf ein paar Sachen lenken.

  • Das Ganze sieht aus, wie ein Blogsystem für 3-4 Autoren (dabei responsive und unheimlich schnell). Dabei haben die drei Unternehmensblogs Ihren eigenen Bereich. Zur Erinnerung: es ist die weltweite Webseite eines der größten Unternehmen der Welt. Nich‘ wahr.
  • Die klassischen Inhalte finde ich sofort und intuitiv – Investor relations, Medieninformationen, Mitarbeiterbereich… Das Design stört gar nicht, obwohl es _extra bold_ gehalten ist.
  • Unter „BrandsBRANDS“ finde ich die Inhalte der sozialen Medien, nach meinem Lieblingsmedium filterbar. Sonst nix. Ausschließlich. (Ok, sowas macht Oberstaufen schon lange. Insider: Wir sollten also fragen: Kann Coca Cola Oberstaufen sein? ;-)
  • Das Media Center sieht genauso aus, wie der ganze Rest. Und trotzdem – obwohl die Seite dicht gepackt ist mit visuellen Eindrücken – finde ich typische Dinge für Journalisten sofort: Wo ist die Mediendatenbank, Pressekontakte etc. Was soll ich sagen, vergesst den Social Media Newsroom – diese ganze Webseite ist nichts anderes.
  • Auf einer statischen Banderole werden beeindruckende die wichtigsten Zahlen mitgeführt. Da steht z.B. 15 Marken mit „1 Billion“ Umsatz – und gleich nebenan „1.3 Mill. Tweets pro Quartal“. Wo gab es schon solche Gleichberechtigung von analog und digital?

Ich könnte ewig so weitermachen, aber ihr sollte ja selber klicken, schmöckern, Euch umschauen. Es lohnt sich. Ob das gut oder schlecht ist? Das hängt von den Zielen ab. Nach dem, was Ashley schreibt, passt alles, soweit man es beurteilen kann. Welche Teile des Konzeptes andere Marken übernehmen, muss jedes Unternehmen für sich entscheiden. Aber eins kann ich mit Gewissheit sagen:

Seit endloser Zeit begutachte ich Webseiten. Ich kann mich schlicht nicht erinnern, wann jemals eine große Marke den aktuellen Stand des Internet so konsequent in eine Webseite gegossen hat. Das verlangt großen Respekt! Jeder, der mal für große Marken gearbeitet hat, weiß, wie schwer es ist, eine kühne Vision auch in die Welt zu bringen. Mir bereitet es jedenfalls jede Menge (professionelle und persönliche) Freude, diese Seite zu erleben.

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