„Lasst uns zusammen Bücher verbrennen. Große Party am 05. Vorher bitte noch für die Schließung der Bibliothek stimmen.“ Dieser Aufruf auf Facebook hat den digitalen Epica Award gewonnen.

Die Facebook Fanseite der Aktion hat nicht mal 800 Fans, aber dennoch den 1. Preis eines bekannten Internationalen Wettbewerbs gewonnen. Sicher nicht nur, weil eine große Agentur dahinter steht. Ob sowas in Deutschland geht? Wer weiß. In jedem Fall erklärt es sehr gut, wie Soziale Medien funktionieren.

Hat der erste Satz – „Bücher verbrennen“ – etwas bei Ihnen ausgelöst? In der Kleinstadt Troy in Michigan, USA hat er das. Die lokale Bibliothek sollte geschlossen werden, um Geld zu sparen. Die Mehrheit war für die Schließung, die Bibliothek musste handeln.

Zusammen mit der Agentur wurde eine Facebook- Seite eröffnet, um gegen die Bibliothek zu stimmen und im Anschluß gemeinsam die Bücher zu verbrennen. Ein offensichtlicher NoGo. Die vielen Beschwerden auf der Facebook-Seite wurden weiter angeheizt, T-Shirts verkauft, Werbung geschaltet.
Die Auflösung war vorab geplant und wurde wenige Wochen vor dem Termin kommuniziert: „Der Aufruf die Bibliothek zu schließen, ist wie der Aufruf Bücher zu verbrennen.“  Die Befürworter dieses Gedankens waren alle schon auf der Seite und wurden jetzt aktiv: im richtigen Leben. Sie demonstrierten für den Erhalt der Bibliothek, und die Bibliothek hat gewonnen.

Das war der Grund für den 1. Preis: Digitale Medien und das reale Leben wurden perfekt miteinander verbunden. Nicht die Reichweite zählt, sondern das Ergebnis. Menschen wirklich bewegen [bewegen, auf lateinisch: manipulare].
Ok, die Reichweite war auch ein Ergebnis:  die Aktion wurde landesweit im Fernsehen ausgestrahlt. Mut wird belohnt.

Die komplette Story als Video (danke Eva Thoeni!).

Was denkt ihr – würdet ihr sowas in Deutschland auch machen?

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