Blogger sind in der Public Relation auch in Deutschland schwer im kommen. Die größte Tourismusmesse ITB hat es dieses Jahr vorgemacht: eigener Konferenzstrang für Blogger,  Speed Dating für Blogger und Unternehmen, jede Menge kleine und große Bloggertreffen wie bei Hamburg und Rheinland-Pfalz). (Deutlich besser als z.B. bei der gleichzeitig stattfindenden CeBIT!)

Ein guter Zeitpunkt, mit einigen Mythen zur Blogger Relation aufzuräumen. Heather Whaling, von Geben Communications, hat 2010 eine Morning Speech gehalten, deren vier Punkte aktuell und punktuiert sind.

  1. Mythos: Man muss erst Beziehungen zu den Bloggern aufbauen. Cold Pitches sind streng verboten.
    Realität: Beziehungen sind immer gut, aber nicht notwendig. Ein guter Pitch ist immer besser, als eine lauwarme Beziehung. Personalisierung ist der Schlüssel zum Erfolg. Das meint nicht nur die Inhalte und Themen, sondern auch die Person hinter dem Blog.
  2. Mythos:  Blogger sind Medien.
    Realität: Blogger Relations ist keine Media Relations! Blogs haben selten Breaking News, sind keine ausgebildeten Journalisten, arbeiten für Ihre Community und nicht für Herausgeber und wollen deshalb auch keine Pressemitteilungen.
  3. Mythos:  Bezahlen & Geschenke sind wichtig.
    Realität: Bezahlungen und Gegenleistungen aller Art müssen gekennzeichnet werden! Falsche Berichte hinterlassen einen großen Schaden bei der Blogcommunity. Man muss einfach den Unterschied zwischen Editorial, News, Promotion, Community, Zugang & Integration kennen.
  4. Mythos:  Content ist King.
    Realität: Inhalte sind weiter hinten in der Bedeutung. Davor kommen Beziehungspflege, Zusammenarbeit, danach kommen Community und Kommunikation.

Zu Punkt drei gibt es eine spannende Diskussion bei Klaus drüben – in den Kommentaren fällt es den Leuten sichtbar schwer, zwischen Werbung und PR zu unterscheiden. Da fallen Begriffe wie „Schleichwerbung“ und „Verdienter Lohn fürs Auftragsbloggen – den Journalisten für die Berichterstattung auch nicht bekommen (oder sollten) etc.“. Woran man sieht, daß es eben vom Blog abhängt, wie man es pitcht. Blog ist kein Medium, Blogs sind kein Medium. Es ist eine technologische Plattform, mit der man vom Tagebuch bis zum Massenmedium alles mögliche machen kann. Dessen muss man sich eben zuerst bewusst werden. (und ja – die meisten Diskussionen in den einschlägigen „Fachmedien“ sind schon im Ursprung Blödsinn und regen mich unheimlich auf)

Zum Schluß noch ein sehr schönes Bild aus dem Vortrag zu schlechter und guter Blogger Relation. Links markiert sind die schlechten, rechts entsprechend die guten Punkte, die man beherrschen sollte. (und ja – das rechts erfülle ich alles spielend – und am liebsten mag ich „data driven AND creative“ ;-)

Klick: Schlechte_und_Gute_Blogger_relation

Bildquelle: MV – Blogger Relations – in Zukunft unabdingbar für Unternehmen: Bild von der Re:Publica, dem sicherlich größten Bloggertreffenfestival in Deutschland.

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