Warum sollte Google Plus eigentlich ein Facebook-Killer sein? Google sagt das nirgends und am Anfang reicht es doch, wenn es einfach funktioniert. Yahoo lebt schließlich auch nicht mehr von der Suche…

Das Allernächste ist auch offensichtlich: Google macht gute Software. Einfach, gut zu bedienen, klarer Nutzwert. Aber ist das überhaupt das Problem?
Schon klassische Programmierer haben sich mit den einfachen Internetsprachen schwer getan – und nicht gesehen, daß eine Software nicht kompliziert sein muss, um erfolgreich zu sein. Genauso tut sich Datenbank- und Algorithmusriese Google schwer mit menschlicher Kommunikation.

Die naheliegenste Frage zuerst: Warum nutzen so wenige das personalisierte Google? Das eigene Profil ist immer der Ausgangspunkt für soziale Anwendungen. Warum funktioniert das nicht? Vermutung: aus dem gleichen Grund, aus dem alle Googleversuche mit soz. Kommunikation bisher gescheitert sind! (Und dabei  ist Wave an sich eine tolle Sache!)

Das Plus für Google Plus: Gruppen; Facebook wird sicherlich nachziehen, ihr Stratege hat die Ideen dazu auf der Developerkonferenz Anfang des Jahres in Berlin vorgestellt.
Problem: ist es wirklich einfach zu nutzen? Ansonsten wäre der Aufwand zu hoch – denn der persönliche Vergleich ist immer im Bezug zu echter Kommunikation.

Das 2. Plus für Google Plus: Zusammenarbeit; das fehlt bei Facebook und wird wohl auch nicht so schnell kommen. Warum das so wichtig ist? Jede schwache Kommunikation drängt bei tieferer Bindung nach Erweiterung. Zusammenarbeit ist eine Variante davon. Es ist ein klares Bedürfnis,  die schlichte Statusmeldung zu verlassen, wenn die Bindung in Gruppen wächst.

Sparks: nicht Interessen leiten das „sich verbinden“ – sondern Werte. Daran wird die Anwendung scheitern, ausser: die eigenen Gruppen werden damit verbunden und Themen innerhalb der Gruppen automatisiert zusammengefasst.

Hangouts: nett, schön, aber kein Erfolgsgarant, einfach nachzubauen, v.a. ein guter Schritt Richtung Zusammenarbeit – hier könnte man Wave gut andocken, da würde es Sinn machen.

Der echte Killer wäre es aber gewesen, soziale Netze vom mobilen Internet aus neu zu denken, anstatt „mobil“ nur einzufügen. Jetzt, gleich, sofort und dann im richtigen Kontext. Damit hätte Google Facebook schnell überholen können. Die Chance ist derzeit vertan.

Merke: Wenn man etwas Neues macht, sollte man es auch Neu machen. Google plus ist wie ein besseres Facebook. Aber reicht das für die Nutzer, um zu wechseln? Eher nicht, zumindest so lange, wie das jetzige Facebook für das, was es macht, völlig reicht. Schliesslich ist es auch nicht „billiger“. Denn die Kosten wären wohl derzeit das einzige Argument. Wir werden sehen.

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2 Responses to Google Plus – erste Gedanken

  1. Reinhard sagt:

    abwarten lieber Freund… das Google Portfolio ist umfangreich, der „durchschnittliche“ User nutzt derzeit die Suche und die Mapfunktion. Docs, talk, buzz und vor allem ein eigenes porfil anlegen ist noch nicht im Massenmarkt angekommen. wenn das der „richtige“ Zeitpunkt ist, dann wird durch G+ dies explodieren, und dann bildet Google einen Konsumentennutzen entlang der gesamten Info-Entscheidungs -Transaktionsprozesskette. Da gibt es derzeit auch keine Alternative am digitalen HoriZont…

  2. Michael sagt:

    Hallo Reinhard, wann soll denn der richtige Zeitpunkt sein?
    Facebook hat die kritische Masse. Das ist alles, was zählt. eBay mag als Beispiel dienen. So wie es sich gerade abzeichnet, könnte G+ für die Geschäftskommunikation eine echte Alternative sein, weil das auf FB nicht zu trennen ist. Aber die meisten nutzen das Social Web privat und da werden sie auf Facebook bleiben.

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