Lars Hin­richs wech­selt in den Aufsichtsrat.

“Nach fünf sehr span­nen­den und erfolg­rei­chen Jah­ren habe ich mich dazu ent­schie­den, mir neben mei­nem Enga­ge­ment bei XING wie­der mehr Frei­raum für neue unter­neh­me­ri­sche Her­aus­for­de­run­gen zu schaffen.”

Ich habe nicht geschrie­ben “tritt zurück”, da er im Wesent­li­chen nur seine Rolle ändert. Der Auf­sichts­rat, ordent­lich bestellt, ist viel mäch­ti­ger, als die Geschäfts­füh­rung. Er ist Stra­te­gie, statt Tages­ge­schäft. Und genau darin liegt die Größe von Lars Hin­richs. Das Baby, das längst in die Schule geht, nicht mehr unter­rich­ten zu wol­len, wenn es andere bes­ser kön­nen.
Jeder Vater (und noch viel mehr jede Mut­ter) weiss, wie schwer das ist — und wie wichtig.

“Der Unter­neh­mer muss sel­ber zum rich­ti­gen Zeit­punkt erken­nen, wann der Moment für ihn gekom­men ist, los­zu­las­sen. Wann er aus der ers­ten Reihe zurück­tre­ten muss.”

So Cem auf der Sprech­blase.
Jedes Unter­neh­men hat ver­schie­dene qua­li­ta­tive Stu­fen, in denen es anders geführt wer­den muss. Zum Einen hat das mit Fähig­kei­ten zu tun. Kann man 130 Mit­ar­bei­ter noch genau so behan­deln, wie 30? Aber auch die Kun­den ver­än­dern sich und mit Ihnen die Ansprü­che an das Ange­bot. Was ein Unter­neh­men erfolg­reich gemacht hat, zählt in einer nächs­ten Etappe nicht mehr viel. Genau des­we­gen hat es auch struk­tu­relle Gründe.

Nach vie­len Jah­ren inten­sivs­ter Auf­bau– und Ent­wick­lungs­ar­beit, kann man sein Unter­neh­men nicht mehr so von aus­sen betrach­ten, wie es nötig wäre. Das Hirn des Grün­ders steckt in einem Pfad, den man nicht, oder nur sehr sehr schwer, ver­las­sen kann. Es trifft Ent­schei­dun­gen aus der Ver­gan­gen­heit her­aus. Ab einem gewis­sen Punkt, gerne auch Tip­ping Point, wer­den das Fehl­ent­schei­dun­gen. Erst ganz kleine, unauf­fäl­lige, dann große, die das ganze Unter­neh­men auf­hal­ten. Das ist keine Wer­tung, das ist das Gesetzt der Struk­tur und viel Erfahrung.

In die­sem Sinne: Respekt. Für Selbst­über­win­dung, Dis­zi­plin und eine gute Ent­schei­dung. Im Auf­sichts­rat wird die Zukunft gemacht, in der Geschäfts­füh­rung die Gegen­wart. Und die sieht für eines der wich­tigs­ten deut­schen Webun­ter­neh­men gut aus.

Der Kom­men­tar zum Tage kommt von OpenPR.

» via Sprech­blase: Eine der wich­tigs­ten Ent­schei­dun­gen eines Unter­neh­mers: Los­las­sen.
» via Xing Blog: Neues Kapi­tel in der Unternehmensgeschichte

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