Dringend gesucht: CCO – Chief Communication Officer

Publiziert: 4. Februar 2009 in Beratung, Community von KMTO, (Leser: 1,170)

Der Gedankengang, der mich zu dieser Einsicht führte, ist einfach: früher war bis heute ist Marketing eine Vorstandsfunktion. Optimal, wenn der CEO ein Marketing- Mann Mensch ist. Dann ist das gesamte Unternehmen auf den Markt ausgerichtet.

Doch die Zeiten haben sich geändert. Kommunikation ist die wichtigste Marketing- Funktion. Crossmedia ist angesagt. Der Kontakt mit einer Marke findet vor allem über Medien statt. Kommunikation in allen Medien beeinflusst den Aktienkurs direkt. Selbst wenn wir dann mit dem Angebot in Berührung kommen, lenken die Eindrücke aus den Medien unsere Gedanken.

Oder kann noch jemand in einer Bahn sitzen, ohne das Gefühl, überwacht zu werden?

Wenn also auf Agenturseite Generalisten gefordert sind, die alle Medienkanäle kennen und echte Crossmedia Kampagnen umsetzen können, wo ist Ihr Gegenstück auf Unternehmensseite? Der CCO müsste also jemand sein, der weit mehr ist, als nur Presse- oder Unternehmenssprecher. Er ist auch keine Weiterentwicklung des Marketing- Chefs. Der CCO ist ein Kommunkations- Allrounder, der alle Kanäle steuern kann und Marketing, PR, Sales etc. überwacht. Er kennt die Kundencommunities ebenso, wie die Journalisten in seinem Themenbereich. Er weiss, was eine Markenbotschaft ist und das diese sich in den Medien immer etwas anders kommuniziert (auch Menschen sind Medien). Er kann zuhören und reden lassen. Er kontrolliert nicht, er steuert, ganz im systemischen Sinne.

Der CCO würde keine Blogger verklagen lassen, die im Web höchstes Ansehen geniessen.

Denn er weiss, wie Kommunikation funktioniert und was das für die Marke im Web bedeutet. Er wüsste, daß sich Dinge nach innen genauso schnell kommunizieren, wie von innen nach aussen. Sind denn die Vorstände überhaupt noch Teil der relevanten Kommunikation?

pant3r schreibt: “wobei das CC auch für Corporate Culture stehen könnte und es käme etwas ähnliches dabei heraus.” Richtig, Kommunikation ist immer auch Kultur. Damit wäre der CCO auch für die Kultur zuständig. Er wüsste, daß Abhören kein guter Beitrag für eine Unternehmenskultur ist. Er wüsste, daß Offenheit, Vertrauen und Mitarbeiterbeteiligung für die Kultur und die Marke wichtig sind. Der CCO würde also die Aufklärung von Korruptionsfällen anders organisieren.

Der CCO würde eine Überwachung aller Mitarbeiter nicht zulassen, aus wirtschaftlichem Sachverstand.

Ach ja, der CCO würde bloggen und twittern, weil er weiss, daß man Teil der Kommunikation sein muss. Weil er weiss, daß sich im Web 2.0 viele Menschen finden, die sich noch engagieren, sich Gedanken machen. Und er würde Werbung schalten, die relevant ist und Produkte entwickeln, die sich die Kunden gewünscht haben. Er wäre unter seinen Mitarbeitern der Angesehenste, der Primus inter Pares. Er wäre Teil seiner Communities. Er wäre der neue CEO.

>> siehe auch: A Definition of Marketing


Zum gleichen Thema

7 Meinungen zu 'Dringend gesucht: CCO – Chief Communication Officer'

  1. 4. Februar 2009 um 14:04
    Helge David
  2. 4. Februar 2009 um 16:13
    Paule
  3. 5. Februar 2009 um 11:42
    KMTO
  4. 8. Februar 2009 um 10:41
    Jörg Wittkewitz
  5. 8. Februar 2009 um 11:34
    KMTO

Kommentieren




XHTML::
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>