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Die berechnende Wissensmaschine – the rise of the social age

Publiziert: 20. März 2009 in Trends von KMTO

Nicht weniger, als ein historischer Moment: Erinnert sich noch jemand an den Begriff “Elektronengehirn”? Er scheint fast verschüttet. Ab Mai werden wir ihn wieder hören. Oft.

Das Elektronengehirn

Der Begriff stammt von den Kybernetikern, einer Gruppe Wissenschaftler aus allen denkbaren Bereichen auf der Suche nach dem Meta- Modell. Sie waren das Fundament der Computer- Branche, aus der IT wurde – Informationstechnologie. Mit dem Web machten die Menschen daraus eine Kommunikationstechnologie- Branche.
Die Vision der Kybernetiker war Meta- Wissen und Ihre Idee “der Computer als Entscheidungsmaschine” – eine Abbildung des Gehirns und der Wissenschaft an sich – getrieben von Elektronen, die in den 50igern die Maschinen als Hochtechnologie ablösten. Alles schien möglich. Im Wortsinn machten Elektronen und Maschinen gemeinsam die Reise zu den Sternen möglich. Die 50iger waren die Zeit des Aufbruchs, der Beginn eines grundlegenden gesellschaftlichen Wandels. Meta wurde Sinn und Symbol, auch für unser Bild von der Erde. Deswegen ist unsere Sicht der Globalisierung heute, anders als im 16. Jahrhundert, eine ganzheitliche.

Qualitätssprung

Es war auch die Zeit, als sich die Physik von einer materiellen zu einer subatomaren Wissenschaft entwickelte. Stephen Wolfram ist Physiker wie WWW- Erfinder Berners-Lee und schreibt mathematische Programme. Er findet sich in stringenter Tradition mit den Kybernetikern. Stephen Wolfram wird im Mai “Wolfram Alpha” öffentlich zugänglich machen. Das erste Elektronenhirn für den täglichen Gebrauch.
Das neue eHirn ist allerdings keine einzelne Maschine, wie sich die Kybernetiker das unter “Computer” vorstellen, sondern ein ganzer Haufen davon, der über eine Web- Oberfläche zugänglich ist. Die Software berechnet mögliche Antworten aus einer Liste ausgesuchter Quellen und erzeugt ausführliche Dokumente, auch mit Visualisierung, über die gestellte Frage. Diese Fragen können in natürlicher Sprache gestellt werden. Alleine dieser Punkt ist bemerkenswert. Wenn Menschen Fragen stellen, so hat jeder seine eigene Formulierung, auch wenn er das Gleiche meint. Gleiche Formulierungen jedoch, können ganz Unterschiedliches meinen. Noch bemerkenswerter sollen die Ergebnisse sein, wie der Spiegel schreibt und Webunternehmer Nova Spivack, einer der ersten Tester, beschreibt.

Stellen Sie sich vor, sie müssen eine wissenschaftliche Arbeit verfassen. Statt monatelanger Quälerei stellen sie Wolfram Alpha das Thema Ihrer Arbeit als Frage und wenig später drucken Sie das Ergebnis aus.
Was es aber zum Elektronenhirn macht: die Software sammelt keine Antworten, wie Google, es berechnet diese!

Diese Software arbeitet auf eine Weise, die man bisher dem menschlichen Gehirn zuschrieb. Das können Sie jetzt eine Sekunde sacken lassen.

Veränderung

Das wäre jetzt der Zeitpunkt eine ganze Reihe von Science Fiction am inneren Auge vorbeiziehen zu lassen. Zum Beispiel den “Bibliothekar” in Snow Crash. Wenn hochwertiges Wissen nicht nur sofort verfügbar ist, sondern die Maschine hilft, neues Wissen zu entdecken, was Teil Ihrer Funktion ist, können, ja müssen wir uns auf etwas Anderes konzentrieren.

Wenn Wissen die Struktur menschlichen Denkens darstellt, dann können wir uns umgehend auf die Prozesse fokussieren. Die 2000 Jahre alte Tradition des Denkens wird endgültig auf eine Meta- Ebene gehoben.
Und überhaupt wird “nicht-denken” und “nicht-wissen” ein wichtiger Teil unseres Lebens. Wir befreien uns ein weiteres Stück von dem, was unsere Natur war.

Schon jetzt möchte ich nicht, daß jemand während eines Gespräches in der Wikipedia nachschaut. Wenn mein Gegenüber einen Begriff und seine Bedeutung nicht kennt, dann soll er es auch nicht in diesem Moment nachholen. Das würde soziale Kommunikation unmöglich machen. Das “nicht-wissen” ist der Status der Unterhaltung. Und das ist auch gut so.

Das bedeutet eben nicht, daß wir unser Hirn an der Kasse abgeben. Das bedeutet nur, daß wir einen Teil der Ressourcen für etwas anderes benutzen – uns.

Zukunft

Damit sind wir bei den Sprungstellen der Qualität. Warum heisst das Ding “Wolfram Alpha”?

  1. das machen Wissenschaftler so (”Heisenbergsche Unschärfe”), schließlich leben Sie für den Ruhm und selten für das Geld
  2. das meint er so, wie er es sagt: ein künstlicher Wolfram, im Gegensatz zum Original aber noch alpha

Die 50iger haben uns aufgrund einer unvollendeten Vision vom Computer in das Internet- Zeitalter gebracht. Was passiert nun also, wenn die vollendete Vision eine völlig neue Generation Zukunft hervorbringt?

Ich kann nicht anders, als die Ebene des Menschen an sich zu betrachten. Der Computer – ein Single, der Mensch – ein Single, der Wolfram-Computer-Mensch – ein Single. Immer wurde alles vom einzelnen Menschen, von der Person aus gedacht. Der Gott – auch Single.

Wir sehen das Internet als ein Netzwerk einzelner Menschen. Seine wahre Kraft besteht aber erst im Sozialen Wesen. Der Mensch definiert sich durch Essen als Einzelwesen. Ok. Aber erst in seiner Interaktion mit anderen Menschen wird er zu dem, was ihn vom Tier unterscheidet. Der Mensch ist nie alleine, denn dann verkümmert er (Kaspar Hauser). Er ist immer viele. Er ist ein soziales Wesen.  – Ein – Soziales – Wesen -

Ich meine nicht alle Menschen. Ich meine jeden Einzelnen. Das Elektronenhirn ist nur eine Maschine und kein Gehirn (”mind”), aber es wird dazu führen, daß wir uns im Alltag als das Begreifen, was wir sind. Auf dieser Basis werden wir anders denken, anders leben, anders kommunizieren und – um im Kontext des Blog zu bleiben – anders arbeiten und konsumieren.

50 Jahre Anlaufphase und Morgengrauen. Im Mai beginnt ein neuer Tag.

>> via medienpirat/twitter


Der Apfel des Wissens

Publiziert: 19. März 2009 in Trends von KMTO

Bei mir scheint “Woche der Zukunft” zu sein. Das liegt aber nicht nur an mir. Die Meldungen dieser Tage – und vielleicht ist das globale Finanzchaos nicht ganz Unschuld – weisen direkt nach vorne. Apple scheint dabei wieder ein paar Jahre voraus zu sein. Sie waren diesmal so freundlich bei der Ankündigung der neuen iPhone 3.0 Software, auch etwas ganz Wesentliches zu zeigen. Da scheint sich auch in der Kommunikation etwas zu ändern. Mein Fokus soll aber auf dem Inhalt liegen.

Erst der Trend, dann Apples Antwort:
Der Trend ist das Wearable Computing, Rechenpower in Kleidung eingenäht. Der wichtige Schritt dahin sind die kleinen Gadgets, die wir immer mit uns tragen. Ganz vorne das iPhone. Sie sind sehr persönlich, immer online und haben genug Akku – so drei der wichtigen Säulen im Wearable Computing. Bevor wir sie in die Kleidung packen können, müssen wir aber noch wissen warum. Der wichtigste Schritt dorthin, sind die kleinen Applikationen, die Ihrerseits immer persönlicher werden. Das erreichen sie, indem die Anwendungen sehr sehr spezifische Funktionen ausführen und dabei auf eine immense Rechenpower zurückgreifen können – nur scheinbar ein Widerspruch.

Während sich nun alle über das kommende “Copy & Paste” im iPhone freuen und den Flash- Player weiterhin vermissen, weist Magical Nihilism auf etwas viel Wichtigeres hin:

“A rapid prototyping platform for physical/digital interactions? A mobile sensor platform for personal and urban informatics that’s going mainstream?
Imagine – AppleStores with shelves of niche, stylish sensor products for sale in a year’s time – pollution sensors, particulates analysis, spectroscopy, soil analysis, cholesterol? All for the price of a Nike+ or so?”

Genau das finde ich mehr als bewundernswert. Apples “tune your run” Nike+ war ja noch eine – von Deutschen geklaute – nette Spielerei. Ich nenne das mal “Wearable Electronics”.
Jetzt gehen sie allerdings in die richtige Richtung. Der Gesundheitsmarkt wird der größte Markt für Wearable Computing. Warum? Bitte hier lesen. Und welche Anwendung zeigen sie als Erstes? Einen Diabetes- Sensor – zusammen mit Johnsons & Johnson. Gratulation.

Während die anderen Handyhersteller noch versuchen, das Interface nachzuahmen, arbeitet sich Apple direkt in die Zukunft rein. Apple baut nicht nur die meisten mp3 Player und lehrt dem Musikmarkt das Fürchten. Apple greift nicht nur frontal den Handymarkt an. Apple wird zu einem umfassenden Premium- Anbieter angewendeter Computer- Technologie und das sind ja Wissensmaschinen (mehr morgen). Wer da noch Konkurrenz machen will, muss jetzt mindestens 5 Jahre nach vorne springen. Viel Glück.

Während Apple von der praktischen Vermarktung her kommt, kann man sich am besten im kreativen Bereich inspirieren lassen (via Picocool):


Augmented Reality Toys (Work in progress) from Frantz Lasorne on Vimeo.


The next wall to fall – Social Business

Publiziert: 18. März 2009 in Trends von KMTO

Gestern hatte ich eines dieser Erlebnisse: plötzlich kommt alles zusammen und man ist an einem Ort, an dem man sich schon lange wähnt. Ich hatte einen Termin mit dem Genisis Institute. Dieses wurde von 9 Unternehmer der (echten) New Economy gegründet, widmet sich dem Thema Social Business und bezeichnet sich selbst als “Think & Do Tank”. Letzteres fand ich sehr europäisch und sympatisch. Die Klassiker in den USA sind ja “nur” Think Tanks. Gerade beim Social Business kann das “Do” aber keineswegs schaden.

SOCIAL BUSINESS – Der Paradigmenwechsel von Charity zu sozialem Unternehmertum”

Im Kern geht es darum, soziale Aufgaben unternehmerisch zu lösen, statt einzig über die Funktionen des Staates. Die Praxis zeigt, daß damit soziale Probleme besser gelöst werden können und sich die Empfänger der “Hilfe zur Selbsthilfe” deutlich wohler dabei fühlen.

Ich wäre nicht ich, wenn mich das Thema nicht auch aus einer breiteren Sicht interessieren würde. Mit dem Aufkommen der “social media” zeichnet sich ein Trend ab, den man ebenfalls als social business bezeichnen könnte. Jedes Geschäft wird sozial.

Um ein Bild zu zeichnen: früher auf dem Dorf, und ich meine auch meine Kindheit, kannte jeder jeden. Wenn im örtlichen Tante-Emma-Laden etwas fehlte, hat man das gesagt und nächste Woche war es da. Mochten andere das Produkt ebenfalls, wurde mehr geordert. So hat sich das Gesamtangebot immer an den “sozialen” Kreis der Kunden angepasst.
Wenn wir heute vom Longtail sprechen und von Organisationsformen wie die Wikinomics, dann ist das der gleiche Effekt. Die “sozialen Kreise” sind vielleicht etwas größer, aber die Kommunikations- und Marketingprinzipien ähneln sich verblüffend. Unterschied: das Geschäft ist technisch-medial unterfüttert und nur noch zum Teil “Face2Face”.

Das Meeting gestern bestätigte, daß das Thema wie von selbst die richtigen Leute anzieht. Auf einer Veranstaltung in Köln konnten alleine via Mundpropaganda über 300 Unternehmer begrüßt werden. Das Thema steht auf der Agenda. Ich denke, es wird unser Jahrhundert bewegen und ist eine gute Gelegenheit, der Forderung nach sinnvollen Inhalten und Aufgaben im Internet nachzukommen.

Auf der anderen Seite können gerade soziale Unternehmen, oder Unternehmen mit sozialen Inhalten vom Web 2.0 profitieren. Im Kern erwarte ich sogar mehr Verständnis und Offenheit, als bei anderen Unternehmen. Es gibt eben diesen strukturellen Zusammenhang zwischen sozial und social. Grund genug, daß Ganze zu unterstützen. Schön, wenn man Sinn und Geschäft miteinander verbinden kann. Auch Lust auf etwas Sinnvolles? Hier entlang.


Die Zukunft der Zeitung

Publiziert: 28. Januar 2009 in Trends von KMTO

Das klingt pauschaler, als die Zeitungslandschaft ist. Doch etwas bleibt: wenn die New York Times Ihre Tore schließt, was wohl im Mai soweit sein wird, geht ein Stück Zeitungsgeschichte mit Ihr verloren. Das ist kein Grund zum Jammern, auch Pyramiden werden nicht mehr gebaut. Das ist wohl eher ein Grund, die Augen auf zu machen.

“von dem antagonistischen Verständnis online versus offline wegzukommen und beides als zwei Seiten einer Medaille zu verstehen.”

So schreibt Miriam Meckel in Ihrem Blogartikel “Das epische Medium” und meint damit, daß Zeitungen erzählen sollen, gut recherchiert, spannend aufbereitet, sinnvoll beobachtet. Andererseits IST das Internet der Newsroom und Zeitungen, die einen solchen haben, versuchen diesen Fakt zu imitieren (so wie Tiere mit Ihren Farben gefährliche Arten imitieren.)

Ein Gedanke baut bekanntlich auf dem Anderen auf. Wenn wir schon soweit sind, daß das Internet schneller ist, als die Zeitung, auch kürzer und somit die Zeitung ausführlicher und genauer sein kann, dann denken wir doch einen Schritt weiter.

Das wirkliche Thema ist und bleibt Zeit. Doch dabei geht es nicht um Geschwindigkeit. Es geht um Zeit-Raum-Kontinuen. Im Strom des Jetzt zu schwimmen macht nicht satt. Es beschäftigt nur und regt unser Gehirn an. Selbiges steht ja auf Veränderungen und Reaktion. Aber Substanz kommt immer aus der Ruhe, der Stabilität.

Angenommen die New York Times bleibt im Netz, dann wird sie noch viele Millionen Zugriffe haben (und immer aktuelle Google Anzeigen).  Aus News wird dann Wissen, Geschichte, Hintergrund.  Auch ein 5 Jahre alter Artikel wird IN ECHTZEIT abgerufen. Der Blick auf Zeit als Phänomen wird ein völlig anderer. Im Roman Snowcrash wird die Nationalbibliothek zu einem Echtzeit- Medium. Inhalte wandern sofort in den endlosen Speicher. Der Abruf der Inhalte, alter wie neuer, geschieht ebenso im Jetzt. Es mag als Beleg gelten, daß derzeit zwei Gattungen von Journalisten ausgebildet werden: Crossmedia- und Themen-spezialisierte Recherchejournalisten.

Wann eine Information für wen welche Bedeutung hat, hängt vom Individuum ab, nicht vom Medium.

Der zweite Punkt ist das Geschäftsmodell. Meines Erachtens kommt zu Werbung die Transaktion dazu. Wenn überall Einnahmen wegbrechen, weil die “Big Spender” Automobil, Immobilien, Finanzen deutlich weniger Anzeigen schalten, so ist das kein Augenblick. Es ist Zeichen eines größeren Wandels, der sich seit Jahren abzeichnet und auf den immer noch die Wenigsten reagieren.

Liebe Zeitungen: ihr hattet 10 Jahre Zeit, Euch über neue Einnahmequellen und somit über den Kern Eurer Existenzberechtigung Gedanken zu machen. Handelt, oder Ihr werdet kleine, elitäre Medien für Experten. So wie die Schallplatte.

Ist Google nicht auch die größte Zeitung der Welt (an der eine Milliarde Menschen mitschreiben)? Hilft das als Brücke?


Michelle Obama, das Weisse Haus, die Weblogs und der Boulevard

Publiziert: 21. Januar 2009 in Community, Maßnahmen, Trends von KMTO

Beeindruckend:

“Eine wesentliche Veränderung der Website des Weissen Hauses spiegelt ein Wahlversprechen des Präsidenten: alle Gesetzgebungsverfahren, die nicht den Krisenfall betreffen, werden für 5 Tage auf der Website publiziert und können öffentlich kommeniert werden.”

So steht es auf WhiteHouse.gov (Zitat in englisch auf Spreeblick von T. Knüwer) unter der großen Überschrift: “Die Veränderung ist in Amerika angekommen – Change has come to America”. Damit ist auch Cluetrain an oberster Stelle angekommen: Märkte sind Gespräche, Gesellschaften auch, möchte ich hinzufügen.
Dabei erinnert die gesamte Site mehr an ein Weblog, als an eine klassische Webseite – schon das ist überaus bemerkenswert.

Wie lebendig das wird, möchte ich an einem bezaubernd, intelligentem weiblichen Beispiel zeigen: Michelle Obama. Wir wissen ja: große Männer haben immer große Frauen an Ihrer Seite und deren Einfluß ist beachtlich.

Sie bloggt selber / Über sie wird gebloggt / Und sie bloggt bei Anderen

Was mich aber am meisten fasziniert, ist das Michelle Obama Fashion und Lifestyle Blog. Der Boulevard wird zumeist abfällig betrachtet. Dabei gehört das Alltägliche doch viel mehr zu uns, als das Besondere. Das Thema ist recht monoton: die Mode von Mrs. O, aber es geht um nicht weniger, als die neuen Top- Designer des Landes. Bedenkt man, daß gutes Design das Image und die Momente eines ganzen Landes und seiner Zeit widerspiegelt, wird diese Art Boulevard zur Primetime des gesellschaftlichen Lebens. Mit Sicherheit wird dieses Weblog höchste Zugriffsraten verzeichnen. Eine Kernbotschaft steht gleich im aktuellen Beitrag:

” “The Mix is the Message”. She is responsible for connecting Mrs. O with many of the designers that have become familiar names throughout the campaign and inauguration.”

Für diesen Mix gibt es im Marketing viele Begriffe: Crossmedia, MashUps, Integration, Postmoderne, Crossover etc. – nur ein Beispiel, das zeigt, wie sehr diese Regierung im hier und heute steht, was man ja nicht von vielen sagen kann.

Es ist aber noch ein Phänomen, daß mit den Blogs einhergeht. Das klassische Boulevard- Magazin deckt viele Themen ab. Man kann sich einen Überblick verschaffen, rein informativ gesehen. Viele sehr erfolgreiche Weblogs arbeiten in Nischen, die sie wiederum wesentlich ausführlicher betrachten, als die klassischen Medien das tun. (Engadet mit seinen elektronischen Kleingeräten sei als klassisches Beispiel mit angeführt.)

Das Web bedient also kleine wie große Nischenthemen auf besondere Weise und dazu sehr persönlich. Natürlich kann man über so ein Fashion- Blog auch Designer verkaufen. Womit der Kreis Information – Kommunikation – Transaktion geschlossen wäre.

Um den Kreis zum Eingangsthema zu schliessen: Die Site des Weissen Hauses bedient sicher kein Nischenthema. Wenn sie sich doch so massiv den Ideen des Web 2.0 öffnet, ist der Wandel hin zu echer Kommunikation, die immer die Triebkraft des Web war, nicht mehr aufzuhalten.

Es ist eine Hochzeit für politische Blogs. Es ist ein Beispiel für gesellschaftlichen Wandel. Es ist ein Beispiel für die Wirtschaft. Wenn diese Ihre Chance nicht erkennt, werden andere die Lücke füllen. Die Entwicklung ist nicht aufzuhalten – und war es nie. Es ist der Weg für Macher* – Change has come to the World.

Barack Obama hat die Eigenschaften dieses Weges genannt: Mut, Risiko, Veränderung – klassische amerikanische Werte. An Michelle Obama kann man diese Werte schon lange sehen. Ich bin mir sicher, es wird sehr spannend und wertvoll sein, Ihren Weg zu beobachten, der im Zweifel offener ist, als der des Präsidenten. In diesem Sinne: ab mit den RSS- Feeds von Mrs. O in den Feedreader.

* Für mich der wichtigste Satz der Obama Rede zum Amtsantritt.

Nachtrag: Zahlen zum Web 2.0 während der Inauguration (Vereidigung) von Barack Obama


Neue Medien, oder “die Zeitung im Propeller”

Publiziert: 19. Januar 2009 in Trends von KMTO

Der erste echte Zeitungsartikel 2.0? Kennt jemand die Geschichte “Die Kuh im Propeller”? Da versucht ein Pilot den Bauern der russischen Steppe ein Flugzeug anzudrehen und verhaspelt sich vor lauter Begeisterung, so daß am Ende nur Schrecken übrigbleibt.

Recht ähnlich gehen einige Protagonisten des Social Web mit den Vertretern der klassischen Medien um. “Könnt Ihr auch die Zeitungen platt machen? Klar, überhaupt kein Problem.”

Die Wirklichkeit sieht anders aus und das ist auch gut so. Schade, daß erst ein Flugzeug im New Yorker Hudson River notlanden muss, um ein gutes Beispiel für eine gelungene Integration zu zeigen. Schade, daß ein Blogger zeigen muss, was mit “Meta- Kompetenz für Journalisten” gemeint ist.

Ebenjener hat die verschiedensten Meldungen aus den Medien (incl. Web 2.0) zu einer Story zusammengestellt. Sein “Artikel” gibt neben den übersichtlichen Informationen zum Geschehen auch persönliche Eindrücke und Expertenstimmen wieder – klassische Anforderungen an einen guten journalistischen Beitrag. Qualitätsjournalismus 2.0 sozusagen. Ein Beispiel für Storytelling im Journalismus sozusagen. Wer den “Zeitungsartikel 2.0″ lesen möchte, klicke nach dem Link auf das Flugzeugbild und dann immer “Next”:

I am only a few blocks from the Hudson, but I learned of the U. S. Air crash shortly after it happened on . . . Twitter. Hmm…

Hudson crash, Lifestreamed by Storytlr

Zugabe:

Die Kuh im Propeller

mit Manfred Krug


Unterwegs – Mobile Trends

Publiziert: 13. Januar 2009 in Trends von KMTO

Jahresanfänge sind für einen Ausblick nach vorne immer gut – hier also einer für den Bereich mobiles Computing von m-trends.org:

2. iPhone Nano

Oder einfach iPhone’s für die Masse, vor allem Teens.

3. Location becomes obsolete

Der nächste Schritt: es wird einfach selbstverständlich, Location Based Services zu nutzen. siehe: Ubiquitous Computing

4. Mobile will boost Virtual Goods consumption

Immer wieder faszinierend, aber virtuelle Güter verkaufen sich Klasse. Wer hätte gedacht, daß für das iPhone schon über 300 Mill. Anwendungen geladen wurde? Nicht alle gegen Geld, aber wo ein Markt ist, kommt auch ein Business Modell (Software -> Services).

5. Mobile Cloud Computing

Technologisch faszinierend: Zugriff auf riesige Rechenleistung über ein winziges Gerät.

6. Mobile SEO becoming increasingly important

Erkärt sich von selbst, ist aber schwerer, als bisher im Web.

7. Mobile Browsers accessing device capabilities

Reichhaltige Anwendungen sind eine logische Folge der Entwicklung und der Browser bleibt das zentrale Hilfsmittel. Er wird sich damit noch stärker in Richtung Betriebssystem entwickeln!

8. Dense physical shopping area’s become a new potential for mobile data consumption

Am Ende kommt wieder alles zusammen: der POS als Werbemedium für Millionen mit traumhaften billigen Tausender Kontakt Preisen (TKP, bieten wir für Berlin schon als Testgebiet an).

9. Mobile Collaboration Services on the rise

Aus der lang ersehten Videotelefonie wird zum Durchbruch gleich die Video- Zusammenarbeit. Komplexere Anwendungen sind auch hier eine logsiche Folge, nicht zuletzt durch weitere Einsparungen bei den Reisekosten.

10. Mobile phone used to trigger disease detection

Der Gesundheitsmarkt ist so fett, daß sich auch das mobile Internet dem nicht verschliessen kann – und manchmal können Sekunden in der Diagnose Leben retten. Auf diesem Sektor entsteht Gro0ßartiges!

>> via Twit von kosmar