Alle Beiträge in ‘Trends’

Fazit des Social Commerce Forums

Publiziert: 5. Juli 2009 in Trends von KMTO

Björn bringt es auf seinem Blog gut auf den Punkt – uns es passt perfekt zu den gestrigen Aussagen:

  • E-Commerce ist nicht in der Krise – schon gar nicht im Mode-Bereich
  • Excellentes E-Commerce im Modebereich bedeutet zunächst einmal eine saubere Prozessabbildung (”von Google bis zur Haustür” / Matthias Schrader) plus eine fesselnde Produktinszenierung.
  • Wenn man Social Commerce auf Bewertungen reduziert, dann ist das zu kurz gegriffen. (Jochen Krisch)
  • Potentiale von Social Commerce im Modebereich bieten Echtzeit-Verkaufsinszenierungen und die Integration von portablen Netzwerken

Gute Organisation ist die Basis, auf der Echtzeit- Inszenierungen des Shopping- Erlebnisses (nicht der Produkte [kmto]) funktionieren und dem eCommerce ein neues Element hinzufügen.

Lohnenswert auch die anschließende Diskussion mit den beiden Top- Experten Hagen Fisbeck (@hagen) und Jochen Krisch (@jkrisch):

Link: Social Commerce FORUM: Herausforderung - Fashion 2

Link: Social Commerce FORUM: Herausforderung - Fashion 2


Warum Japaner so wunderbare digitale Arbeiten machen.

Publiziert: 12. Juni 2009 in Notizen, Trends von KMTO

Wer uns kennt, weiß, daß der Design- Kopf von KMTO eine Japanerin ist und das ist kein Zufall. Ich lasse aber mal ein Wettbewerbs-Jury-Mitglied sprechen, dem die besondere Qualität auch aufgefallen ist und der das gut zusammenträgt – vieles davon gilt übrigends auch für Print. Übersetzt aus:

9 Reasons Japanese Interactive Work Is Awesome

1. die Arbeit ist höflich

Sie versucht nicht, ins Auge zu fallen, sondern nimmt sich angenehm zurück. In einer vernetzten Welt, kann man nicht so tun, als ob man besser ist, als andere. Nutzer wissen das zu schätzen.

2. die Arbeit ist von TV Werbung unbeeinflusst

Die wirklich beeindruckenden Arbeiten sind “digital-out” und nicht “TV-in”, soll heissen, sie sind aus dem Netz gedacht und nicht aus einer TV- Werbewelt.

3. die Arbeit ist von einer Kultur der Technologie, Spiele und Comics beeinflusst

  • Spiele – was der Arbeit einen Sinn von Humor, Tiefe & Hineinziehen und Athmosphäre verleiht
  • Comics – verleiht der Arbeit Originalität und Andersartigkeit, Verspieltheit und eine angenehme Flucht von der Realitä
  • Technology – eine Kultur, die positiv mit Technologie umgeht, führt natürlich zu spannenderen Entwicklungen. Dabei sind die visionären Arbeiten nicht zu technisch.

4. Fortschrittliche Kultur im Bloggen und Mobilen Internet

Man nimmt an, daß mehr japanische, als englische Blogs existieren. Zudem ist das mobile Internet seit Jahren schnell und stabil.
Beides führt dazu, daß Japaner besser verstehen, was ein “personal media space” ist – etwas mit dem sich die meisten Agenturen weltweit sehr schwer tun.

5. Vertrieb

Viele Kampagnen finden nicht an einem Platz statt, sondern an vielen, sie sind dezentraler gedacht. Widgets sind entsprechend Standard. Eine Einstellung, die heute im Netz sehr wichtig ist.

6. Ausarbeitung

Typisch ist die Aufmerksamkeit selbst für kleinste Details. Das kann man fühlen.

7. Manchmal wirklich seltsam

Oft finden sich ganz kleine Dinge, die seltsam anmuten. Der Effekt ist aber, daß die Arbeiten frischer wirken und mehr (innere) Aufmerksamkeit erregen.

8. Japanmania

Natürlich ist japanisches Design überall sehr “hip” und die Art der japanischen Exotik spielt in unsere Wahrnehmung mit hinein.

9. Sie haben Spaß an dem, was sie tun


Der Übergang

Publiziert: 2. Juni 2009 in Trends von KMTO

Wie siehst das Internet in Zukunft aus? Der Ex-Wired Chefredakteur, Kevin Kelly, meint, es wird “The One”, die erste Maschine der Menschheit, die niemals ausfällt. Wie gesagt, EINE Maschine. Ein etwas, das in 40 Jahren die Denkkapazität der Menschheit überholt haben wird. Der Preis: Offenheit und Transparenz, denn ohne beides wird the One seine Dienste nicht ausführen können.

Dabei kommt in den Diskussionen, u.a. in den Interviews zur Webinale, immer wieder ein Begriff vor: Ubiquitous. Das Internet wird in Zukunft vor allem eins sein: Unauffällig. Im Hintergrund erfüllt es mit Leichtigkeit in jeder Bedeutung seinen Dienst.

Mashable hat eine interessante Liste von Technologien vorgestellt, die auf diesem Weg sind. Einiges gibt es schon jetzt, anderes entwickelt sich noch. Die spannendsten, weil praktikabelsten Technologien sind:

1. The Arduino – One Tough Little Italian

Ein kleines Chip- Board, daß normale Geräte an die Netzwerke anschließt. So schickt der Backofen einer Bäckerei in London Tweets raus, wenn die frischen Backwaren fertig sind. Das mag sinnlos erscheinen, aber genau das ist der Punkt: die Anwendungsmöglichkeiten sind unendlich.

2. RFID Tags & Transponders

Neben den vielen “offiziellen” Einsatzmöglichkeiten wie RFID im Ausweis oder in der Logistikette, werden die winzigen, billigen Chips immer weiter in die Welt der Dinge vordringen und die Automatisierung des Alltags voranschreiten lassen. Mit RFID bekommen Dinge eine Sprache.

3. Geomagnetic Sensors in Mobile Devices

Mapping ist die neue Lokalisierung: dank allseits verfügbarer GPS- Dienste – und wer hätte vor 5 Jahren gedacht, was wir damit neben Autofahren alles anstellen – müssen wir uns Orte nicht mehr merken. Unser direktes Umfeld hat sich enorm erweitert. Die geo-magnetischen Sensoren verfeinern die Lokalisierung durch GPS nochmal um ein Vielfaches. Das Handy wird damit ausserdem zum Kompass – also nichts wie auf in die Natur, High Tech für High Touch.

4. Optical Pattern Recognition & Augmented Reality

Die Organisation von Daten kann sehr zeitaufwändig sein. Wer seine digitalen Fotomassen sortieren möchte, kann ein langes Lied davon singen. Die Maxi- Single der nervtötenden Tätigkeiten. Neue Bilderkennungsdienste helfen aber nicht nur hierbei – sondern verbinden Daten mit der Realität, zum Beispiel bei der Anreicherung einer Umgebung mit Informationen in Echtzeit. Ein Beispiel: wir halten das Handy auf einer via Mapping gefundenen Spezialbäckerei und erfahren, was die Kunden von dem Geschäft halten und welche Backwaren dort die Besten sind.

5. OpenID, OAuth, and the Identity Graph

Das wichtigste Thema ist bei all’ dem sicher die Sicherheit, ergo Datenschutz. Offene [sic!] Verfahren zur Athentifizierung sind der Weg dorthin. Sie erst geben uns persönlich die volle Kontrolle über die Daten, die wir auf dem Weg zurücklassen oder in denen wir leben.

>> via Mashable: 7 Technologies Shaping the Future of Social Media


Blogs werden Communities

Publiziert: 7. Mai 2009 in Trends von KMTO

Wordpress, das führende Content Management System für Weblogs hat die erste stabile Version von BuddyPress veröffentlicht. Die Software und das Unternehmen wurden vor 1 Jahr übernommen und sollen Wordpress zu einem Facebook für alle machen:

“BuddyPress 1.0, von Matt Mullenweg liebevoll “Facebook-in-the-Box” genannt, erweitert WordPress MU um die Funktionen eines sozialen Netzwerkes, dass den Benutzern erlaubt, sich miteinander in Gruppen, Foren und Privat auszutauschen, Freunde zu werden und ein eigenes Blog anzulegen. Weitere Komponenten befinden sich in Entwicklung.”

Die Idee dahinter: „Was würde wohl mit dem Internet passieren, wenn man genauso einfach ein Social Network starten könnte, wie man heute ein Blog starten kann?”
Damit steht die neue Software in direkter Konkurrenz zu z.B. Sixgroups (Community eines Weblog), Ning (Multi- Community- Plattform) und Facebook selbst, die mit Ihren Pages umfangreiche Community- Funktionen zur Verfügung stellen.

Der wesentliche Unterschied ist allerdings, daß BuddyPress eine solide und offene Entwicklungsplattform darstellt. Wenn diese sich Ihren Weg auch nur annähernd so schnell bahnt, wie Wordpress im Bereich des persönlichen Publizierens, haben wir einen neuen Standard für Community- Plattformen. Zertifikat: Besonders Wertvoll.

>> via (viele Bilder): Das Open Source Social Network der WordPress-Macher ist da!
>> via: BuddyPress Blog: BuddyPress 1.0 ist da!


Cloud Computing & Marketing – The Brand in the Cloud

Publiziert: 29. April 2009 in Strategie, Trends von KMTO

Vergessen wir einmal die ganzen Diskussionen rund um das Web 2.0 und gehen zurück, oder besser tiefer. Das große Geschäft wird nicht in den Social Networks gemacht, sondern immer noch bei den Technologieanbietern. Genau diese rufen nun eine fundamentale Wende in der IT-Industrie aus:

“By any terms, Cloud Computing will change the IT industry. (Eric Schmidt, Google)”

Die Rede ist von der vierten Welle der Entwicklung der Informationstechnologien:

  1. Mainframe computers in the 1950’s and 60’s
  2. PC’s in the late 70’s and 80’s
  3. The Internet in the 90’s
  4. Connecting devices to people

Punkt vier ist ohne Cloud Computing nicht denkbar. Es ist die technologische Basis für eine ganze Reihe nachhaltiger Entwicklungen in der IT und im Web. Und wirklich – sehr viele Menschen nutzen bereits Cloud Computing ohne es zu wissen.
Da Amazon mit dem Angebot von Cloud Diensten vorraussichtlich mehr Geld verdienen wird, als mit dem Verkauf von Büchern, haben sich viele Unternehmen in kürzester Zeit förmlich auf das Thema gestürzt. So darf es nicht wundern, wenn der Begriff Cloud Computing sich schneller entlang der Gartner Hype Cycle Welle entwickelt, als viele andere.

Natürlich hat das Auswirkungen auf das Marketing. An die Stelle von Informationen treten Daten und die Anwendungen, die man mit diesen Daten entwickeln kann. Das betrifft so ziemlich jeden Software- Anbieter, mittelfristig aber auch deren Kunden.
Es betrifft also auch nicht- technische Bereiche, denn deren Art mit den Kunden zu interagieren dürfte sich ebenso fundamental ändern -> siehe Healthcare as a Service, Media as a Service, siehe die Strategie der New York Times.

Genau an dieser Stelle werden in den nächsten Jahren spannende Effekte entstehen. Wenn nicht nur Information und Kommunikation sozial werden, sondern auch Anwendungen, so meine Prognose, werden sich diese Anwendungen automatisch ändern. Sie werden aufgrund vieler struktureller Prozesse “in der Wolke” radikal am Kunden entwickelt. M.a.W. Software as a Service, viel radikaler gedacht.

Ich hatte gestern das Vergnügen im Rahmen der Adobe Marketing Lectures das Thema und seine Implikationen auf die Branche zu umreissen:

The Brand in the Cloud

Vielversprechender Ansatz für eine bessere Suche

Publiziert: 27. April 2009 in Trends von KMTO

Worio – was klingt wie Super Mario im Web ist ein StartUp, daß nicht versucht Google zu schlagen, sondern dort zu ergänzen, wo der Riese nicht glänzt. Das Live- Web, also die Sammlung der Kommunikation im Web 2.0, liefert persönliche relevante Informationen, einfach weil der soziale Filter dafür sorgt.

Worio macht diese Informationen zusätzlich zur normalen Google- Suche verfügbar und achtet dabei auf den Kontext der Suche. Ein gutes Beipiel ist die Suche nach “Financial Crisis”: Link zum testen.
Links erscheinen die Google- Ergebnisse, direkt daneben die wichtigsten Stichwörter und auf deren Basis rechts verschiedene Vorschläge zum “Entdecken”.

Nicht ganz so gut funktioniert das mit “Internet sperren”, scheinbar wg. der deutschen Sprache. Immerhin kann man die mangelnde Qualität sofort an den schlechten Stichwörtern neben den Suchergebnissen erkennen.

Für eine persönliche, soziale Suche kann man sich mit Facebook- Connect anmelden. Daneben glänzt Worio mit der Möglichkeit Suchergebnisse zu speichern und via Delicious weiterzuleiten, also der flüssigen Integration von Social Bookmarking.

Mir scheint hier existiert endlich ein funktionierender Ansatz für den lang gehegten Wunsch ein “Soziale Suche” zu etablieren. Entsprechend nennt sich Worio auch nicht Suchmaschine, sondern “discovery engine”.

>> via Techcrunch: Worio: Search Results You Never Knew You Needed


Was macht virale Videos viral?

Publiziert: 27. März 2009 in Beratung, Community, Maßnahmen, Strategie, Trends, Workshops, Zahlen von KMTO

“Erfolgreiche virale Kampagnen verstehen sowohl die Kultur des Konsumenten als auch die Kultur des Mediums.”

Die Dialog Solution aus Hamburg hat eine Studie vorab veröffentlicht, die sich mit den Mustern der Viralität beschäftigt. Aus den Urzeiten von Youtube, als da noch ca. 100.000 Videos gelagert wurden, hält sich hartnäckig das Gerücht, virale Videos müssten cool sein, witzig oder aggressiv. Aber was ist z.B. “cool”? Das dürfte jede Alters-, Kultur- oder eben soziale Gruppe anders sehen. Heute werden ca. 100 Millionen Videos täglich abgerufen. Um sich in dieser Masse durchzusetzen, helfen Klischées nicht weiter.

Diese wichtige Studie zeigt, daß es um Gefühle geht, die in relativ kurzer Zeit ausgelöst werden. Hier versteht man sofort, warum man die Kultur der Kundengruppen verstehen muss. Witziges ist eben nicht für jeden gleich witzig. Schlimmer noch: Witziges vermindert sogar das Weiterleiten eines Videos, während positive oder negative Betroffenheit, z.B. in Form von Mitgefühl oder Zorn, die Viralität stark erhöht.

Gefühle und Ihre Wirkung auf virale Pozesse

Meine Theorie dazu ist einfach: Inhalte, die eine innere Spannung erzeugen (z.B. Humor), die man aber persönlich abbauen kann, werden weniger weitergeleitet, als Inhalte, bei denen man nur mit Freunden und Bekannten die aufgebaute Spannung abbauen kann. Der Spruch “schau mal, was hältst du davon” zeigt das ganz gut. Hier wird eine Antwort erwartet, die hilft, das Gezeigte zu verstehen. Gefühle eben.

Wir sind für eine Kampagne noch etwas tiefer in die Struktur eingestiegen. Anstatt wie sonst in der Branche üblich, drei verschiedene kreative Ansätze zu zeigen, haben wir drei Involvement- Stufen definiert und entsprechende Ansätze entwickelt. Die dazu passende Kreation haben wir nur angedacht, nicht fertig entwickelt. Der Hintergund dazu ist ebenfalls einfach.

Es gibt viele verschiedene Formen von echten Viren. Was sie gemein haben, ist aber nicht die Form des Virus (der Inhalt), sondern die Art der schnellen, massenhaften Teilung auf den Trägerwirten (die Struktur).
Der Erfolg viraler Kampagnen hängt also zunächst nicht so sehr von Ihren Inhalten ab, sondern von der Struktur der Kampagne. In der Sprache klassischer Werbung: die Mediaplanung ist integraler Bestandteil der Kreation. Media- Strategie und Kommunikationsstrategie sind eins, sie können nicht nacheinander erfolgen, sondern müssen gemeinsam umgesetzt werden. So wie in einem echten Virus Form und Inhalt der Viralität eins sind.

Das Optimum erreicht man also, wenn man die Kreation direkt mit den Seedern finalisiert. Dann kann auch die Kreation auf das gewünschte Gefühl hin optimiert werden. Schließlich kennt niemand seine Kultur so genau, wie die “Trägerwirte” der Kultur. Und noch ein anderer Effekt wird in dieser integrierten Strategie sichtbar. Das Erzeugen der Botschaft ist zugleich der Beginn der Kommunikation der Botschaft. In klassischen Kommunikationsansätzen ist das undenkbar. Systemische Kommunikation ist aber im Kern so gedacht. Transparenz und Vertrauen, die wichtigsten Elemente moderner Strategien sind entsprechend “build in”. Das verhindert auch, daß es sich beim viralen Marketing um eine neue, höhere Stufe der Manipulation handelt. Manipulation wird hingegen – entsprechend der eigentlichen Bedeutung des Wortes – wieder zu einem echten “Bewegen”.

Vielleicht kurz dazu das Beispiel Barack Obama. Er hat es geschafft, daß abgelutschte Wort “Change” zu einem bedeutungs- und gefühlvollen Mem zu machen. Das war die Grundlage für die virale Verbreitung in den realen und virtuellen Netzwerken. Obama’s “Change” löst echte Gefühle aus, zudem für jeden Andere.
Die Netzwerke sind nur Träger des Mem. Unsere Parteien versuchen aber scheinbar das Gegenteil. Sie denken, daß Netz ist der Virus. Aber das Netzt ist kalt.