Wenn es um das Internet geht, ist der Tourismus weit vorne. Dabei kommt der Push von den Märkten. Um die 20% der Buchungen erfolgen direkt über Web-Kanäle, bei den erfolgreichsten Unternehmen sind es bis zu 50%.
So mag es nicht verwundern, daß das Social Web im Tourismus nicht einfach als klassischer Kommunikationskanal verstanden wird, sondern die Frage nach seinem konkreten Beitrag zum Geschäftsergebnis gestellt wird. Wie kann ich mit dem Social Web mehr verkaufen?
Dabei gilt es zwei knifflige Fragen zu beantworten: i. Was ist Verkauf überhaupt? ii. Wie kann das im Social Web funktionieren?
Die erste Frage ist alt. Verkauf kann alles mögliche sein, je nachdem ob die Frage den direkten oder den indirekten Verkauf meint. Die zweite Frage ist brandneu. Zu fast 100% wird das Social Web als Massenkommunikationskanal verstanden, was es im Kern überhaupt nicht ist. Die Frage nach dem direkten Verkauf ist mir zumindest bisher nie gestellt worden. Bisher geht es – schon aufgrund des innovativen Charakters des Social Marketing – immer um die Frage, was ist das und wie geht das? Mehr noch – der direkte Verkauf wird in den Diskussionen sogar vehement abgelehnt.
Insofern war der Impulsvortrag eine gute Gelegenheit, sich dem Thema zu nähern. Er ist in eine Vorbemerkung und vier Impulse gegliedert. (Präsentation unter dem Txt.)
Vorbemerkung – das Web als Meta-Wissens-Medium:
Facebook ist Gegenwart und Zukunft des Web zugleich. Bei über 400 Mill. Nutzern alleine von Facebook, kann man nicht mehr von einem neuen Phänomen sprechen. Die Idee “permanenter Kommunikation unter Bekannten über digitale Medien” wird auch nicht mehr verschwinden. Deshalb ist auch die Plattform zweitrangig. Facebook, Twitter, Blogs: der Ansatz bleibt der Gleiche.
Vergegenwärtigt man sich die jetzige Struktur des Internet, so kann man die Welt der schnellen Information, mit dem Platzhirschen Google, und die Welt der schnellen Kommunikation, mit den Leitwolf Facebook, zu einer Idee zusammenfassen: Information und Kommunikation sind die beiden Säulen des Wissens. Das war ja auch die Gründungsidee des Internet.
Wissen ist ein Meta- Thema. Genau deshalb haben alle Maßnahmen im Web diesen integrierten Charakter. Angebot, Vertrieb, Kommunikation müssen bei Webmaßnahmen ganzheitlich gedacht werden. Typische Sprüche im Marketing zeigen, daß das in der “wirklichen” Welt auch nicht anders ist: Angebot: “Ein gutes Produkt verkauft sich von selbst.”, Vertrieb: “Eine starke Vertriebsmannschaft kurbelt den Verkauf an.”, Kommunikation: ”Marke verkauft.”.
Die vier Impulse zeigen ganzheitliche Ansätze für Social Sales:
Impuls 1 – Anzeigen, die kommunizieren und verkaufen
Anzeigen auf Facebook funktionieren wie auf Google, mit einem Kick. Eine Anzeige kann demografisch sehr sauber geschaltet werden. Sie kann eine enorme Reichweite haben. Sie kann ein neues Angebot direkt in die Zielgruppe kommunizieren. Sie kann direkt zur Buchung führen. Und: sie kann sich unter Freunden von selbst weitertragen. Das kann Google nicht. Print schon gar nicht. Menschen können Anzeigen jetzt “liken”, also halb-öffentlich zeigen, daß Ihnen ein Angebot gefällt. In diesem Fall sehe ich nicht nur, wie vielen Menschen das überhaupt gefällt, sondern auch wie vielen meiner Bekannten. Und: die Anzeige kann direkt UND indirekt zu einer Buchung führen.
Impuls 2 – Social Commerce
Auf Basis der Web 2.0 Technologien haben sich neue eCommerce-Modelle entwickelt, die im Tourismus noch nicht angekommen sind. Als Beispiel dienen die beiden bekanntesten Modelle, die Shopping Clubs und das Liveshopping. Während Erste ein digitaler Farbikverkauf sind und sich vor allem für Veranstalter eignen, kann das Liveshopping auch gut von Destinationen eingesetzt werden. Der Impuls ist hier: denken Sie mal drüber nach. Das hat bisher nämlich noch keiner getan. Wenn die Ideen gut auf den Tourismus übersetzt werden, sollten sich einige Chancen ergeben. Dabei muss man nicht unbedingt eine eigene Plattform aufbauen, für den Einstieg bieten sich auch Kooperationen an.
Impuls 3 – Web 2.0 Dienste
Im Nachinein muss ich sagen, daß die beiden Titel vertauscht werden sollten. Die obigen Social Commerce Beispiele sollten Web 2.0 Dienste heissen und die folgenden beiden Beispiele Social Commerce. Setzen Shopping Clubs und Liveshopping mehr auf Datennutzung, zeigen Swoodoo und Skyfriends nämlich, wie man mit sozialer Kommunikation arbeiten kann.
Swoodoo holt die Leute da ab, wo sie sind: auf Twitter. Das Bild: vielreisender, vielbeschäftigter Mensch braucht JETZT eine Flugauskunft. Ein Twit an @flugsuche und das Thema ist erledigt. Über die Timeline des Suchenden verbreitet sich der Service exponentiell selbst, da der Dienst in der Antwort erwähnt wird und die Freunde das nun sehen. Vielleicht wollen Sie ja mitfliegen? Indirekte Anfragen nach Flügen können aus der öffentlichen Timeline automatisch gefiltert und beantwortet werden. Fluganbieter könnten sich von selbst melden u.s.w..
Skyfriends geht noch einen – bemerkenswerten – Schritt weiter. Hier wird der soziale Graph direkt genutzt, um Reisen mit und zu Freunden zu organisieren. Wer kommt mit zu Julia in London? Und 1,2,3 stehen Flüge und Unterkünfte parat, egal wo die Freunde dann gerade alle sind. Ein Paradebeispiel, wie aus Daten ein Nutzen generiert wird.
Impuls 4 – Marke, Themen & Viralität
Was heisst eigentlich verkaufen? Zum Beispiel “Begeistern”. Wenn mein USP Wandern ist, dann habe ich ein Thema. Mit diesem Thema kann ich im Social Web wunderbar arbeiten. Menschen kaufen bekanntlich keine Produkte, sondern Leistungen, keine Bohrmaschine, sondern die Möglichkeit, ein Loch in die Wand zu kriegen. Und das machen sie längst Multimedial – also über eine Vielzahl von Medien gleichzeitig. Dabei hat jeder seine eigene Lieblings-Kombination. Ja, es gibt Menschen, die schauen in einen Online-Shop, um hinterher die Bestellkarte aus dem Katalog von Hand auszufüllen. Das sind sogar recht viele.
Genauso ist es im Tourismus. Ich buche kein Hotel, sondern eine passende Wanderstation mit angehängter Muskelentspannung etc..
Hier liegt die wahre Stärke des Social Web. Wenn ich für etwas stehe und dafür immer besser werde, werden aus Kunden Fans. Menschen, die sich für eine perfekte Lösung im alltäglichen Chaos bedanken und begeistern. Deren Freunde kommen dann auch. Und so weiter. Markengerechte Kommunikation verbindet also Angebot, Vertrieb und Werbung – alles zugleich. Ein Prozess.
Was die letzten drei Bilder angeht: Kultur steht im Mittelpunkt, Krisenthemen immer mitdenken, Zusammenhalt macht stark und groß. ;-)
Wie gesagt, es handelt sich “nur” um einen Impulsvortrag. Anregungen zum Nachdenken.
Einen Überblick zur gesamten Veranstaltung mit den derzeit heissen Themen im Tourismus: Preisgestaltung, Vertriebskanäle, Aufgaben der Destinationen und vielem mehr:
Die Strategie von Facebook, wie heute verkündet, ist allzu offensichtlich. Das Unternehmen möchte die Power von mittlerweile 500 Millionen Nutzern bis in’s Letzte ausquetschen und das Internet förmlich in sich aufsaugen.
Facebook hat verstanden, daß Kommunikation die wichtigste Triebkraft für die Nutzung des Internet ist und nicht wie üblich angenommen die Information. Kommunikation unter Menschen dreht sich um den Bekanntenkreis, den Sozialen Graphen. Den besitzt Facebook bei einer halben Milliarde Menschen. Nun sollen sich die Inhalte des Web dem unterordnen und in eine nahezu endlose Facebook- Datenbank fliessen, anstatt im weltweit vernetzten Web zu bleiben.
Funktion: Ein neuer Standard im Web für die Kommunikation im Sozialen Graphen.
Bedeutung: Alle Aktivitäten können auf meinen Bekanntenkreis zurückgeführt und auf Facebook dargestellt werden, nicht nur die innerhalb Facebooks. Als Ergebnis könnte Facebook in Zukunft an jedem Ort Empfehlungen meiner Bekannten (”Facebook-Freunde”) anzeigen (Ambient+Mobile Web). Web- und Real Life Tätigkeiten verschmelzen im Sozialen Graphen.
Wichtiger noch: e-Mail, der mit Abstand wichtigste Internet- Dienst, wird in der Variante 2.0 nur noch von Facebook angeboten. Viele Plattformen für Webmail werden ein Problem bekommen. Merke: Was 2.0 ist, ist auch 1.0 und ein bischen mehr.
Social Plugins
Funktion: Die von Facebook bekannte “I Like” Funktion (die es auch schon in den normalen Sprachwortschatz geschafft hat.) kann in alle Webseiten und einzelnen Inhalte eingebunden werden.
Bedeutung: Das “I Like” meiner Freunde wird zum Wegweiser im Netz, mehr noch: der Soziale Graph wird zum Redakteur der Inhalte im Internet. Was in der Zeitung dem Redakteursteam obliegt, erledigt im Netz der Bekanntenkreis.
Für den einzelnen Nutzer wird das “I Like” zum schnellen Lesezeichen- Service im Web 2.0. Ein Klick und die Information bleibt gespeichert.
Für Facebook entsteht das weltweit größte Verzeichnis menschlicher Interessen – und – der Veränderungen dieser.
Social Bar
Funktion: Leichte Einbindung von Web 2.0 Funktionen a’la Facebook in jede Webseite. Mein Bekanntenkreis und seine Meinung ist immer dabei.
Bedeutung: Einerseits können Internetseiten direkt sozial werden, denn der gesamte Kanon der Facebook- Nutzer inkl. der Ihnen vertrauten Funktionen ist einfach einzubinden. Andererseits gehören alle Daten Facebook und können für das Unternehmen nur beschränkt genutzt werden. Diese Funktion bietet sich für Seiten kleiner und mittlerer Unternehmen an, die auch Facebook intensiv nutzen.
Docs.com
Funktion: Microsoft Dokumente können jetzt über Facebook im Bekanntenkreis genutzt werden.
Bedeutung: Im Wesentlichen geht es um die Konkurrenz zu Google Docs und den Markt der Online- Text- Programme. Nachdem Microsoft im Web 1.0 viel Boden verloren hat, versuchen sie nun dank Ihrer Partnerschaft mit dem größten Google- Konkurrenten aufzuholen. Auch wenn Facebook damit in den Markt der klassischen Anwendungen geht, bleibt fraglich, wer das braucht.
Der Kampf ist eröffnet
Konnten wir früher den Kampf zwischen Web und klassischen Medien beobachten, verlagert sich die Arena deutlich zur Auseinandersetzung zwischen Web 1.0 und Web 2.0. Facebook öffnet sich zum Web und tritt damit demonstrativ gegen Google an.
Dabei beherrscht Facebook das Schlachtfeld, denn es ist ihr Territorium. Zunächst. Denn so, wie der Soziale Graph Facebook gehört, so gehört das offene Web Google. Je mehr Facebook sich öffnet – und das müssen sie, wenn sie das Web beherrschen wollen – desto mehr laufen sie in ein riesiges Datenschutzproblem. Das klingt nach einem technischen Problem, ist aber vielmehr ein Menschliches. Meine Daten gehören mir persönlich und nicht einmal meinem Bekanntenkreis. Ein Dilemma, aus dem Facebook nicht ohne radikales Umdenken herauskommt. Dieses Umdenken ist aber nicht Teil Ihrer Struktur. Facebook wird das nicht können. Platz also für neue Spieler.
Für Unternehmen wird nun überdeutlich, wie wichtig das Engagement im Social Web ist. Wenn sie weiter die Zeit verschlafen, werden sie an Facebook genauso wenig herumkommen, wie jetzt an Google. Das ist Risiko und Chance zugleich. Wer wird sie wirklich nutzen?
Man kann nur immer wieder an den ersten Satz von O’Reilly erinnern, damals, als er den Begriff Web 2.0 in die Welt brachte: Who owns the data? Darauf kann es nur eine Antwort geben: Ich besitze meine Daten, sonst niemand. Auch nicht Facebook. Mal schauen, wann Facebook das lernt. Wahrscheinlich erst, wenn es zu spät ist.
Nachtrag: Eine hervorragende Übersicht zu den technischen Hintergründen findet sich bei MRTopf.
Warum sind alle so aufgeregt? Die einen verteufeln es, die anderen feiern es, aber alle sind so furchtbar aufgeregt. Es ist nur ein kleiner Computer.
Talk of the Town: die Rückkehr der klassischen Medien. Verlage freuen sich über App-Verkäufe. Endlich eine digitale Zeitung, die funktionieren könnte. So what? Es ist nur eine von vielen Apps.
Ich persönlich denke darüber nach, wieder eine Zeitung zu abbonieren (Falls ich ein iPad kaufe.). Endlich kommt das Medium in einem modernen Format. Print ist einfach unpraktisch. So einfach ist das. Und mal ehrlich: selbst 7.99€ / Monat sind 2 Currywürste und eine Cola. Wo sind die Werte eigentlich geblieben?
Hier lohnt ein Vergleich mit der Musikindustrie, aber nicht wie er sonst im Web gemacht wird. iTunes war die erste praktische und einfache Lösung, um Lieder digital zu kaufen und zu verwalten. Das iPad ist die erste praktische und einfache Lösung, um Zeitung digital zu kaufen. So einfach ist das.
Apropo, wo wir schon dabei sind: auch Videos auf dem iPad schauen ist nur eine App – von vielen.
Talk of the Town2: das iPad ist nicht so offen, wie das Web und man kann nur konsumieren, nicht produzieren. Das sehe ich ja komplett anders. Hier muss ich den hochverehrten Dave Winer und Jeff Jarvis widersprechen. Auch wenn sie Ihre Meinungen vorsichtig formulieren, so kommt sie doch aus einem anderen Jahrzehnt des Computing. Über Wordpress, Google Docs und Dropbox kann ich sehr gut produzieren. Und wer unbedingt seine Fotos ständig hochladen will, soll sich die Kamera anstecken. Wo ist das Problem?
Ach ja, es ist kein Netbook. So what? Schmeissen wir deswegen unseren anderen Werkzeuge weg? Ich für meinen Fall behalte das Subnotebook, das iPhone und auch meine “richtige” Kamera. Damit kommen z.B. die Fotos zu Flickr. Nicht alle, aber alle Guten. Und die von unterwegs spielt das iPhone spielend hoch.
Liebe Leute, es will gar kein Netbook sein, ja es will noch nicht mal ein kleiner Computer sein. Aber es ist eine einfache Möglichkeit, den Nutzen der Computertechnik auch zu nutzen. Mit allen seinen Apps. Ohne den ganzen technischen Firlefanz, den nur Leute mögen, die das mögen. Aber wer möchte beim Arzt erst einmal die Technik konfigurieren? Wer hat wirklich Lust, sich ständig mit der Technik, statt mit den Inhalten zu beschäftigen?
Sind deswegen alle Experten so sauer? Weil sie das Gefühl haben, die letzten Jahre Technik- Fummelei waren verschenkte Lebenszeit? Ist Ihnen das iPad zu einfach?
Mir nicht.
Es gibt noch diverse andere Diskussionen um das Pad (Welches die wenigsten überhaupt in der Hand gehalten haben). Alle verfehlen, was meines Erachtens wesentlich ist. Das Pad ist angenehm einfaches mobiles Computing. So einfach ist das.
Jedenfalls, wenn man seine Sicht nicht von vergangenen Diskussionen und Zeiten blenden lässt. Für mich persönlich rechne ich das einfach mal hoch: 50-60% meiner Computer- Zeit verbringe ich am iPhone: Kommunikation und Organisation. Produktion findet am Notebook statt. Für mich ist das iPad also einfach ein großes iPhone (was es ja auch ist) – mithin also ein angenehmeres, mobiles Arbeiten, als am iPhone. Ein kleiner Computer eben, nur vieeel persönlicher.
Ob es ein “Game Changer” ist, wage ich zu bezweifeln. Das war das iPhone. Und genau deswegen wurden mehr iPads am ersten Tag verkauft, als vom iPhone. Das ist also auch nichts “Dolles”, wie der Berliner sagt. Die Erfolgsrezepte vom Marketinggott Seth Godin sind also auch Humbug und gehen am Thema vorbei. Wir wollen auch nicht vergessen, daß Apple seit Jahrzehten versucht, so ein Gerät zu vermarkten und das dies regelmäßig “in die Hose ging” (sagt der Berliner auch). (Da hat Godin recht, aber die Schlußfolgerung ist immer noch falsch.)
Also mein Tipp: entspannen, selber ausprobieren, wenn es einen persönlichen Nutzen hat kaufen, ansonsten einfach wieder vergessen und etwas Schönes unternehmen. Eine Wanderung zum Beispiel.
Das Schlußwort bekommt die Weltkompakt, die das Gerät gerade getestet hat:
ipad-fazit nach 30 minuten: es fühlt sich schnell ganz normal an. ideal fürs cafe, bahn, flugzeug, hotel, sofa
Im Rahmen eines Relaunches der Marketingstrategie eines mittelständischen Unternehmens, haben wir die Website komplett auf das Social Web getrimmt.
Das wichtigste Ziel ist ein modernes Image. Es handelt sich um eine der größten Diskotheken Deutschlands, mit ca. 100 festen und freien Mitarbeitern, die aufgrund Ihrer (ungewöhnlich langen) Geschichte auch im Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad geniesst.
Da sich die Clublandschaft in den nächsten Jahren stark ändern wird, Clubs wiederum als Vorreiter für kulturelle Entwicklungen gelten dürfen, sollen alle Maßnahmen diese Vorreiterrolle kommunizieren. Der Imagewandel soll dabei behutsam vorgenommen werden, um eine starke authentische Basis für die nächsten Jahre zu geben. Innerhalb der nächsten 3-5 Jahre soll der Club zu einem der bekanntesten Diskotheken Deutschlands werden. Dazu sind fokussierte Maßnahmen in allen Bereichen angedacht.
Ansatz
Neben der Modernisierung der Marke, eines neuartigen Ansatzes für das Corporate Design und einer Straffung des Mediaplanes (die an anderer Stelle nochmal beleuchtet werden), war vor allem das Digitale Marketing ein wichtiger Baustein.
Entsprechend der derzeitigen Verschiebung der Web- Anwendungen in Richtung Social Web, haben wir diesen langfristigen Trend konsequent umgesetzt.
Wichtige Vorraussetzungen für den Ansatz waren:
Verschiebung vom Inhalts- zum Kommunikationsweb
Verschiebung von Push- zu Pullstrategien
Integriertes Marketing, das vom Kunden gedacht wird
Umsetzung
Die Seite erinnert zunächst an die ehemalige Umsetzung von Skittles. Doch dieser erste Eindruck täuscht. Das liegt vor allem an der Produktkategorie. Während Fruchtbonbons zu den schnell-drehenden Konsumgütern gehören (FMCG), die mit aufmerksamkeitsstarken Kampagnen immer wieder Interesse wecken müssen, ist ein Club eine feste Institution. Auch hier machen Kampagnen Sinn, sind aber nur ein Teil der Strategie. Entsprechend ist die Umsetzung auf Langfristigkeit ausgerichtet. Das macht sich vor allem daran bemerkbar, daß wir den Begriff der Community ernst genommen haben.
Dazu haben wir uns nicht nur gefragt, wo die Kunden sind, sondern vor allem warum sie dort sind. Entsprechend hat sich die Marke bereits zu Beginn der Konzeption stark zurück genommen. Einer der Kernbegriffe ist die “Party- Community”, der schön zeigt, daß es diese Community auch ohne das Web gibt. Auf Basis von sozialen und kulturellen Werten wurde die Community näher definiert und “aufgespürt”.
Trotz umfangreicher Analysen bleibt die Umsetzung dynamisch, hat also viele Freiheitsgrade, die erst im Zeitverlauf näher bestimmt werden, um dann wiederum die Art der Maßnahmen festzulegen.
Kern aller Aktivitäten ist nicht die “eigene Seite”, sondern die eigene Community. Das spiegelt auch das digitale Design wieder. Die Marke wurde soweit es irgend geht zurück genommen. Der Gast und seine Aktivitäten stehen absolut im Vordergrund.
Die Sprache der Navigation betont nicht nur das “Us / Wir”, sondern setzt es auch konsequent um. So findet sich unter “Rock.Us” die einzige klassische Web- Publikationsmöglichkeit in Form eines Blogs. Auch hier wurde die Gestaltung massiv reduziert. Zudem dient das Blog einzig zur Publikation von Special Events und damit dem Kampaigning. War früher die Hochglanz- Publikation a’la wir sind toll wichtig, so beweisen heute die vielen Livestreams, Foto’s, Event- Ideen etc., daß es auch so ist. Die Glaubwürdigkeit entsteht nicht visuell, sondern über das tatsächliche Sein, mit allen seinen Schwächen und Stärken. Der Prozeß ist das “ein und alles”. (Anm.: In den klassischen Medien haben wir eine Mischung aus Prozess und klassischer Botschaft konzipiert.)
Als Plattform wurde Facebook gewählt, das für die Zukunft das größte Potential verspricht, sowohl hinsichtlich der Mitgliederstruktur, als auch der Entwicklung der in Facebook nutzbaren Technologien. Im übrigen wurden auch Medienpartner hinsichtlich Ihrer Aktivitäten auf Facebook gewählt. Die Entwicklung der Mitgliederzahlen innerhalb weniger Wochen übersteigt dabei unsere – real angesetzten – Erwartungen.
Über Facebook lassen sich viele der sonst auf der eigenen Website vermittelten Inhalte publizieren. Das Ziel ist aber nicht, Inhalte zu pushen, sondern Kommunikationszyklen einzurichten, um gemeinsam mit den Gästen am Image zu arbeiten. Die Content- Policy ist entsprechend so offen wie nur möglich eingerichtet. So sind es nicht nur Gäste aus aller Welt, die über Facebook kommunizieren, sondern auch immer mehr Mitarbeiter. Alles freiwillig und ohne Einschränkungen.
Daneben werden weitere Netzwerke und Medien bespielt, die jedoch immer alle zu Facebook führen. Im Wesentlichen, ohne hier zu detailliert zu werden, dienen sie der Anbindung an das Web 1.0, daß vor allem aus Suche, Information und eMail besteht. Alle Wege führen nach Rom und Rom liegt mittlerweile in Facebook.
Es ist vielleicht noch interessant, daß wir alle Kanäle und Plattformen sowohl in der Technologie als auch der Kommunikation miteinander synchronisiert haben.
Fazit
Das Marketing wurde komplett auf Community- Marketing umgestellt. Alle anderen Maßnahmen zahlen behutsam auf die Community ein und erst dann auf die Marke. Die Strategie ist somit dynamisch und Kampagnen sind nur Teil des Ganzen. Maßnahmen entstehen immer mehr aus der Community heraus. Somit wurde ein permanenter Lernprozess eingleitet, in den alle Gäste und Mitarbeiter eingebunden werden. Mit den Ergebnissen sind wir bisher sehr zufrieden.
Man kann es ganz kurz machen – alles, was in den nächsten Jahren wichtig wird, hat Google in seine neue Suche und seine neue Funktionen eingebaut:
Mobile Web
Ambient Internet
Echtzeit Internet
Die Funktionen dahinter sind:
Mobile: Search by location – Wo ich bin, da findet Google die Ergebnisse. Ich suche Wein und bekomme einen Weinladen in der Nähe angezeigt.
Ambient: Google Goggles - search by sight – Foto hochladen und Google sagt, wie die Sehenswürdigkeit oder die Weinflasche heisst (noch nicht auf dem iPhone).
Echtzeit: Echtzeitsuche / Integration von Twitter, Friendfeed etc auf google.com (Ausprobieren: auf www.google.com und dann: “latest”).
Wer also noch überlegt hat, wo er sein Geld im Digitalen Marketing investieren sollte, kann in diesen drei Feldern nicht falsch liegen.
Zudem ist das Geschäftsmodell von Twitter klarer – nicht zufällig wurde vor ein paar Monaten die Suche stark eingeschränkt, um sie jetzt via Google etc. refinanzieren zu lassen. Informationen sind eben Geld wert. Auch die von Anderen.
Es gab ja einige Aufregung, daß Google ein Betriebssystem (OS) veröffentlichen wird. Techcrunch war die Meldung ein “Breaking” wert, kein Wunder, denn das Thema kommt seit ewigen Zeiten immer wieder hoch und nun wird es wohl Wirklichkeit.
Dazu zwei Dinge. 1) Google ist ein Betriebssystem.
Wenn man das Thema Informationsverarbeitung auch nur ein wenig ernst nimmt, weiß man, daß Maschinen noch lange nicht die Intelligenz dazu besitzen. Sie verarbeiten Daten. Menschen verarbeiten Informationen. Das zeigt im übrigen das “Data-Web 2.0″ ganz gut.
Wenn nun also Menschen Informationen verarbeiten, dann liefert Google jede Menge Basissoftware um genau das zu tun. Es führt zu weit, klingt aber erklärend: Wir sind die Maschinen, Google ist das Betriebssystem unserer täglichen Informationsverarbeitung.
Genau, eigentlich ist es das Web, aber für den großen Teil, den Google darin abbildet, stimmt das Bild.
2) Höchste Zeit
Das OS wird auf Android beruhen und Chrome OS heissen – mit anderen Worten wird der Browser als wichtigste Software des Alltags durch den Trend zu Web- Anwendungen (Applications) weiter aufgewertet und muss zwangsläufig mehr Komplexität der Datenverarbeitung abfedern.
Wie sagte Sun vor 15 Jahren: das Web ist der Computer – also sind die Basis- Technologien des Internet das Betriebssystem. Es macht doch keinen Sinn mehr im Vokabular des PC oder Mainframe zu reden. Computing hat längst eine neue Stufe erreicht.
In diesem Sinne wird das Chrome OS gar kein Betriebssystem, sondern dessen elegante Oberfläche. Was soll ich sagen – wenn das sonst keiner macht? Schließlich wissen das alle IT Konzerne schon eine Weile. Zeit wirds.
Im Branchentreff Lifestyle beschreibt, besser erzählt Uta Kurz von den aktuellen Produkt-Trends, die nicht mehr Trends im klassischen Sinne sind. Ich kann mich dem nicht nur anschliessen, sondern fand gerade die Art der Beschreibung wunderschön, so daß ich den Text Ausnahmesweise etwas länger zitiere:
Trend: “Geliebte Rituale”
“Wir sind eingeladen das Leben zu genießen, Schönheit weiter zu geben und Lebensfreude zu teilen. Highlights sind die kleinen Dinge des Alltags. Neue Produkte betrachten die lieb gewonnenen Gewohnheiten aus einem neuen Blickwinkel. Spaß am Alltag ist Trumpf.
Qualität und Nachhaltigkeit liegen im Trend. Gefragt sind Produkte, die Geschichten erzählen von regionaler Handarbeit und internationalem Flair. Die Zeit der Trendvorbilder ist vorbei. Was zählt ist Identität und die persönliche Verbindung. Erlaubt ist, was gefällt. Materialien werden individuell kombiniert. Mattes Porzellan, Schiefer, naturbelassenes Holz und streichelweiches Leder und gefallen durch sinnliche Haptik und lebendige Oberflächen. Hochwertige Hölzer und Naturmaterialien überzeugen genauso wie intelligente Kunststoffe und innovative Metalle. Da fällt die Suche nach messbaren Qualitätsstandards schwer. Eingraviert in Kieselsteine präsentiert die Firma Räder Handschmeichler für alle Sinne. Das Zitat „Essen hält Leib und Seele zusammen“ erinnert mich an die Lebensweisheit meiner Großmutter. Die Bewertung der Produkte ist individuell und sehr persönlich.” Uta Kurz
Ich bin mir sogar sicher, daß ein viel nachhaltigerer Trend mit drin steckt: der Prozess, das Schauen des Werdens, thematisiert und meta-thematisiert.