Posts Tagged ‘Weblog’

Management by Blogging

Publiziert: 3. September 2009 in Community, Maßnahmen von KMTO

Harvard bringt ein spannendes Beispiel, in dem ein Blog für das Management einer Organisation (RISD) genutzt wurde. Die Wirkung des Web 2.0 für organisatorische Prozesse ist meines Erachtens nachhaltiger, als für klassische Marketingmaßnahmen – weshalb ich das Beispiel für wichtig halte. (So könnte man auch ein Marketing- Blog für das Management der Kundenbeziehungen nutzen.)

Die wichtigsten Ergebnisse:

1) Ein Blog hat eine eigene Bedeutung innerhalb der sozialen Kommunikation einer Organisation.
2) Informelle Kommunikation findet Ihren Weg an die interne Öffentlichkeit. Management- Entscheidungen können sofort überprüft werden: wurden sie verstanden? Was ist noch unklar? Das Blog wird zum Feedback- Kanal der Organisation! Dabei ist das Verhalten nicht anders als im realen Leben, auch wenn das Blog nicht moderiert ist.
3) Persönliche, aber auch organisatorische Beziehungen erhalten eine neue, offene Dimension und werden reichhaltiger.
4) Kommunikationshierarchien lösen sich auf, nicht aber Entscheidungswege – worauf explizit hingewiesen werden sollte. Mitin bekommen MItarbeiter, die sich stark engagieren, aber sonst nicht gehört werden, einen Anteil an der macht.

Zudem wurden sehr einfache und vertsändliche Regeln für den Umgang miteinander aufgestellt, von denen andere Communities lernen können:

Die Mutter-Regel: Mach nichts, was deine Mutter vor Scham erröten lassen würde.
(Mom’s Guideline: Please refrain from swearing and other behavior that might make your mother (or father, or guardian) disappointed in you.)

Die Party-Regel: Was hier geschieht, bleibt auch hier.
(Vegas Guideline: What happens in two.risd, stays in two.risd.)

Die Aufmerksamkeits-Regel: Beginne immer am Anfang des Beitrags.
(Catchup Guideline: Start from the very beginning of the posts/comments to best acclimate yourself before posting.)

Die Anwalts-Regel: Alles muss mit den Gesetzen konform gehen.
(Lawyer’s Guideline: Everything posted on two.risd needs to comply with the law.)

via: Blogging as Management, not Marketing

Bloggen für den Mittelstand – TeNo

Publiziert: 2. September 2009 in Maßnahmen von KMTO

Die meisten “versteckten Helden” gibt es sicherlich im deutschen Mittelstand. Wer hätte gedacht, daß ein mittelständisches Pforzheimer Unternehmen seit 2006 bloggt? Und wer hätte gedacht, daß das Unternehmen Schmuck herstellt – eine Branche, die sicher nicht im Fokus der meisten Blogger steht. Und wer hätte gedacht, daß dieses Unternehmen in 21 Ländern vertreten ist?

Es lohnt sich also vorbeizuschauen: www.teno-blog.de, oder direkt bei der Frage: Blogger und ihr Schmuck ;-)

Der rühmliche Ansatz:

„Wir wollen keine Erfolgsstory spiegeln, sondern einfach nur aus dem Alltag eines Herstellers von Edelstahlschmuck und Designer-Uhren made in Germany erzählen“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Heinz. „Wir wollen ehrlich und authentisch von unserer Arbeit berichten, von unserem Schmuck, von unseren Ideen, Plänen und Zielen.”

Nachtrag: Ergebnisse der Bloggerei:

  • … ein paar Hundert Feedabonnenten.
  • … im Durchschnitt etwa 600 Leser am Tag, an manchen Tagen auch doppelt so viele.
  • … viele neue Freunde, Bekannte und Kontakte.
  • … aufschlussreiche, freundliche, lustige, interessante Dialoge in den Kommentaren.
  • … Ideen und Inspirationen.
  • … und Beiträge über uns

Disclaimer: Ich trage gar keinen Schmuck. ;-)

Web 2.0 für Einsteiger – wie z.B. ein Museum

Publiziert: 28. Mai 2009 in Strategie von KMTO

Der Text-Raum zeigt in einer Präsentation für Museen, wie wenig es braucht, um im Web 2.0 mitzumachen. Nämlich exakt:

  • 1 webaffiner Mitarbeiter +
  • 1 Weblog +
  • 1 Ahnung, wo die Interessenten / Kunden überall sind

Am Beispiel Museen wird gezeigt, wie man sich an Diskussionen beteiligen kann, die sowieso bereits überall laufen. Das eigene Weblog ist eine Anlaufstelle für den Account des Unternehmens, z.B. wenn Museumsbilder auf Flickr diskutiert werden.

Und ganz nebenbei ist die Präsentation auch noch wunderschön (siehe Fotos):

>> via Text-Raum: Kunst ist Kommunikation: Museen und Web 2.0

Blogs werden Communities

Publiziert: 7. Mai 2009 in Trends von KMTO

Wordpress, das führende Content Management System für Weblogs hat die erste stabile Version von BuddyPress veröffentlicht. Die Software und das Unternehmen wurden vor 1 Jahr übernommen und sollen Wordpress zu einem Facebook für alle machen:

“BuddyPress 1.0, von Matt Mullenweg liebevoll “Facebook-in-the-Box” genannt, erweitert WordPress MU um die Funktionen eines sozialen Netzwerkes, dass den Benutzern erlaubt, sich miteinander in Gruppen, Foren und Privat auszutauschen, Freunde zu werden und ein eigenes Blog anzulegen. Weitere Komponenten befinden sich in Entwicklung.”

Die Idee dahinter: „Was würde wohl mit dem Internet passieren, wenn man genauso einfach ein Social Network starten könnte, wie man heute ein Blog starten kann?”
Damit steht die neue Software in direkter Konkurrenz zu z.B. Sixgroups (Community eines Weblog), Ning (Multi- Community- Plattform) und Facebook selbst, die mit Ihren Pages umfangreiche Community- Funktionen zur Verfügung stellen.

Der wesentliche Unterschied ist allerdings, daß BuddyPress eine solide und offene Entwicklungsplattform darstellt. Wenn diese sich Ihren Weg auch nur annähernd so schnell bahnt, wie Wordpress im Bereich des persönlichen Publizierens, haben wir einen neuen Standard für Community- Plattformen. Zertifikat: Besonders Wertvoll.

>> via (viele Bilder): Das Open Source Social Network der WordPress-Macher ist da!
>> via: BuddyPress Blog: BuddyPress 1.0 ist da!

Ein Herz für Blogger

Publiziert: 23. April 2009 in Notizen, Workshops von KMTO

Gestern lief mit sehr großem Erfolg die Aktion “Ein Herz für Blogs“. Da meine Lieblingsblogs in der Blogroll stehen (rechts aussen: “Lesenswert”) und sich sozusagen von selbst empfehlen, gibt es von dieser Stelle Tipps für das vielleicht größte Problem der Blogschreiber:

Schreibhemmung.

  1. Einfach anfangen: Der Computer ist nur eine Maschine. Er bewertet nicht, kritisiert nicht und bildet geduldig jene Wörter ab, die wir eingeben.
  2. Ideen einem Diktiergerät anvertrauen: Der Weg übers Mündliche hilft, wenn wir über eine Sache reden, aber (noch) nicht schreiben können.
  3. Notizen sammeln und notieren: Wenn jeder Gedanke einen Zettel bekommt, können wir die Reihenfolge beliebig verändern. Zudem schmecken die ausgesonderten hervorragend unserem Freund, dem Papierkorb.
  4. Stolz sein: auf einzelne Formulierungen, Satzfetzen, Ideen.
  5. Mit jemandem darüber reden: Heinrich v. Kleist dazu in seinem Aufsatz „Über die allmählige Verfertigung der Gedanken beim Reden“: „[…] Und siehe da, wenn ich mit meiner Schwester davon rede, welche hinter mir sitzt und arbeitet, so erfahre ich, was ich durch ein vielleicht stundenlanges Brüten nicht hervorgebracht haben würde“ (Kleist 2007: 27).
  6. Grübeln (Brüten) vermeiden: Wenn’s nicht wird, wird’s nicht (toller Satz!). Nutzen Sie die Zeit für andere Dinge, am besten körperlich. Ihr Unterbewusstsein wird es richten.

Die Ideen kommen aus dem Buch von Jens Kegel: “Selbstvermarktung freihändig; Schreiben fürs Reden – auch gegen den Strom”

Nummer 5. sollte für die meisten Blogger leicht umzusetzen sein – aber Achtung! Es ist das persönliche Gespräch gemeint, kein Twitter oder Facebook oder so.

In seinem Buch räumt er auch gleich mit zwei Mythen der Kreativbranche auf:
Mythos 1: Im Team entstehen neue Gedanken schneller und effektiver.
Mythos 2: Brainstorming ist Viagra fürs Gehirn und lässt neue und vor allem kreative Ideen sprießen.

Beide stimmen nicht. Liebe Blogschreiber: Die beste Kreativität entsteht beim Individuum und wiederum dann am Besten, wenn dieses alleine und in angenehmer Athmosphäre schreibt. Na, wenn das kein Grund zum Bloggen ist!

Fallstudie Weblog für kleine Unternehmen

Publiziert: 22. April 2009 in Maßnahmen von KMTO

Das beste Beispiel für den Einsatz des Web 2.0 in kleinen Unternehmen findet sich ohne Frage bei Kirstin Walther, Inhaberin des Saftblogs und der Kelterei Walther, In einfachen und klaren Worten beschreibt Fr. Walther die Anfänge und den Verlauf des Bloggens, sowie die Vorteile und den Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens.

Hier die Mitschrift des Video- Interviews:

- ungeplanter Start des Weblog, der Start des Frosta- Blogs war Beispiel und Anregung
- früher Start mit dem Bloggen war ein Glück, dadurch Verbreitung
in vielen Weblogs, die sich mit dem Thema Web 2.0 beschäftigen
- wenig Erwartungen am Beginn, dadurch auch die Leser gefragt, wodurch sich von Anfang an ein Dialog ergab
- mehr Kunden online, als mit stationären Kunden im Bezug zum Ladengeschäft
- am Anfang zwischen 50-100 Besucher auf dem Blog am Tag
- wegen der einfacheren Abwicklung einen Shop eingerichtet, der von selbst wuchs (statt umgekehrt)
- Einfluß nicht nur aufs Online- Geschäft, sondern vor allem den Bekanntheitsgrad der Marke
- durch das Bloggen selber gab es viel PR in den Fachmagazinen (Interesse an Technologie als PR Botschaft an sich, das ist für viele Branchen möglich)
- keine zusätzlichen Maßnahmen, ausser: zum Test kleine Anzeigen mit Link auf Blogeinträge (inhaltliche Werbung); Blogadresse auf den Produkten (Thema: “Hinter die Kulissen der Kelterei”)
- alles in allem hat das Blog einen großen Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung -> Verdopplung des Umsatzes von 2006 bis heute
- größter wirtschaftlicher Effekt: Einfluß auf die Händler durch die sehr positive Mund-zu-Mund-Propaganda (indirekte Ergebnisse)
- also stärkerer Einfluß auf das B-2-B Geschäft, als auf den Direktverkauf

“Man muss Lust haben, mit seinen Kunden zu kommunizieren”
“Offen sein für Kritik und Lust dazu”
“Das Interesse für Hintergrundinformationen der Branche ist da”
Kirstin Walther

- Weblog und B-2-B: Händler freuen sich über Informationen, die sie weitergeben können
- Twitter: neues Medium, Sie brauchte ein paar Monate, um das Medium zu verstehen
- Twitter ist geeignet um Interessenten, mehr noch als Unternehmen, zu binden
(aber kein Telefon- Twitterer, “zu aufwendig”)
- Twitter hat sehr praktische Werkzeuge inzwischen, um z.B. relevante Beiträge
zu finden
- Twitter ist auch ein Lerntool, z.B. sind bei den Amerikanern sehr interessante Beispiele
zu finden (siehe “Wholefoods“)
- bei Fragen zum Saft kann man wieder ausführlichere Blogbeiträge verlinken
- dank Twitter zum ersten Mal einen PR Beitrag in der SuperIllu, die im
Osten Deutschlands viel gelesen wird

“Web 2.0 wird in Unternehmen stattfinden, auch wenn sie es nicht nutzen”
Kirstin Walther

Ergänzende Fragen von mir:

Wie erfolgreich waren die Anzeigen?
Wird oder gibt es weitere Aktivitäten in den Social Networks geben (Xing, Facebook, Wer kennt wen)?
Wieviel Zeit kostet der Einsatz von Blog und Twitter? Wie ist das Aufwand / Nutzen- Verhältnis?

Zum Abschluß noch das Video selber:

Link: Kirstin Walther zum Erfolg des Saftblogs

B2B Kommunikation online optimiert ist…

Publiziert: 10. April 2009 in Maßnahmen von KMTO

… ein wunderbares Beispiel für den Einsatz der Online- Medien an sich. Doch zunächst der Case (reimt sich ;-). Die Firma Heiler möchte via Online- Banner eCommerce Software verkaufen, die den Longtail bedient. Dazu wurde ein Banner geschaltet, daß z.B. den Begriff “PIM kompakt” beinhaltet, einer Veranstaltungsreihe. Nun ist die Aufmerksamkeitsspanne für Online- Werbung extrem kurz. Niemand wird sich also die Mühe machen, den unverständlichen Begriff nachzuschlagen. Zudem verlangt die sofortige Anmeldung zu einer Veranstaltung ein hohes Involvement, auch das kann man online nicht erwarten. Aufgrund eines fremden Blogbeitrages wurden die Bannertexte neu gestaltet.

“erklärte ein Heiler-Mitarbeiter direkt im Blog von Iwo-Randoja in einem Kommentar, was man sich bei der Bannergestaltung gedacht habe, gab unumwunden zu, dass die Kritik berechtigt war, und wies auf die überarbeitete Version des Banners hin.”

Wunderbar. Jetzt sind die Texte verständlich und direkt auf dem Punkt. Sie versuchen nicht mehr herumzureden und etwas zu “verkaufen”, sondern sagen gleich, was es gibt. Und das ist jetzt ein White Paper, also etwas, daß man schnell herunterladen kann.

Die Landingpage wurde auch optimiert. Sie begrüßt den Besucher mit einem professionellem Video. Das erhöht natürlich sofort die Aufmerksamkeit und das Involvement. Jetzt ist der Besucher bereit, mehr Zeit zu investieren, weil auch der Anbieter offensichtlich Zeit investiert hat – soziales Geben und Nehmen sozusagen. Nun hat die Firma auch die Chance, den weithin unbekannten Begriff Longtail zu erklären – und das Thema ist für viele Unternehmen äußerst interessant.

Einziger Kritikpunkt: die Marke wurde zu offensiv eingesetzt. Das ist heute nicht mehr nötig, schon gar nicht, wenn ich es verstanden habe, daß Interesse der potenziellen Kunden so angenehm sachlich zu wecken.

Das genau kann nur online. In einer relativ überschaubaren Zielgruppe kann ich die Werbung direkt an diese anpassen, Ihr Feedback berücksichtigen. Frei dem Motto “Wie hätte sie Ihre Werbung gerne?”. Das erhöht natürlich die Effizienz in den (teuren) klassischen Medien.

>> via Institut für Online- Markenführung: Ein Beispiel für gute B2B-Online-Werbung mit klaren Banner-Texten und einem authentischen Video