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Worauf soll sich ein Unternehmen 2010 im Marketing fokussieren? Auf Anregung von Mark Heising, bald Head of Digital bei Edelmann, sehe ich folgende vier Schwerpunkte für das nächste Jahr:
Konzentrieren, Konsolidieren, Kooperieren, Kommunizieren
- Konzentrieren
Viele Unternehmen haben sich in den letzten Jahren breit gemacht – sie sind in viele Geschäftsfelder expandiert. Dabei hat die Masse nicht immer Qualität hervorgebracht. Es scheint immer schwerer, noch entsprechende Margen für neue Angebote zu realisieren. Auch die Märkte sind in die Breite gegangen – und dabei immer differenzierter geworden. Die Welt ist komplexer geworden.
2010 ist das Jahr, indem Unternehmen dieses Zustand analysieren sollten um Ihre optimale Position zu bestimmen. Zum Teil können klassische Angebote optimiert, vielversprechende neue Angebote besser in den Markt gebracht werden.
Konzentration bedeutet also vor allem, sich zurück zu lehnen, genau zu schauen, wer man ist und diese Stärken unter Beachtung der nächsten drei Punkte auszubauen. Dabei kann es vorkommen, daß einUnternehmen nicht mehr das gleiche ist, wie vor 10 Jahren.
- Konsolidieren
Das betrifft den Bereich der Angebote, aber auch der Marketing- Kommunikation. Dabei geht es nicht nur darum insgesamt weniger und sparsamer zu agieren, sondern vor allem effizienter – eben differenzierter.
Innerhalb der wichtigsten alten und neuen Geschäftsfelder können optimale Kombinationen aus “Angebot – Vertrieb – Kommunikation” gebildet werden.
Eine komplexe Welt ist auch ein Vorteil: Unternehmen haben unendlich viele Möglichkeiten, diese Kombination zu optimieren.
Der Schwerpunkt wird dabei sicherlich in der Kommunikation liegen. Digitale Medien sind nicht nur massiv auf dem Vormarsch, sie geben auch die Richtung vor, in der – im Rahmen aller genutzen Marketing- Medien – optimiert werden kann.
Konzentration und Konsolidierung heisst nicht zuletzt: fokussieren Sie auf Ihre jetzigen Kunden. Wenn das klappt, kommen die Neuen wie von selbst. Hinweis: im Web sind die Ihre Kunden genau einen Klick nah.
- Kooperieren
In einer komplexen Welt ist es sehr viel effizienter, nicht alle Ressourcen selbst aufzubauen, sondern permanent in kooperativen Netzwerken zu arbeiten. Für Unternehmen die bereits Marketing- Kooperationen haben, heisst das vor allem, die Crossmedia- Aktivitäten stärker zu bündeln.
Das Internet und allem voran das Social Web stellt sowohl die Technologie, als auch die Kanäle dafür zur Verfügung.
Für alle anderen Unternehmen heisst das: wenn Sie Punkt 1+2 erledigt haben, finden Sie auch die passenden Kooperations- Partner. Der einfachste Weg: wer arbeitet in einer anderen Branche, aber mit den gleichen Kundengruppen, wie mein Unternehmen. Für den Mittelstand kann das auch heissen: wer arbeitet in der gleichen Branche mit den gleichen Kundengruppen, aber in anderen Regionen. (Ein schönes Beispiel: Europcar kooperiert mit Maxi-Cosi.)
Es ist offensichtlich: wir streben einer vernetzten, komplexen Gesellschaft zu. Jetzt ist genau die Zeit, die sich daraus ergebenden Chancen zu nutzen. Voraussetzung: Konsolidieren und Konzentrieren, um sich dann wieder sinnvoll öffnen zu können.
- Kommunizieren
Hiermit meine ich Kommunizieren in seiner ursprünglichen und einzig sinnvollen Bedeutung: aktiver Austausch mit alle relevanten Gruppen. Das können direkte Kunden, aber auch “Kunden der Kommunikation” und somit Multiplikatoren sein. Die wichtigsten Multiplikatoren sind dabei immer Ihre Kunden selber. Diese können Sie auf allen Kanälen abholen. Dazu müssen sie nichts weiter tun, als die Kanäle zu öffnen. Die Erkenntnisse, die dabei zurück kommen, sind Ihr wertvollster Berater.
Wir leben im 21. Jahrhundert, das Zeitalter allumfassender Kommunikation. Haben Sie also keine Bedenken. Legen Sie genau hier Ihren Schwerpunkt. Nehmen Sie Feedback an. Lernen Sie intelligente Fragen zu stellen. Dann klappts auch mit den Märkten.
Und btw.: wenn Sie konzentriert, konsolidiert in Kooperationen kommunizieren, erhöhen Sie automatisch die Quantität (Reichweite) und die Qualität (Wirkung) Ihrer Marketing- Kommunikation.
Ich denke, daß sind gute Ziele und Aufgaben für 2010. Zum Schluß also ein praktischer Rat, den ich so auch schon auf dem Deutschen Tourismustag gegeben habe: richten Sie 2010 einen Kundenbeirat ein, on- und offline, und lassen Sie diesen zum Herzstück Ihres Marketing Programms 2010 werden.
Ihr
Michael Domsalla
KMTO
Kommunikation & Technologie
Ich bin der festen Überzeugung, daß Kommunikations- Agenturen, egal ob Werbung, PR, Event, Direkt oder Digital, im 21. Jahrhundert komplett anders sein müssen, als in den letzten hundert Jahren. Im Kern denkt die Branche genauso, aber es passiert sehr wenig. Der Grund ist einfach: wenn die Arbeit sich ändern soll, muss sich zuerst das zugrundeliegende Modell von Kommunikation ändern.
In meinem Vortrag zum Deutschen Tourismustag 2009, dem Jahresevent hunderter, im Deutschen Tourismusverband organisierter regionaler Tourismusanbieter, habe ich dieses Thema aufgegriffen (auch wenn es explizit um Möglichkeiten für die Unternehmen ging).
Dazu habe ich in der Folge auch zwei thematische Twits geschrieben:


In beiden stecken wichtige Kernsätze zum Thema: das neue Kommunikationsmodell muss ein systemisches sein. Der Grund:
- Komplexität denken können,
- soziale Bindungen einbeziehen,
- dynamische Entwicklungen berücksichtigen,
- Multi- Medial (also in vielen Kanälen) denken,
- sinnvolle Prioritäten festlegen,
- Synergien nutzen.
Das geht mit der klassischen “Sender- Empfänger- Denke” nicht – und die steckt tief in den Köpfen. Dabei fällt den Meisten etwas sehr einfaches, sehr schwer: Kunden nutzen klassische Medien passiv und digitale Medien aktiv. Schon das alleine braucht unbedingt ein anderes Herangehen.
Ein Beispiel: klassische Werbung geht davon aus, das Kunden versuchen diese auszublenden. Wenn Kunden nun Informationen aktiv beziehen wollen – und andere Informationen werden in den Netzen gar nicht erst geklickt – fühlen sie sich wie “mit dem Hammer gebürstet”.
Das heisst weiss Gott nicht, daß klassische Kommunikation tot ist – im Gegenteil. Man muss nur ein Modell haben, daß beide Bereiche wirklich integriert denken kann (genau was mir mit KMTO machen). So sieht es in der Präsentation für die Tourismus- Branche aus:
Über die künftige Roller moderner Technologien. (mit Prezi erstellt)
PS: Das Eingangsbild ist ein neuronales Netz einer Information – eine mentale Region sozusagen.
Das gestrige PR 2.0 Forum hatte zuallererst ein Format, in dem Form und Inhalt perfekt zusammenflossen. Es hiess nicht nur Forum, sondern war auch eins: ein Marktplatz der Gedanken. Das hinterliess bis zum Nachmittag etliche der Teilnehmer verstört. Die Veranstaltung bekam aber im Open Space Workshop richtig Geschwindigkeit und am Ende – innerhalb nur eines Tages – eine ganze Menge handfester Ergebnisse, die für ein PR 2.0 Handbuch reichen würden.
Es war ein intensiver Austausch innerhalb einer Community – 2.0 also! Ich denke, Kongressmedia ist es gelungen, zum ersten Mal eine perfekte Mischung aus professionellem Kongress und Barcamp / OpenSpace zu organisieren. Die Arbeitsgruppe Social Media des DPRG dürfte mit dem Forum sehr zufrieden sein.
Inhaltlich wurden alle denkbaren Aspekte der PR- Arbeit im Web 2.0 besprochen. Die Veranstaltung war auch ein guter Überblick zum Stand der Branche. Was es nicht gab: klare Rezepte. Was es gab: unendlich viele Anregungen. Das Publikum, PR Entscheider aus Unternehmen, Agenturen und Experten, schien zwischen “Neue Welt” und “Wann können wir wie loslegen” zu stehen.
Das nächste Forum findet – aufgrund der Begeisterung spontan organisiert – bereits am 01. Dezember in München statt. PR Verantwortliche bitte vormerken! Es lohnt sich.
Unterhaltsam: meine Twits zum Forum
Mein persönliches, wichtigstes Ergebnis: “Das Wichtigste an Social Media? Die Fähigkeit zur Interpretation schwacher Kommunikationssignale in kulturell geprägten Milieus.”
Eine sehr gute Zusammenfassung der Ergebnisse liefert Die Göre lebt.
Am 18. September startet zum ersten Mal die Ausbildung zum Fachwirt Online Marketing der dda (die dialog akademie) am Standort Berlin. Die Ausbildung kann berufsbegleitend stattfinden und so das wichtige Online- KnowHow in die Unternehmen bringen.
Inhalte sind: Website-Projektmanagement, Online Marketing, Technik, Dienste, E-Business, Digitaler Dialog oder Erfolgskontrolle. Dazu kommt ein umfassender Praxisteil. Die Dozenten sind erfahrene Kommunikatoren aus Agenturen, sowie Professoren anderer Einrichtungen.
Ganz neu: der Abschluß kann auch als Europäisches Diplom erworben werden. Dann kommen drei Tage Umsetzung in einem Praxisprojekt dazu.
Wer weniger Zeit mitbringt und entsprechendes Vorwissen hat, kann sich auch in 18 Fachmodulen in einem beliebigen Zeitraum an 7 Studienorten zum Digital Marketing Manager weiterbilden lassen.
Studienleiter in Berlin ist Dirk Kedrowitsch, Mitglied des Vorstands der Pixelpark AG und Vizepräsident im Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW).
Gleich in zwei Artikeln ist mir das gleiche Phänomen begegenet – und zudem in einer Vorlesung. Im Kommentar der Horizont wird das so ausgedrückt:
“weil die Ordnung “Erst die Zielgruppe, dann der Kunde, dann das Unternehmen, dann Ich.” seit zwanzig Jahren auf dem Kopf steht.” (Kommentar von Senf zu die Eier sagte am 24.07.2009 um 11:44 – Auf dicke Hose machen?)
Bei “Pragmatic Marketing” heisst es dann direkter:
“Stop Perfuming the Pig: Why “real” marketing is done before the product is created”
Was mir also aufgefallen ist: die Kommunikation / Werbung what-so-ever war in den letzten Jahrzehnten so wichtig und bedeutsam, daß sie heute mit Marketing gleichgesetzt wird. Was aber die letzten 15 Jahre passiert ist, ist, daß das Marketing wieder zurück ist. Kommunikation findet offen in allen Wurmlöchern des Marketing- Kosmos statt, ob bei der Produktentwicklung, dem Vertrieb oder sogar der Werbung.
Damit entlasse ich die Marketing Welten in den Sommer- Urlaub. Ihr könnt derweil weiter schreiben – man kann ja überall seine Meinung hinterlassen. Z.B. bei:
- Michelle Obama, das Weisse Haus, die Weblogs und der Boulevard (Leser: 33,756)
- One World – One Profil (Leser: 25,309)
- Wie Unternehmen Twitter nutzen können (Leser: 1,215)
- Die 13 besten Marketing- Kampagnen aller Zeiten (Leser: 989)
- Yes WE can – Wir uns auch (Leser: 5,011)
Das unser aller geliebtes iPhone das mobile Internet fördert, ist jedem Nutzer sofort klar. In welchem Ausmaß sich aber Interface, Netzwerke und Applikationen in der täglichen Zeitnutzung der Menschen festsetzen, sollte überraschen. Vor allem die ganzen Nachbauten, die immer noch nicht verstanden haben, daß es nicht das TouchDisplay mit den vielen bunten Icons ist, welches das iPhone so besonders macht.
Die Hälfte aller iPhone- und iPod touch-Nutzer gab in einer Befragung der Mobile Advertising-Plattform AdMob an, häufiger das mobile Web zu nutzen als Zeitung zu lesen. Bei mehr als 40 Prozent übertrifft die Mobile-Internet-Nutzung sogar die Computernutzung des Internets oder das Radiohören.
Zudem wurden demografische Unterschiede zwischen iPhone- und iPod-Nutzern festgestellt. iPhone-Nutzer sind generell älter, 31 Prozent gehören zu den 35- bis 49-Jährigen. Diese Altersgruppe ist beim iPod touch nur zu zwölf Prozent vertreten. Im Kontrast sind 69 Prozent aller iPod touch-Nutzer zwischen 13 und 24 Jahren alt, beim iPhone sind dies nur 26 Prozent. Gesamt sind 74 Prozent der iPhone-Nutzer und 31 Prozent der iPod touch-Nutzer über 25 Jahre alt. Über 70 Prozent sind bei beiden Geräten männlich.
Das kann ich nur bestätigen. Der Antreiber: Bequemlichkeit. Immer online auf alles Mögliche zugreifen können, ohne den Rechner auszupacken, hochzufahren, einzuloggen, Anwendungen zu starten etc. – unbezahlbar.
Für den Unternehmenseinsatz kann man noch bis Ende Juli Sybase iAnywhere kostenlos auf dem iPhone testen.
>> via Gfm Nachrichten: iPhone- und iPod-Besitzer mit hoher Mobile Web-Nutzung
Der Text-Raum zeigt in einer Präsentation für Museen, wie wenig es braucht, um im Web 2.0 mitzumachen. Nämlich exakt:
- 1 webaffiner Mitarbeiter +
- 1 Weblog +
- 1 Ahnung, wo die Interessenten / Kunden überall sind
Am Beispiel Museen wird gezeigt, wie man sich an Diskussionen beteiligen kann, die sowieso bereits überall laufen. Das eigene Weblog ist eine Anlaufstelle für den Account des Unternehmens, z.B. wenn Museumsbilder auf Flickr diskutiert werden.
Und ganz nebenbei ist die Präsentation auch noch wunderschön (siehe Fotos):
>> via Text-Raum: Kunst ist Kommunikation: Museen und Web 2.0