Posts Tagged ‘Twitter’

Pishing im Web 2.0 nimmt zu

Publiziert: 14. September 2009 in Notizen von KMTO

Die Beliebtheit des Web 2.0 lässt sich auch an der Anzahl der Attacken ablesen. Diese hat auffallend zugenommen. Dabei sind vor allem die Profilseiten der Nutzer ein beliebtes Angriffsziel. Mit den so erhaltenen LogIn- Daten werden dann kriminelle Aktionen durchgeführt, bis hin zur Erpressung von Lösegeld. Das berichtet der E-Threats-Report von BitDefender. Das geht dann so:

“Ein Beispiel ist der Betrug mit den sogenannten Twitter Porn Names: Der User wird beispielsweise aufgefordert, den Namen seines ersten Haustieres oder den Namen der ersten Straße, in der er gelebt hat, anzugeben. Die Antworten auf diese Fragen werden häufig für Sicherheitsfragen verwendet. Ein Cyberkrimineller, der über diese Antworten und den Benutzernamen einer Person verfügt, kann auf einfache Weise ein Passwort abfragen und so auf das Benutzerkonto des jeweiligen Opfers zugreifen, um darüber Spamnachrichten zu versenden.”

Es werden also Sekundär- Informationen “ge-pisht”, mit denen Profile geknackt werden können. Die Profile dienen dann wie eine normale E-Mailadresse. Mal schauen, wann wir echtes Pishing 2.0 erleben, daß die kommunikative Vernetzung innerhalb des sozialen Graphen nutzt.

Warum Teens nicht Twittern?

Publiziert: 31. August 2009 in Zahlen von KMTO

Es ist bekannt, daß der Altersdurchschnitt bei Facebook höher ist, als z.B. bei Twitter. Warum aber Teens im Alter zwischen 12 – 17 Jahren nicht twittern unterliegt vor allem allgemeiner Spekulation.

Diese wollen wir nicht anheizen, denn die wahren Gründe sind so einfach, wie sie auch für andere Altersgruppen gültig sind: was auf anderen Plattformen erledigt werden kann, wird auch dort gemacht.

Bei den Teens sind das vor allem MySpace und Facebook, denn dort können sie:

  • den Status aktualisieren (Update My Status)
  • mit Ihren liebsten Bands kommunizieren (Keep Up With My Favorite Musicians, Bands, or Celebrities)
  • auf dem Laufenden bleiben (Stay Current with What’s Going On in the World)
  • mit den Freunden in Kontakt bleiben (Keep Up with Friends I Know)

Abgesehen davon, daß diese Gruppe sich nicht sonderlich für klassische Nachrichten interessiert, gelten die Gründe für die Twitter- Abstinenz also auch für alle anderen Nutzergruppen: es gibt für diese keinen speziellen Grund für Twitter, da andere Plattformen bereits ausreichenden Nutzen zur Verfügung stellen.

In diesem Zusammenhang sind die Zahlen von ComScore interessant, die den prozentualen Anteil der verschiedenen Altersgruppen in wichtigen Networks zeigt (bitte klicken):

via: Why Don’t Teens Tweet? We Asked Over 10,000 of Them.

Achtung: Twitter nicht benutzen!

Publiziert: 26. Juni 2009 in Notizen von KMTO

Manchmal staunt man, wie weit die US- Amerikaner beim Thema Twitter schon sind. Für alle Deutschen, die der Twitteritis ebenso verfallen sind, gilt das folgende natürlich auch. Bitte Twittern! Dieser Blogbeitrag kann Leben retten:

Radikale Innovation durch Twitter II

Publiziert: 22. Juni 2009 in Strategie von KMTO

Haben Sie Ihr Geschäftsmodell schon auf Twitter-Tauglichkeit überprüft?

Teil 2 der strukturellen Einflüsse durch Twitter auf Geschäftsmodelle aus dem Havard Business Publishing.

  1. Schaltkreise schlagen Kanäle

    Twitter ist kein neuer Medienkanal, statt dessen werden die alten Kanäle neu verschaltet. Man unterhält sich nicht mit “Jemandem”, sondern mit Vielen gleichzeitig, die wiederum mit vielen Anderen vernetzt sind. “Twitter has dropped a neutron bomb of real-time feedback into the heart of media.” Die Effizienz steigt, Monopole lösen sich auf.

  2. Faulheit schlägt Geschäftigkeit

    Twitter (als Unternehmen), versucht nicht hektisch, ein Geschäftsmodell zu implementieren. Statt dessen wird abgewartet und geschaut, wo Werte entstehen. Das Geschäft ist dafür oft zu geschäftig. Faulheit meint: “Geschäftsmodelle passieren”.

  3. Öffentlichkeit schlägt Privatsphäre

    Wären Banken durch Twitts (Twitternachrichten) gesteuert worden, wäre der Crash nicht passiert. Echte Werte müssen sich nicht verstecken. Twitts können privat sein, wenn sie es aber nicht sind, erzeugen sie kollektive Mehrwerte.

  4. Chaos schlägt Ordnung

    Twitter ist chaotisch – die Nutzer können es auf vielerlei Arten nutzen, weil wenig vorgegeben ist. Auf diese Art sind Zusatzfunktionen entstanden, die nicht mehr wegzudenken sind – von den Nutzern, nicht durch Twitter selbst. Beispiele sind Hashtags “#”, die einen Twitt in einen Kontext einordnen und besser durchsuchbar machen oder Antworten als “@” Replays.

  5. Gut schlägt Schlecht

    Echte Werte entstehen durch das Bemühen, besser zu sein. Twitter hat nie versucht, nervende Werbung zur Finanzierung einzuführen. Statt dessen versuchen sie neue Formen von Werbung zu finden. Das würde nicht gelingen, wenn sie schon zu Beginn einen Pakt mit dem “Medien- Teufel” geschlossen hätten.

Meiner Meinung nach, sind es diese strukturellen Veränderungen, die Twitter interessant machen. Nicht zufällig sind so viele Nutzer in Deutschland aus der Medienbranche. Wer offen ist, spürt, daß Twitter das Thema Kommunikation anders definiert. Zugleich ist es als erfolgreichstes StartUp der letzten Jahre auch ein Symbol für eine Veränderung in den Märkten.
Viele Werte, die für das Internet typisch sind, finden sich auf einen Punkt gebracht in Twitter wieder. Signs of the times.

Radikale Innovation durch Twitter I

Publiziert: 19. Juni 2009 in Strategie von KMTO

“Twitter ändert nicht nur die Art wie wir kommunizieren, sondern wie Innovationen entstehen.”

Wenn Harvard Business Publishing das sagt, muß ja etwas dran sein. Und wahrhaftig, die Ideen von Umair Haque klingen einleuchtend, zumindest aber sehr inspirierend:

  1. Ideale schlagen Strategie

    Twitter (als Unternehmen) entwickelt nicht seine Geschäftsstrategie, sondern das Ideal der Nutzer, das Twitter (als Tool) vorantreibt: Demokratie, Frieden, Gleichheit. Dadurch entstehen mehr Werte, als im klassischen strategischen Ansatz für Geschäftsmodelle (-> soziale Werte als neue Meta- Strategie MD).

  2. Offen schlägt Geschlossen

    Jeder kann Twitter benutzen, jeder kann mit jedem Befreundet sein, jeder kann die Twitts lesen, so es die Nutzer wünschen. Offenheit ist wesentlich für die Ökonomie des 21. Jahrhunderst, den es ist eine Wirtschaft der gegenseitigen Abhängigkeiten.

  3. Verbindungen schlagen Transaktionen

    Die viralen Prozesse der neuen Wirtschaft schaffen neue Formen von Effizienz und Produktivität. Heute verbreiten Menschen Links zu Informationen, was verbreiten sie morgen? Autos, Jobs, Häuser?

  4. Einfachheit schlägt Komplexität

    Apple, Google und jetzt auch Twitter wissen: die Einfachheit ist entscheidet, denn sonst können die Netzwerkeffekte bereits zu Beginn nicht entstehen. Ein Beispiel für die “Ökonomie der Schmerzen”: selbst Ashton Kutcher kann Twitter bedienen.

  5. Nachbarschaft schlägt Netzwerk

    Twitter ist kein großes Netzwerk, so wie andere Plattformen. Es ist eine Ansammlung von Nachbarschaften. Ich kann jemanden abbonieren (followen), ohne das mir dieser zurückfolgt. Durch diesen Effekt, sind viele Nachbarschaften auf viele Arten miteinander verbunden. (Das Netzwerk ist nicht das Ziel, sondern der Weg. MD)

Fortsetzung folgt…

Twitter ist kein Fernsehen – das Twitterversum

Publiziert: 29. Mai 2009 in Beratung von KMTO

Wie Dave Winer (Cluetrainer und Blogerfinder) schon so passend sagte: Twitter ist eine Plattform, ein Basisdienst und kein Medium wie TV. Es ist, als hätten die Twitter- Erfinder eMail erfunden und jeder müsste Kunde Ihrer Company sein, um eMail zu nutzen. Es ist ein Basis- Kommunikationsdienst. Deswegen meint Dave auch, Twitter müsste seine Technologie komplett öffnen und kostenlos zu Verfügung stellen. So wie jeder das eMail- Protokoll nutzen kann.

Im Kern passiert das auch schon. In einer Geschwindigkeit, die selbst von den Twitter- Gründern nicht überschaut wird. Es sind endlose Anwendungen entstanden, die auf Twitter aufsetzen. So wie Twitter für vieles nutzbar ist – das sicherste Zeichen für einen Basisdienst – so viele Anwendungen gibt es auch. Eine gute StartUp Idee wäre es also, einen Twitter- Client zu bauen, der ähnlich wie eMail funktioniert. (Ich habe Kunden, die mich fast nur noch antwittern und ganz selten mailen).

(Nachtrag: 2h nachdem ich das geschrieben haben, ging die Meldung von Google Wave um die Welt.)

Auf Flickr hat sich jemand die Mühe gemacht, dieses Twitterverse (Twitter + Universum) bildlich darzustellen. Nach diesem Anblick hat man eine viel bessere Idee, was Twitter in Wirklichkeit ist (weitere Infos zu den Apps in den Kommentaren auf Flickr und hier:

Das Twitterverse: Twitter und seine Anwendungen

Fallstudie Weblog für kleine Unternehmen

Publiziert: 22. April 2009 in Maßnahmen von KMTO

Das beste Beispiel für den Einsatz des Web 2.0 in kleinen Unternehmen findet sich ohne Frage bei Kirstin Walther, Inhaberin des Saftblogs und der Kelterei Walther, In einfachen und klaren Worten beschreibt Fr. Walther die Anfänge und den Verlauf des Bloggens, sowie die Vorteile und den Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens.

Hier die Mitschrift des Video- Interviews:

- ungeplanter Start des Weblog, der Start des Frosta- Blogs war Beispiel und Anregung
- früher Start mit dem Bloggen war ein Glück, dadurch Verbreitung
in vielen Weblogs, die sich mit dem Thema Web 2.0 beschäftigen
- wenig Erwartungen am Beginn, dadurch auch die Leser gefragt, wodurch sich von Anfang an ein Dialog ergab
- mehr Kunden online, als mit stationären Kunden im Bezug zum Ladengeschäft
- am Anfang zwischen 50-100 Besucher auf dem Blog am Tag
- wegen der einfacheren Abwicklung einen Shop eingerichtet, der von selbst wuchs (statt umgekehrt)
- Einfluß nicht nur aufs Online- Geschäft, sondern vor allem den Bekanntheitsgrad der Marke
- durch das Bloggen selber gab es viel PR in den Fachmagazinen (Interesse an Technologie als PR Botschaft an sich, das ist für viele Branchen möglich)
- keine zusätzlichen Maßnahmen, ausser: zum Test kleine Anzeigen mit Link auf Blogeinträge (inhaltliche Werbung); Blogadresse auf den Produkten (Thema: “Hinter die Kulissen der Kelterei”)
- alles in allem hat das Blog einen großen Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung -> Verdopplung des Umsatzes von 2006 bis heute
- größter wirtschaftlicher Effekt: Einfluß auf die Händler durch die sehr positive Mund-zu-Mund-Propaganda (indirekte Ergebnisse)
- also stärkerer Einfluß auf das B-2-B Geschäft, als auf den Direktverkauf

“Man muss Lust haben, mit seinen Kunden zu kommunizieren”
“Offen sein für Kritik und Lust dazu”
“Das Interesse für Hintergrundinformationen der Branche ist da”
Kirstin Walther

- Weblog und B-2-B: Händler freuen sich über Informationen, die sie weitergeben können
- Twitter: neues Medium, Sie brauchte ein paar Monate, um das Medium zu verstehen
- Twitter ist geeignet um Interessenten, mehr noch als Unternehmen, zu binden
(aber kein Telefon- Twitterer, “zu aufwendig”)
- Twitter hat sehr praktische Werkzeuge inzwischen, um z.B. relevante Beiträge
zu finden
- Twitter ist auch ein Lerntool, z.B. sind bei den Amerikanern sehr interessante Beispiele
zu finden (siehe “Wholefoods“)
- bei Fragen zum Saft kann man wieder ausführlichere Blogbeiträge verlinken
- dank Twitter zum ersten Mal einen PR Beitrag in der SuperIllu, die im
Osten Deutschlands viel gelesen wird

“Web 2.0 wird in Unternehmen stattfinden, auch wenn sie es nicht nutzen”
Kirstin Walther

Ergänzende Fragen von mir:

Wie erfolgreich waren die Anzeigen?
Wird oder gibt es weitere Aktivitäten in den Social Networks geben (Xing, Facebook, Wer kennt wen)?
Wieviel Zeit kostet der Einsatz von Blog und Twitter? Wie ist das Aufwand / Nutzen- Verhältnis?

Zum Abschluß noch das Video selber:

Link: Kirstin Walther zum Erfolg des Saftblogs