Posts Tagged ‘Internet’

Radikaler Wandel im Marketing

Publiziert: 17. November 2009 in Strategie von KMTO

Für mich klingt das revolutionär: zum ersten Mal spricht sich ein klassischer Werber umfassend für das Internet als Marketing- und Kommunikationskanal aus.

Frank-Michael Schmidt, CEO der Scholz & Friends Group, sagt im Interview mit der Absatzwirtschaft:

  • “Individualität und Interaktivität bestimmen die neue Ära in den Beziehungen zwischen Marken und Menschen.
  • Brückenschlag von der Kommunikation zur Transaktion … Auch hier steht natürlich das Internet an vorderster Stelle,
  • TV hat als Königsdisziplin abgedankt. Wir bewegen uns von einer Medien- Monarchie zu einer Oligarchie relevanter Kanäle.”

Um nur drei knackige Zitate zu nennen. Dabei wird immer noch auf “die eine Botschaft” gesetzt, was die Frage offen lässt, ob die Klassik mit dem “Orchester” umgehen kann. Längst nicht alle “Instrumente” lassen sich einfach bespielen, sondern mischen sich aktiv in das Geschehen ein.

Aber wie auch immer, nach relativ wenigen Jahren, darf das Internet wohl nun endgültig als Leitmedium im Marketing bezeichnet werden.

Und noch ein Zitat aus diesem denkwürdigen, fast verstecktem Artikel: “Die Kreativität der Zukunft wird in einem hohen Maß eine Kreativität der Kanäle sein.” Das ist das Meta- Knowhow, das Agenturen heute besitzen müssen, gleich ob sie für große oder kleine Kunden arbeiten.

>> via Absatzwirtschaft: „Große Wende im Marketing“

Marken Werbung Online

Publiziert: 28. September 2009 in Maßnahmen von KMTO

Wer erinnert sich an eine gute TV Kampagne? (Egal, wie man “gut” persönlich definiert.)

Ok, und wer erinnert sich an eine gute Online- Kampagne?

Da haben wir es. Gute Marken- Kampagnen sind selten. Die allermeisten setzen auf den Verkauf, wenn es um Werbung im Internet geht. Dabei bedient man sich gerne des Image und der Bekanntheit einer Marke, aber selbige aufzubauen oder zu stärken, das passiert äußerst selten.
Ich persönlich habe ein gute Online- Kampagne im Kopf, aber die ist schon 12 Jahre alt (IBM liess damals viele kleine Dinos gegen einen Großen antreten, um zu zeigen, wie schnell sie geworden sind).

Dabei bietet Online gute Vorraussetzungen für gute Kampagnen. Allerdings können nicht nur, sondern müssen alle vier Elemente berücksichtigt werden:

• Reichweite
• Interaktion
• Targeting
• Kreativität

Der Grundsatz ist gleichbleibend: “Die richtige Botschaft zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Umfeld für den richtigen Nutzer” – aber das bedeutet im Internet oft unterschiedliche Teile der Botschaft an unterschiedlich kulturell geprägte Kunden (Männer vs. Frauen, Spiesser vs. Action- Helden).

Die Herausforderung liegt also im Bereich der Interaktion: eben diese muss die Nähe zum Kunden herstellen und die Markenwerte emotional und interaktiv transportieren. Woraus man folgern muss:

Werber, Ihr müsst mehr spielen!

via: Das Internet ist die ideale Bühne, um Marken effektiv und emotional in Szene zu setzen

Community & Marketing 2.0 Summit 2009 in Hamburg

Publiziert: 17. September 2009 in Community, Veranstaltungen von KMTO

Für den Summit (definiert in etwa als ein Kongress von Vordenkern), wurden die Themen Community Management und Marketing 2.0 zusammengelegt. Beides durchzieht das Thema Engagement [engl.], ein Begriff der am besten mit Bindung und Dialog übersetzt wird. (Achtung: das deutsche “Engagement” heisst auf englisch “commitment”.)

Damit können die beiden Slots der Konferenz eingeteilt werden in a) eigene Communities aufbauen und organisieren und b) Markenführung in eigenen & fremden Communities. Communities sind im wesentlichen Marktplätze, nur nicht lokal, sondern thematisch oder sozial lokalisiert.

Die Beiträge des ersten Tages waren allesamt hochkarätig, wie es sich für einen Summit gehört. Die Athmosphäre war professionell / humorvoll.

Der Höhepunkt war der Vortrag der Fidor AG mit Ihrem Community Banking Projekt: Banking mit Freunden. Ich sehe nichts, was nicht sehr gut umgesetzt wurde. Meiner Meinung nach kann man der “Bank neuen Typus” jetzt beim Wachsen zusehen. Im Sinne einer “Disruptive Technology” wurde das Banking im gemäß moderner Paradigmen neu erfunden. Weiterhin ist die Fidor AG mit 10 MItarbeitern im Bereich Bank auch ein Beispiel für den perfekten Einsatz von Webtechnologien im Mittelstand, weil Produkt, Vertrieb und Kommunikation im Marketing integriert umgesetzt und an die Technologien angepasst wurden.

Spannend auch Sony Music:

- Aufbau eigener Künstler- Communities, weil z.B. MySpace zu wenig Funktionen hat
- Enormer Feedback nach Einführung, weit mehr als erwartet
- Nutzer werden auf Fanmissionen geschickt, z.B. Flyer verteilen, bewerben sich dafür
- Inhalte, die nicht “political correct” sind (z.B. Avril Lavigne fällt besoffen aus einem Londoner Club), werden von den Nutzer eingestellt und sind damit nicht automatisch von der Plattenfirma authorisiert
- Extras für Community- Mitglieder (Mehrwerte): Reise zum Soundcheck bei DSDS oder Premium Content, je nach Musiker- Typ, um die Nähe zu gewährleisten
- reale und auch durchaus unerwartete Marktforschungsergebnisse, z.B. das Avril Lavigne Fans viel Bushido hören
- 6 Mill. Page Impressions auf der Fanseite EINES Künstlers; Spitzenplätze bei Google für die Inhalte
- Angabe der PLZ ist freiwillig – wird aber trotzdem gegeben, um auf der Google Map zu erscheinen
- Unterschied zu Facebook: viel mehr Nähe zum Künstler = Premium- Content –> Aussage Sony: alle Communities werden einen Facebook- Login anbieten, das bedeutet für die Entwicklung der Communities: Facebook = Social Graph, drumherum kulturelle geprägte Communities
- Funktion zur Selbstregelung der Inhalte (soz. Technologie): z.B. wenn mehrere Nutzer einen Beitrag melden, wird er gesperrt

Stabilo:

- Ansatz: passendes Thema finden: Cartoon- Community = Toonity
- Comic- Generator, prof. Zeichnerinnen, Zeichenkurse als individuelles Training für MItglieder etc.
- Aussage: Mehrwert statt Werbung”
- Crowdsourcing über zielgruppen-affine Plattformen wie Habbo oder Aktion mit Bravo
- Nutzen für das Unternehmen: Wissen, Markenbotschafter, langfristige Konsumentenbeziehung (nicht meßbar), geringere Fluktuation zum Wettbewerb
- Next: Customer Based Innovation
- 10.400 MItglieder

Fressnapf:

- über 200.000 MItglieder
- Glücksgriff: mehrere tausend Beiträge nach einem Monat, überrollt worden
- Internet in Unternehmen immer noch “unterbelichtet”
_ Fressnapf von 30 auf 330 Mitarbeiter (nur in der Zentrale) gewachsen
- Aussage: heute ging das nicht mehr [Anm.: ein Projekt in dieser Art so einzuführen], damals war das Unternehmen mehr Unternehmer- getrieben
- Aussage: Community Marketing immer unvorhersehbar – aber nie negativ
- wurde bisher eher nicht als Marketing- Community genutzt, würden die Leute auch nicht akzeptieren. Das es Fressnapf ist, wissen die Leute sowieso, erwarten aber fairen Umgang, Shop ab Oktober
- super Erfolg mit eigener Währung “Tatzen” – Problem: musste zum Frust der User entwertet werden (Tatzen können auch gespendet werden oder für als Währung für den “Gimmick- Shop”)
- Probleme (unzufriedene Kunden) landen umgehend im Forum; das muss gewollt und organisiert werden; in 8 Jahren nur drei kritische Fälle
- 10% sehr aktiv, davon 10% “die den ganzen Tag drin sind”
- umgehendes Feedback bei Problemen, bis zu 10.000 Antworten innerhalb von Stunden
- “Learning by Doing” + “Trial & Error”

Engagement Advertising

Da ich das Panel geleitet habe, konnte ich mich nur tlw. auf die Inhalte konzentrieren. So viel jedoch:
Die wichtigste Erkenntnis in diesem Bereich: im Gegensatz zur klassischen Werbung, haben wir es hier mit Kunden zu tun, welche die Kampagne aktiv wollen – anstatt sie auszublenden.  Das kann man wohl einen Paradigmenwechsel nennen, der insbesondere in der Kreation zu berücksichtigen ist.
Die wichtigste Eigenschaft, die von Agenturen gefordert wird: Geschichten erzählen können, so der GF von StudiVZ. Zudem reicht nicht die Marke selbst, sondern es muß ein sehr konkretes Thema für die Seiten und Werbemittel gefunden werden, so der GF von MySpace.
Wenn man die passende Community zur Marke findet – und das hat wiederum viel mit dem Thema zu tun – ist der Erfolg überwältigend, so die GF einer Nestle- Marke über Ihr Engagement in einer Community. Zudem lassen sich die Erfahrungen sehr gut in PR und klass. Werbung nutzen.

Ausbildung zum Fachwirt Online Marketing

Publiziert: 11. September 2009 in Veranstaltungen von KMTO

Am 18. September startet zum ersten Mal die Ausbildung zum Fachwirt Online Marketing der dda (die dialog akademie) am Standort Berlin. Die Ausbildung kann berufsbegleitend stattfinden und so das wichtige Online- KnowHow in die Unternehmen bringen.

Inhalte sind: Website-Projektmanagement, Online Marketing, Technik, Dienste, E-Business, Digitaler Dialog oder Erfolgskontrolle. Dazu kommt ein umfassender Praxisteil. Die Dozenten sind erfahrene Kommunikatoren aus Agenturen, sowie Professoren anderer Einrichtungen.

Ganz neu: der Abschluß kann auch als Europäisches Diplom erworben werden. Dann kommen drei Tage Umsetzung in einem Praxisprojekt dazu.
Wer weniger Zeit mitbringt und entsprechendes Vorwissen hat, kann sich auch in 18 Fachmodulen in einem beliebigen Zeitraum an 7 Studienorten zum Digital Marketing Manager weiterbilden lassen.

Studienleiter in Berlin ist Dirk Kedrowitsch, Mitglied des Vorstands der Pixelpark AG und Vizepräsident im Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW).

Bezahlen im Internet

Publiziert: 10. September 2009 in Maßnahmen, Strategie von KMTO

Wie kann man im Internet Geld verdienen? Das Thema bewegt vor allem die Anbieter von Inhalten, denn viele andere können Geld verdienen – nur eben diese nicht.

“Wenn Inhalte jedoch Mehrwert bieten, exklusiv und einfach in der Abrechnung sind, werden die Menschen auch bereit sein, für diese Premiuminhalte Geld zu investieren”, ist Fuhrmann überzeugt.

Nach vielen Jahren kommt nun Schwung in die Diskussion, denn Google höchstpersönlich möchte den Verlagen mit einem “Paid Content” System entgegenkommen. Auf diese Weise wollen diese an den Einnahmen von Google partizipieren. Eigentlich an den Werbeeinnahmen. Aber die möchte Google nicht rausrücken.

Damit lässt die Idee des Paid Content eine Reihe interessanter Annahmen zu. 1) Google installiert ein System, von dem man in den letzten Jahren weiß, daß es nicht funktioniert. Nutzer sind nicht bereit, für Inhalte zu bezahlen. Auf diese Art kann man die Verlage ruhig stellen und seine Einnahmen behalten. 2) Falls es doch funktionieren sollt – z.B. weil sehr viele Inhalte- Anbieter gleichzeitig beginnen, daß System zu benutzen, kann Google einen Dienst wieder beleben, der gegen PayPal längst verloren hatte.
Beides sieht danach aus, als würde man den “Gegner” mit seinen eigenen, unwissenden Waffen schlagen.

Falls aber die Verlage doch endlich von anderen lernen, anstatt Ihre eigenen seltsamen Vorstellungen der Welt über das Internet “zu stülpen”, kann das Ganze vielleicht doch noch etwas werden. Immerhin vergleicht Hr. Fuhrmann, seines Zeichens Sprecher des Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, im obigen Zitat Inhalte mit iPhone- Anwendungen (Apps), exakter deren Erfolgsfaktoren für das Geld verdienen.
Genau da werde ich aber vorsichtig. Wenn schon die Zeit der Apps gekommen ist, warum sollte die Zeit des Content noch einmal neu beginnen?

via Absatzwirtschaft: Google will Zeitungen mit Bezahlsystem entgegenkommen

Google ist ein Betriebssystem

Publiziert: 23. Juli 2009 in Trends von KMTO

Es gab ja einige Aufregung, daß Google ein Betriebssystem (OS) veröffentlichen wird. Techcrunch war die Meldung ein “Breaking” wert, kein Wunder, denn das Thema kommt seit ewigen Zeiten immer wieder hoch und nun wird es wohl Wirklichkeit.

Dazu zwei Dinge. 1) Google ist ein Betriebssystem.

Wenn man das Thema Informationsverarbeitung auch nur ein wenig ernst nimmt, weiß man, daß Maschinen noch lange nicht die Intelligenz dazu besitzen. Sie verarbeiten Daten. Menschen verarbeiten Informationen. Das zeigt im übrigen das “Data-Web 2.0″ ganz gut.

Wenn nun also Menschen Informationen verarbeiten, dann liefert Google jede Menge Basissoftware um genau das zu tun. Es führt zu weit, klingt aber erklärend: Wir sind die Maschinen, Google ist das Betriebssystem unserer täglichen Informationsverarbeitung.

Genau, eigentlich ist es das Web, aber für den großen Teil, den Google darin abbildet, stimmt das Bild.

2) Höchste Zeit

Das OS wird auf Android beruhen und Chrome OS heissen – mit anderen Worten wird der Browser als wichtigste Software des Alltags durch den Trend zu Web- Anwendungen (Applications) weiter aufgewertet und muss zwangsläufig mehr Komplexität der Datenverarbeitung abfedern.

Wie sagte Sun vor 15 Jahren: das Web ist der Computer – also sind die Basis- Technologien des Internet das Betriebssystem. Es macht doch keinen Sinn mehr im Vokabular des PC oder Mainframe zu reden. Computing hat längst eine neue Stufe erreicht.

In diesem Sinne wird das Chrome OS gar kein Betriebssystem, sondern dessen elegante Oberfläche. Was soll ich sagen – wenn das sonst keiner macht? Schließlich wissen das alle IT Konzerne schon eine Weile. Zeit wirds.

>> Cartoon via Mashable

Immer wieder gut – wie man sich im Netz benimmt

Publiziert: 22. Juli 2009 in Maßnahmen von KMTO

Das Internet hat viele Kommunikationsformen – aber keins kommt an das persönliche Gespräch auch nur annähernd heran. Glaubt mir, ich weiß das. Schließlich habe ich meine Diplomarbeit (erster Teil) dazu geschrieben. Kommunikation im Netz hat Grenzen und die folgenden Regeln zeigen, wie man sie sinnvoll umschifft, Reisende der kommunikativen Weltmeere. Denn ja, diese Sprach- Regeln sind weltweit gültig.  Deshalb die immer noch aktuellen und gültigen Netiquette in kompletter Form:

Jeden Tag zu lesen, ob eMail oder Web 2.0 oder nur ein schlichter Kommentar (ein guter Start kann Punkt 10 sein – vor allem in eMails ;-) :

Es folgen einige Tips, wie man das Netz effizient und auch höflich zu aller Zufriedenheit benutzen kann (und sollte):

  • 01. Vergiß niemals, daß auf der anderen Seite ein Mensch sitzt
  • 02. Erst lesen, dann denken, dann erst posten
  • 03. Fasse Dich kurz!
  • 04. Deine Artikel sprechen für Dich. Sei stolz auf sie!
  • 05. Nimm Dir Zeit, wenn Du einen Artikel schreibst!
  • 06. Vernachlässige nicht die Aufmachung Deines Artikels
  • 07. Achte auf die “Subject:”-Zeile!
  • 08. Denke an die Leserschaft!
  • 09. Vorsicht mit Humor und Sarkasmus!
  • 10. Kürze den Text, auf den Du Dich beziehst
  • 11. Benutze Mail, wo immer es geht!
  • 12. Gib eine Sammlung deiner Erkenntnisse ans Netz weiter
  • 13. Achte auf die gesetzlichen Regelungen!
  • 14. Benutze Deinen wirklichen Namen, kein Pseudonym
  • 15. Kommerzielles?
  • 16. Keine “human gateways” – das Netz ist keine Mailbox
  • 17. “Du” oder “Sie”?

>> via FU Berlin: DIE NETIQUETTE

PS: Im übrigen versteht man hier auch sehr gut, warum Online und Offline sich ergänzen, nicht ersetzen.