Am 18. September startet zum ersten Mal die Ausbildung zum Fachwirt Online Marketing der dda (die dialog akademie) am Standort Berlin. Die Ausbildung kann berufsbegleitend stattfinden und so das wichtige Online- KnowHow in die Unternehmen bringen.
Inhalte sind: Website-Projektmanagement, Online Marketing, Technik, Dienste, E-Business, Digitaler Dialog oder Erfolgskontrolle. Dazu kommt ein umfassender Praxisteil. Die Dozenten sind erfahrene Kommunikatoren aus Agenturen, sowie Professoren anderer Einrichtungen.
Ganz neu: der Abschluß kann auch als Europäisches Diplom erworben werden. Dann kommen drei Tage Umsetzung in einem Praxisprojekt dazu.
Wer weniger Zeit mitbringt und entsprechendes Vorwissen hat, kann sich auch in 18 Fachmodulen in einem beliebigen Zeitraum an 7 Studienorten zum Digital Marketing Manager weiterbilden lassen.
Studienleiter in Berlin ist Dirk Kedrowitsch, Mitglied des Vorstands der Pixelpark AG und Vizepräsident im Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. (BVDW).
In einem Satz: Ja. Wir kommen langsam, sehr langsam, aber dann kräftig. Der Digital Marketing Kompass ‘09 zeigt tatsächlich einige typisch deutsche Verhaltensweisen.
So halten nur 30% der Deutschen Online Marketing für günstig, im Gegensatz zu 51% in Europa.
Und das nicht obwohl, sondern weil Online- Werbeformen gerade in Deutschland in den letzten Jahren gerne einmal verramscht wurden.
Wir halten auch länger an Bewährtem fest: 43% des Budgets werden 2009 in klassische Medien investiert, gegenüber 31% in Europa. Dazu passt der deutlich höhere Anteil an Display Ads von 19% vs. 11% und der geringere Anteil an neueren Werbeformen wie Ingame Advertising.
(Diese Zahlen geben nur prozentuale Nutzungswerte wieder und sagen nichts über die Effizienz aus.)
Die Studie von ForschungsWerk ergibt Überraschendes – und wieder auch nicht. Das am meisten genutzte Social Network in Deutschland ist Stayfriends mit fast 30% aller Internetnutzer.
Zahlen zur Nutzung und Bekanntheit von
sozialen Netzwerken in Deutschland
Überraschend ist es, weil StayFriends in den Diskussionen kaum auftaucht, weniger überraschend ist es, weil viele “normale Internetnutzer” meines Bekanntenkreises dieses Netzwerk gerne nutzen und ohne Zögern beret sind, die Premium- Gebühr zu bezahlen.
Der Grund ist meines Erachtens recht einfach, denn der Kontakt zu ehemaligen Mitschülern und die Neugier über deren “Verbleib” und Werdegang ist Antrieb genug. Zumal Stayfriends nur ein kleines Maß an Aktivität verlangt und die Einstigeshürden gering sind. Der virale Faktor, nämlich andere MItschüler auf die Plattform zu holen setzt exakt bei diesem Interesse an.
Aus dieser Sicht unterscheiden sich die Teilnehmerzahlen in den Netzwerken auch anhand des Grades der gewünschten Aktivität Online. Je öfter man reinschauen muss und dabei auch noch handeln, desto weniger Mitglieder hat ein Netzwerk. Xing steht in dieser Reihe wiederum weiter oben, weil das Metathema der Plattform sowieso Teil geschäftlicher Aktvitäten ist. Die Betonung auf Online fällt in der Wahrnehmung nicht annähernd so stark aus, wie z.B. bei Facebook. Dessen Verbreitung hatte im übrigen zu Beginn die gleiche Antriebskraft wie Stayfriends hierzulande. Da hat StudiVZ sozusagen etwas ganz Wesentliches übersehen – nämlich den riesigen Cluster der ehemaligen Studenten und Schüler.
Das beste Beispiel für den Einsatz des Web 2.0 in kleinen Unternehmen findet sich ohne Frage bei Kirstin Walther, Inhaberin des Saftblogs und der Kelterei Walther, In einfachen und klaren Worten beschreibt Fr. Walther die Anfänge und den Verlauf des Bloggens, sowie die Vorteile und den Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens.
Hier die Mitschrift des Video- Interviews:
- ungeplanter Start des Weblog, der Start des Frosta- Blogs war Beispiel und Anregung
- früher Start mit dem Bloggen war ein Glück, dadurch Verbreitung
in vielen Weblogs, die sich mit dem Thema Web 2.0 beschäftigen
- wenig Erwartungen am Beginn, dadurch auch die Leser gefragt, wodurch sich von Anfang an ein Dialog ergab
- mehr Kunden online, als mit stationären Kunden im Bezug zum Ladengeschäft
- am Anfang zwischen 50-100 Besucher auf dem Blog am Tag - wegen der einfacheren Abwicklung einen Shop eingerichtet, der von selbst wuchs (statt umgekehrt)
- Einfluß nicht nur aufs Online- Geschäft, sondern vor allem den Bekanntheitsgrad der Marke
- durch das Bloggen selber gab es viel PR in den Fachmagazinen (Interesse an Technologie als PR Botschaft an sich, das ist für viele Branchen möglich)
- keine zusätzlichen Maßnahmen, ausser: zum Test kleine Anzeigen mit Link auf Blogeinträge (inhaltliche Werbung); Blogadresse auf den Produkten (Thema: “Hinter die Kulissen der Kelterei”)
- alles in allem hat das Blog einen großen Einfluß auf die wirtschaftliche Entwicklung -> Verdopplung des Umsatzes von 2006 bis heute
- größter wirtschaftlicher Effekt: Einfluß auf die Händler durch die sehr positive Mund-zu-Mund-Propaganda (indirekte Ergebnisse)
- also stärkerer Einfluß auf das B-2-B Geschäft, als auf den Direktverkauf
“Man muss Lust haben, mit seinen Kunden zu kommunizieren”
“Offen sein für Kritik und Lust dazu”
“Das Interesse für Hintergrundinformationen der Branche ist da” Kirstin Walther
- Weblog und B-2-B: Händler freuen sich über Informationen, die sie weitergeben können
- Twitter: neues Medium, Sie brauchte ein paar Monate, um das Medium zu verstehen
- Twitter ist geeignet um Interessenten, mehr noch als Unternehmen, zu binden
(aber kein Telefon- Twitterer, “zu aufwendig”)
- Twitter hat sehr praktische Werkzeuge inzwischen, um z.B. relevante Beiträge
zu finden
- Twitter ist auch ein Lerntool, z.B. sind bei den Amerikanern sehr interessante Beispiele
zu finden (siehe “Wholefoods“)
- bei Fragen zum Saft kann man wieder ausführlichere Blogbeiträge verlinken
- dank Twitter zum ersten Mal einen PR Beitrag in der SuperIllu, die im
Osten Deutschlands viel gelesen wird
“Web 2.0 wird in Unternehmen stattfinden, auch wenn sie es nicht nutzen” Kirstin Walther
Ergänzende Fragen von mir:
Wie erfolgreich waren die Anzeigen?
Wird oder gibt es weitere Aktivitäten in den Social Networks geben (Xing, Facebook, Wer kennt wen)?
Wieviel Zeit kostet der Einsatz von Blog und Twitter? Wie ist das Aufwand / Nutzen- Verhältnis?
Nun ist es da. Das Buch, daß Anzug- und Jeansträger locker zusammengebracht hat (<- der ist 2-deutig ;-). Aus dem IT Gipfel der Bundesregierung entstand u.a. ein Treffen der Generationen. Vorstände großer Konzerne und Digitalisten tauschten sich aus, fanden Gemeinsamkeiten, klärten Klischées und hatten deutlich mehr Spaß miteinander, als gedacht. Das gedruckte Werk gibt es zur CeBIT, das digitale Vor-Ab-Bild schon jetzt:
Ich hatte das Vergnügen, die Betrachtungen zum “Standort Deutschland” zu editieren, bedanke mich mit einem endlosen Schmunzeln bei meinen fantastischen Mit- Autoren und empfehle das Lesen aus einem Grund: hier wird aus dem Nähkästchen geplaudert. Experten zeigen offen Ihr Wissen. Wo hat man das schon.
und ist auf dem Weg zum Radiosender 2.0. Ok, nicht freiwillig, aber das Ergebnis bleibt gleich: seit 01.02. sendet der in Berlin sehr bekannte Sender Radio Multikulti nur noch im Internet. Das Radio ist tod, es lebe das Radio. Aufgrund von Sparmaßnahmen wurde das Integrationsradio geschlossen. Eine ganze Reihe Berliner haben sich um das Überleben bemüht, aber der Sender ist war das schwächste Glied der Kette im RBB.
Die Idee der Redakteure war ist bestechend einfach: ab jetzt sendet man unter neuem Namen im Internet. Radio multicult2.0 dürfte seine Hörerschaft deutlich erhöhen, denn nun ist er auch im Ausland zu empfangen und Ausländer sind die Zielgruppe. Solche, die in Deutschland leben, nach Deutschland wollen oder sich als Deutsche dafür interessieren. Bisher lag die Hörerschaft bei ca. 40.000 / Monat. Ich bin gespannt, wohin sich die Zahlen entwickeln.
Noch gespannter bin ich beim Geschäftsmodell, denn der Sender wird sehr aufwändig produziert. Während in den USA schon vor Jahrzehnten große Radiostationen vollautomatisch mit 3 Leuten betrieben wurden, nennt MultiCult 2.0 19 Mitarbeiter, was sicherlich auch an der Vielzahl der Kulturen in Berlin liegt. Hier würde sich User Generated Content mehr als empfehlen. Es könnte ein Radio für und von den Zuhörern werden. Das Konzept eines globalen Meta- Radios liegt faktisch auf der Hand. Obwohl ich befürchte, daß der Sender zu sehr aus einer anderen Generation stammt. Aber der “Name 2.0″ weist den weg.
Der Sender kann Unterstützung gut gebrauchen und ist diese auch wert. Podcaster können hier aushelfen.