Posts Tagged ‘Design’

Bloggen für den Mittelstand – TeNo

Publiziert: 2. September 2009 in Maßnahmen von KMTO

Die meisten “versteckten Helden” gibt es sicherlich im deutschen Mittelstand. Wer hätte gedacht, daß ein mittelständisches Pforzheimer Unternehmen seit 2006 bloggt? Und wer hätte gedacht, daß das Unternehmen Schmuck herstellt – eine Branche, die sicher nicht im Fokus der meisten Blogger steht. Und wer hätte gedacht, daß dieses Unternehmen in 21 Ländern vertreten ist?

Es lohnt sich also vorbeizuschauen: www.teno-blog.de, oder direkt bei der Frage: Blogger und ihr Schmuck ;-)

Der rühmliche Ansatz:

„Wir wollen keine Erfolgsstory spiegeln, sondern einfach nur aus dem Alltag eines Herstellers von Edelstahlschmuck und Designer-Uhren made in Germany erzählen“, erklärt Geschäftsführer Jürgen Heinz. „Wir wollen ehrlich und authentisch von unserer Arbeit berichten, von unserem Schmuck, von unseren Ideen, Plänen und Zielen.”

Nachtrag: Ergebnisse der Bloggerei:

  • … ein paar Hundert Feedabonnenten.
  • … im Durchschnitt etwa 600 Leser am Tag, an manchen Tagen auch doppelt so viele.
  • … viele neue Freunde, Bekannte und Kontakte.
  • … aufschlussreiche, freundliche, lustige, interessante Dialoge in den Kommentaren.
  • … Ideen und Inspirationen.
  • … und Beiträge über uns

Disclaimer: Ich trage gar keinen Schmuck. ;-)

Warum Japaner so wunderbare digitale Arbeiten machen.

Publiziert: 12. Juni 2009 in Notizen, Trends von KMTO

Wer uns kennt, weiß, daß der Design- Kopf von KMTO eine Japanerin ist und das ist kein Zufall. Ich lasse aber mal ein Wettbewerbs-Jury-Mitglied sprechen, dem die besondere Qualität auch aufgefallen ist und der das gut zusammenträgt – vieles davon gilt übrigends auch für Print. Übersetzt aus:

9 Reasons Japanese Interactive Work Is Awesome

1. die Arbeit ist höflich

Sie versucht nicht, ins Auge zu fallen, sondern nimmt sich angenehm zurück. In einer vernetzten Welt, kann man nicht so tun, als ob man besser ist, als andere. Nutzer wissen das zu schätzen.

2. die Arbeit ist von TV Werbung unbeeinflusst

Die wirklich beeindruckenden Arbeiten sind “digital-out” und nicht “TV-in”, soll heissen, sie sind aus dem Netz gedacht und nicht aus einer TV- Werbewelt.

3. die Arbeit ist von einer Kultur der Technologie, Spiele und Comics beeinflusst

  • Spiele – was der Arbeit einen Sinn von Humor, Tiefe & Hineinziehen und Athmosphäre verleiht
  • Comics – verleiht der Arbeit Originalität und Andersartigkeit, Verspieltheit und eine angenehme Flucht von der Realitä
  • Technology – eine Kultur, die positiv mit Technologie umgeht, führt natürlich zu spannenderen Entwicklungen. Dabei sind die visionären Arbeiten nicht zu technisch.

4. Fortschrittliche Kultur im Bloggen und Mobilen Internet

Man nimmt an, daß mehr japanische, als englische Blogs existieren. Zudem ist das mobile Internet seit Jahren schnell und stabil.
Beides führt dazu, daß Japaner besser verstehen, was ein “personal media space” ist – etwas mit dem sich die meisten Agenturen weltweit sehr schwer tun.

5. Vertrieb

Viele Kampagnen finden nicht an einem Platz statt, sondern an vielen, sie sind dezentraler gedacht. Widgets sind entsprechend Standard. Eine Einstellung, die heute im Netz sehr wichtig ist.

6. Ausarbeitung

Typisch ist die Aufmerksamkeit selbst für kleinste Details. Das kann man fühlen.

7. Manchmal wirklich seltsam

Oft finden sich ganz kleine Dinge, die seltsam anmuten. Der Effekt ist aber, daß die Arbeiten frischer wirken und mehr (innere) Aufmerksamkeit erregen.

8. Japanmania

Natürlich ist japanisches Design überall sehr “hip” und die Art der japanischen Exotik spielt in unsere Wahrnehmung mit hinein.

9. Sie haben Spaß an dem, was sie tun

Die bunte Bonbon Community (Website 2.0)

Publiziert: 4. März 2009 in Maßnahmen von KMTO

Ja, das ist eine Internetseite – radikales Beispiel für modernste Überlegungen zum Webdesign.

Starten wir mit einem Blick auf meinen  Wahrnehmungsprozeß im Web 2.0. Das Thema erreichte mich Häppchenweise: in einem Tool sah ich, daß der mir völlig unbekannte Begriff Skittles “Trending Topic” bei Twitter war, also viel kommuniziert / zititert wurde. Aber da es noch viel mehr seltsame Themen gab, klickte ich schnell weiter. Dennoch blieb der griffige Begriff hängen.
Auf dem weiteren Weg sah ich einen Twit zu einem Blogbeitrag zu Skittles. Das erstaunte mich. Warum sollte jemand zu so einem seltsamen Begriff bloggen? Aber der Begriff fällt einfach auf, vielleicht wg. seiner sprachlichen Nähe zu N…..? Den Blogbeitrag habe ich nicht gelesen. Irrelevant.

Wirklich angekommen ist dann ein Twit zum Blogbeitrag von Marting Oetting. Aber selbst nach dem Lesen war das Thema eher eine Randnotiz. Ein kurzes Aha.
Bis ich dann heute bei http://www.skittles.com/ war.
Das, was viele in Ansätzen seit Jahren versuchen, haben die Verantwortlichen bei den Skittles (wie M&M Schokodrops, nur mit Fruchtfüllung und auch von Mars) radikal umgesetzt. Die Website ist ein Sammelbecken für alle möglichen Web 2.0 Beiträge.

Zum Design

Oben links schwebt ein buntes Kästchen mit den klassischen Links: Produkte, Media, Kontakt und zwei nicht ganz so klassischen: Chatter, Friends. Dahinter verbergen sich jedoch völlig unklassische Seiten:

  • Produkte: Wikipedia Eintrag der Firma mit einer Beschreibung der verschiedenen Produkte in den verschiedenen Geschmacksrichtungen
  • Media: Links zu Videos und Fotos. Videos: ein Skittles- Video- Channel auf Youtube; Fotos: ein Link zur Suche nach “Skittles” in Flickr
  • Kontakt: eine klassische statische Webseite mit Formularfunktion
  • Chatter: ein Link zum RSS- Feed der Twitter suche nach Skittles
  • Friends: ein Link auf die Profilseite von Skittles bei Facebook (587.700 Fans)

Die Links zum Impressum, Informationen für Eltern, Rechtliches sind ganz klein am unteren rechten Rand unter dem Titel “Other Gobbledygook” versteckt, der Begriff bedeutet: Geschwafel.

Das Kästchen ist in den Markenfarben gestaltet und so angeordnet, daß es zusammengeklappt gut in die verlinkten Web 2.0- Seiten passt. Man kann diese also gut bedienen kann, ohne daß das Kästchen verschwindet. Es enthält zudem kleine, nicht aufdringliche Markenbotschaften.

Zwischendurch melden sich gerne kleine Hinweisfenster mitten auf der Seite mit Texten wie:

“Sorry to interrupt, but we wanted to let you know you can drop that box in the corner just by typing in a new URL. It’s that simple.” oder

“Dont forget do get up for a while and take a walk. Your legs will thank you.” mit Link auf das Mars Health Programm.

Bewertung

“That being said, what’s really missing form it is interactivity with the brand itself. (via BuzzMarketingDaily (BMD))”

Die Frage nach dem Kontext ist eine Entscheidende. Hier wird sie gestellt, als sollte die Interaktion auf der Website der Marke stattfinden. Damit ist die Frage v.a. skurril, denn Interaktion ist in den Social Networks [sic!] “build in”, also Standartfunktion. M.a.W. die Interaktion findet ja schon in den Netzwerken statt, seien es Änderungen in der Wiki, Kommentare auf Youtube oder eigene Fotos auf Flickr. Das alles ist Kommunikation.

Genau deswegen geht es um den Kontext: bin ich da, wo die Kunden sind, oder sollen die Kunden zu mir. Die Idee von BMD ist es offensichtlich, eine “eigene Community” zu bauen. Das ist der technische Ansatz, von dem die Meisten ausgehen (siehe teAM Deutschland). Ich hatte eine ähnliche kurze Diskussion mit Sascha Lobo, der meinte “die Leute brauchen ein Zuhause”, also eine Markenplattform. Ich meine: das Zuhause ist woanders, Marken und Parteien sind immer Teil von etwas, nie das Zuhause selbst.

Man darf auch nicht vergessen, daß die Beschäftigung mit Fruchtbonbons eher “leicht” ist. Das wiederum passt ganz gut zur “leichten”, Spaß- orientierten Kommunikation in den Social Networks.
Genau hier lassen sich tolle Sachen mit den Kunden machen. Wer auf die “Homepage” kommt, wird das genau so erfahren, wie das Facebook- Mitglied. Wahrscheinlich werden sich viele Facebook- Fanpage- Mitglieder jetzt auch beim Youtube- Channel angemeldet haben. Womit die Verteilung der Aufmerksamkeit zu einem guten Teil zu Gunsten Skittles geht.

Ein spannender Effekt: durch die Aufmerksamkeit auf Twitter werden viele, die das Wort “Skittles” in Ihren Twits benutzen, sicher bewusster mit Ihrer Meinung umgehen. Vielleicht sogar kurz nachdenken oder direkt an Skittles twittern. Damit bekommt die Kommunikation wenigstens etwas Tiefe.

Die kleinen Hinweisfenster sind ausbaubar, denn sie schaffen das Gefühl eines Prozesses und damit einen dynamischen Rahmen.

Welche Probleme die Einbindung “leichter Kommunikation” als Aushängeschild der Website allerdings bringen kann, zeigt dieser Case auch gleich.

Fazit

  1. Die gesamte Aktion ist ein Spiel mit Web 2.0 Tools, daß natürlich Nutzer von Web 2.0 interessiert und so für eine hohe Verbreitung innerhalb des Web 2.0 führt. (”Aktion” statt “Website- Relaunch”!)
  2. Zugleich zeigt Sie eine Anerkennung der Kunden und wirkt wie eine Belohnung, was ja gut zu kleinen Fruchtbonbons passt und die Web 2.0 Aktivitäten an sich verstärkt.
  3. Aus den Aktivitäten kann mehr werden. Die Aktion beginnt aber da, wo sie beginnen sollte, bei den Menschen und Ihrem Spaß an kleinen, bunten Fruchtbonbons – ohne gleich die Welt verändern zu müssen.

Lass’ es raus – Publishing 2.0

Publiziert: 2. März 2009 in Ideen, Strategie von KMTO

Was die New York Times da macht, ist nichts anderes als die technische Basis- Variante einer Web- Strategie 2.0. Natürlich sind Inhalte- Produzenten in einem Text- Medium wie dem Web prädistiniert dafür. Dennoch, die Grundidee, alles auf allen Kanälen “frei nach draussen” zu lassen, ist der Kern, der übertragbar ist.

Nicht mehr die Website steht im Mittelpunkt, sondern die vielen dezentralen Zugangsgeräte ins Web. Damit verschwindet auch der gestalterische Aspekt der Startseite und macht der schnellen Übersicht Platz. Die Skimmer-Beispielseite sieht dann auch mehr wie ein gestalteter RSS- Feed aus. Gleichzeitig kann die NYT wesentlich mehr Inhalte auf der “Startseite” unterbringen.

Damit hat die NYT eine Steilvorlage, um verschiedenste News- Widgets anzubieten, die Nutzer überall einbinden können. Es kann also nicht verwundern, wenn “API” (dynamische Schnittstelle) zum neuen Zauberwort wird.

Eines bleibt aber noch: im ganzen Konzept geht es viel zu sehr um die Startseite. Ich finde die nicht unwichtig, sie ist aber auch nicht so bedeutsam, wie sie immer hingestellt wird.
Seit Anbeginn des Internets wurden und werden zwei Dinge sträflich vernachlässigt: eMail = Kommunikation und SEO = Tiefe der Inhalte. Gerade SEO steht und fällt mit dem Design der Website und das sind zu 99% die Inhalte, die nicht auf der Startseite sind.
Gerade weil die Werbung auf den Landingpages der Widgets plaziert wird, also in der Tiefe des Website- Raums, sollte man doch zunächst auch dort anfangen, oder? Und das mit der Kommunikation, ach, das heben wir uns für später auf …

>> via SpOn: Wie die “New York Times” im Netz überleben will

Grundlagen des Interaktionsdesign

Publiziert: 26. November 2008 in Beratung von KMTO

Es gibt eine Präsentation, die ich in den Wochen seit der Web 2.0 Expo ständig zitiere – und die möchte ich heute vorstellen.
Es geht um die wichtigsten Dinge, wenn Webseiten gestaltet werden. Da es sich um interaktive Anwendungen handelt, meint Design nicht das Aussehen, sondern das Verhalten einer Site. Die 3 Basisregeln, die leider im Prozess der Gestaltung meist langsam aus den Augen verloren werden, sind:

1) der Nutzen für den Nutzer steht im Vordergrund
2) konzentriere dich auf das Einfache (USP, eine Funktion), mache das Komplizierte möglich
3) polity computing – sympatisch, offen, entgegenkommend

Logo Geschichte(n)

Publiziert: 19. August 2008 in Notizen von Administrator

“Der war in den 20er-Jahren einer der weltbesten Tennisspieler. ??? trat 1923 im Davis Cup für das französische Team an. … Doch wegen seines Kampfgeists verlieh ihm die amerikanische Presse den Spitznamen “Das Krokodil”"

Na, welche weltbekannte Marke verdankt dieser kleinen Tennis- Episode sein Logo? Oder wussten Sie, daß der Puma von Puma gar kein Puma ist, sondern ein Panther? Und der Name Puma einem Sprachfehler “entspringt”? Wie wenig Planung und Konzept und wieviel Leben hinter den meisten Logo's steckt erfahren Sie hier:

>> via FAZ: Die Logo-Tiere der Textilkonzerne

Das Weltall ist zurück

Publiziert: 12. August 2008 in Maßnahmen von Administrator

Erinnert sich noch wer an die 90iger? Wohin man schaute, brachte das Internet einen neuen Boom in Richtung Technologie und Zukunft, der fast an die Aufbruchstimmung der 50iger erinnerte. Fast, denn digitale Technologien sind abstrakt, ganz anders als die Eroberung des Weltalls. Aber Bilder von Planeten und dem unendlichen All waren massenhaft benutzte Symbole – bis man sich wieder den all-täglichen Problemen auf der Erde zuwandte.
Nun ist das All zurück. Gerade zur Olympiade lohnt sich wieder der Blick auf das Ganze. Von Oben. Deswegen ist die Pentax Aktion – ein Hobbyfotograf schickt eine Kamera mit einem Ballon ins All und veröffentlicht die wunderbaren Bilder auf Flickr – sehr gut getimt.

Der Werbeblogger nimmt das zum Anlass, auf die Bedeutung des Storytelling in der Kommunikation hinzuweisen:

“Der Grund warum es so viele schlechte Formen der Unternemenskommunikation gibt ist nicht der mangelnde Wahrheitsgehalt, sondern das lieblose meist ganz und gar fehlende Storytelling. Inhalt, Kontext und äußere Form passen nicht zusammen und ergeben als Ganzes nicht den erwünschten Kaufimpuls oder überhaupt ein Fünkchen im menschlichen neuronalen Netzwerk.”

Da ich das ganze eher als klassische Brand PR bezeichnen würde, von mir nur noch der wiederholte Hinweis, daß die PR einigen Anspruch auf eine strategische Leitrolle in der Kommunikation hat. Ergänzt um das Wissen aus Online, klass. Werbung und Events.

>> via Werbeblogger: Go Pentax! Go Marketing Conversation Storytelling!