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Twitter ist ein snm Dienst

Publiziert: 9. März 2009 in Beratung, Workshops von KMTO

Twitter ist wie Tempo, der Begriff steht für die Art der Kommunikation, die er erfunden hat, so wie Tempo für Zellstofftaschentücher. Der Begriff ist einfach kürzer, das macht ihn alltagstauglich. Wenn ich Twitter jemanden erklären will, nutzt das aber nichts, genauso wenig, wie wenn jemand Tempo hört und noch nie so ein Taschentuch gesehen hat. Zudem ist Twitter eine Vorlage für viele ähnliche Dienste mit anderem Namen. Man braucht also eine Bezeichnung für diese Art der Kommunikation, die weder zu technisch ist, noch zu pauschal.

Die typische Bezeichnung in anderen Diensten (Xing, Facebook) ist “Statusmeldung”. Das ist mir zu platt. Zudem kommen die meisten Definitionen aus dem Web 2.0 Umfeld. Wenn man einen guten Begriff finden möchte, muss man aus Sicht der “Normalen” denken, Menschen also, die so etwas im Alltag nutzen, ohne sich für die Grundlagen dahinter zu interessieren.

Ich begann mit meinen Überlegungen also bei ssm -social short messaging – eine Anlehnung an sms – short messaging service. Das ist für viele ein bekannter Begriff, was wiederum bei Erklärungen sehr hilfreich ist. Nicht nur, daß diese Definition bei Twitter kaum Widerhall fand, er greift auch zu kurz und ist eben zu technisch.

Dann erklärte der Google CEO Twitter zu “eMail für Arme”, was enorm Widerhall fand, aber gar nicht so gemeint war. In seiner Rede findet sich jedoch eine andere Bezeichnung, die den Kern viel tiefer trifft: “einen Instant Messanger Dienst haben wir schon”. Das war die echte Definition für Eric Schmidt von Google. Es war die Web 1.0 Sichtweise, so wie sms die Beschreibung aus klassischer Sicht ist. Twitter ist aber weder ein Chat, noch dessen Alternative auf dem Handy.

Nun war es nur noch ein kleiner Schritt, beides zusammenzubringen:

“Twitter ist ein social news messaging (snm) Dienst.”

Wir arbeiten uns von hinten nach vorne:

- messaging meint das Versenden von Kurz-Nachrichten. Das ist der technische Teil
- news meint Nachrichten aller Art, die aber unbedingt aktuell sein müssen
- social meint einen Bekanntenkreis

  1. Alles zusammen meint: aktuelle Nachrichten in kurzer Form, die in meinem Bekanntenkreis relevant sind. Das geht dann vom Aufenthaltsort, über die Geburt eines Kindes, bis hin zur menschlichen Tragödie am anderen Ende des Atlantik. Themen also, die man sonst bei einem Kaffee mit Freunden, einer Party, einer Lokalzeitung oder in den Fernsehnachrichten findet – aber immer gefiltert durch ein persönliches soziales Netzwerk.
  2. Wichtig ist hierbei der Begriff: “Bekannter”. Er ist um einiges flacher als “Freund”, beschreibt das Netzwerk aber ganz gut. Themen im Freundeskreis sind für Twitter oft zu intim, Themen unter Unbekannten irrelevant – das betrifft v.a. viele der “normalen Nachrichten”.
    in diesem Sinne kann man “Following” auch als “Kontakt halten” bezeichnen, was wiederum kein technischer Begriff ist, sondern ein Begriff der sozialen Kommunikation, der für viele der Web 2.0 Communities zutrifft. Und darum geht es doch auch.
  3. Zudem kann der Begriff snm dem privaten Nutzungsverhalten angepasst werden. Manche kommunizieren sehr privat, andere wiederum sehr breit. All’ das passt in diese Definition der neuen Kommunikationsform des social news messaging. Auf deutsch: Sozialer Nachrichten Austausch.
  4. Diese Definition erlaubt es auch, Twitter in den Raum der Kommunikationsmedien einzuordnen. Es ist eine Art der Kommunikation, die im Gegensatz zu vielen anderen technologischen Medien wesentlich dichter an der Face-to- Face- Kommunikation ist, im Gegensatz zu dieser aber kein tiefes Erleben und gefühlsmäßiges Erinnern ermöglicht. Hierzu sei der Vergleich zwischen meinem Twitter- Stream zum Pink- Konzert mit einem eigenen Konzerterlebnis empfohlen.
    Im Unterschied zu Fernsehen und Zeitung sieht man auch, daß es bei diesen Medien immer ein persönliches Erleben ist, kein soziales (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Nachtrag: bei Dave Winer (RSS und Weblog Pionier) wird derzeit die gleiche Diskussion geführt, liegt aber näher am Alltagsbegriff: Wie werden die Menschen zu “twittern” sagen?

Eine Diskussion ist dringenst erwünscht:

Definition von Social Media

Publiziert: 17. April 2008 in Maßnahmen von Administrator

Der Begriff “Social Media” lässt sich schnell mißverstehen, da “sozial” fest belegt ist. Nun bemühen sich einige Webgrößen um eine Definition.

“1 – social media describes the online tools that people use to share content, profiles, opinions, insights, experiences, perspectives and media itself, thus facilitating conversations and interaction online between groups of people. These tools include blogs, message boards, podcasts, micro blogs, lifestreams, bookmarks, networks, communities, wikis, and vlogs.

Meine Definition:

Medien, die durch gemeinsame Aktivitäten entstehen.

Ein Event wäre in diesem Sinne ein kurzfristiges, soziales Medium, Facebook ein langfristiges soziales Medium. Beide entstehen erst durch die Aktivitäten der Teilnehmer.

Die bekanntesten Beispiele im Web sind: Wikipedia (Lexikon), MySpace und Facebook (Soziale Netzwerke), Twitter und Jaiku (Kommunikation), YouTube (Video), Second Life (Virtuelle Welten), Upcoming (Events), Digg and Reddit (News), Flickr and Zooomr (Foto), Blogtv, Justin.tv, and Ustream (Livecasting), Stickham, YourTrumanShow (Online Soap), Izimi and Pownce (Medien), del.icio.us (Lesezeichen) and World of Warcraft (Online Spiele).

>> via WebProNews: The Definition of Social Media
>> siehe auch: Was heisst Social Media?

Was ist Marketing 2.0 ?

Publiziert: 31. März 2008 in Beratung von Administrator

Überlegungen zu einer Diskussion auf Facebook in der Gruppe Social Web WORLD: Marketing 2.0 = Marketing 1.0 + Austausch (Sharing). Oder kurz gesagt: das klassische Marketing wird durch die weite Öffnung zum Kunden effizienter.

Kunden bekommen dabei einen quasi “Mitarbeiterstatus”:
- als Mitarbeiter 2.0 und Teil des Unternehmens (Wikipedia), oder
- als Markenfan und erweiterter Teil des Unternehmens (Fiat 500), oder
- als Kunden-Stakeholder im weiteren Umfeld des Unternehmens (MySpace, WoM).

Der Austausch kann
- direkt stattfinden (Corporate Blog),
- teilweise direkt (eigene Communities), oder
- indirekt (Marktforschung im Web 2.0, fremde Communities).

Varianten für modernes Marketing:
- Inside- Out -> klassisches Marketing ergänzt um Marketing 2.0
- Outside- In -> Radikales Marketing 2.0 ausgehend von den Kunden

A Definition of Marketing

Publiziert: 4. März 2008 in Beratung von Administrator

Marketing is the shared process to manage an offers PoC.
(Points of Communication).

As part of the discussion at Forrester I thought about the term Marketing for some days and would love to add this definition.

Replay to the discussion: It's not “art” because art is without purpose. Marketing is management anyway because it forces everything that better sales (increased prices, volume, time-on-market).
I don't think it is an “act” because this sounds static. I think “process” is better to understand changes over time. Shared means to understand that marketing is collaborative and interactive (team, communities). This includes the activities of Prosumer as well!
PoC means every contact (including with the offer itself) is in the end communication. Offer stands for products, services, ideas. Btw, now it's ten words ;-)

Love to hear about your ideas!

>> Web strategy with Jeremiah: A Definition of Marketing in Nine Words

Was ist Web 2.0?

Publiziert: 6. Dezember 2007 in Notizen von Administrator

Was Web 2.0 eigentlich ist, bewegt wahrscheinlich niemanden so stark, wie uns Deutsche. Da ich auch gestern wieder so oft gefragt wurde, gibt es hier eine aktuelle Antwort des Erfinders des Begriffes.

- Folie 9: mein Lieblingszitat
- Folie 11: es geht nicht nur um Technologie
- Folie 17: eine Übersicht (siehe unten)
- Folie 25: User added Value (besser als “Mitmach-Web”), sehr gute Beispiele auf Folie 26
- Folie 29: neue Bedeutung (Interpretation) aus Daten finden und Echtzeit- Dienste für Nutzer entwickeln
- Folie 32: die Kernthese: Data is the next Intel Inside (siehe unten)
- Folie 41: vom Web 1.0 zu 2.0 entwickeln
- Folie 50: Plattform- Typen
- Folie 54: was ich von soz. Netzwerken möchte

Wie funktionieren soziale Netze

Publiziert: 4. Dezember 2007 in Strategie von Administrator

Die Mechanismen sozialer Netze fasst die NZZ sehr gut zusammen und fragt sich zugleich, ob sich die sozialen Strukturen der Menschen aufgrund von Web 2.0 ändern

drei Regeln der Netzwerk-Theorie:
1) das «Small World»-Phänomen, 1967 von Stanley Milgram; besagt, dass jeder Mensch zu jedem anderen über maximal sechs Ecken in Verbindung steht
2) das Metcalfsche Gesetz, Robert Metcalfe; der Nutzen, den ein Anwender aus einer Netzwerk-basierten Anwendung ziehen kann, steigt nahezu exponentiell zur Gesamtzahl der Nutzer der Anwendung
3) Dunbars Nummer, vom britischen Anthropologen Robin Dunbar; schätzte die maximale Anzahl Personen, mit denen jemand eine Beziehung mit relativ umfassendem Wissen unterhalten kann, auf 150. Die maximal Grösse eines sozialen Netzwerks wird also letztlich von der Kapazität des menschlichen Gehirns begrenzt.

aus Marco Metzler: Die Mechanismen virtueller Beziehungsnetze (Medien, NZZ Online)
gefunden bei: Beerfeltz, FDP

- früher: dörfliche Gemeinschaften, die Netzwerkgröße von 150 war überschaubar
- mit der Industrialisierung wurde die Netzwerke weitmaschiger und virtueller

Wirtschaft 2.0 ganz einfach

Publiziert: 27. November 2007 in Ideen von Administrator

Nach dem Hinweis, daß der Begriff Web 2.0 bereits inflationär benutzt wird, erklärt das CIO Blog in einem ganz kurzen Beispiel, was eigentlich gemeint ist. Einfacher geht es fast nicht. Ein guter “aller-erster” Blick auf das Thema Web 2.0, der wieder etwas Klarheit schafft.

“Das ist also eine Internetseite, die Interessenten zu einem bestimmten Themengebiet zur Verfügung steht und einen Zusatznutzen bietet. Dies lässt sich nahezu auf alle (Wirtschafts-) Bereiche übertragen, wenn man den Kunden und sein Interesse in den Vordergrund stellt.”

[Hervorhebung kmto]

COI – “Communities of Interest” also, die sich dank Web 2.0 selber bilden oder einfach besser austauschen können, so denn Bedarf besteht.

>> Das CIO Weblog: Web 2.0 – Enterprise 2.0

Das Beispiel etwas ausführlicher: